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5 Fragen an: Chelsy
Wednesday, 17 February 2010 22:23

chelsy.jpgMit ihrem Album Sweet Medicine wärmen Chelsy aus dem unscheinbaren Mülheim an der Ruhr seit Mitte Januar unsere von der Winterstarre bedrohten Herzen. Grund genug für uns, Sänger Martin Kroll fünf Fragen über den Zauber der Musik und die Macht der Worte zu stellen.

 

Erzähl uns doch bitte mal was über euer aktuelles Video zu Who Needs Words: Wer hatte die Idee zu der Geschichte, und wie ist der Dreh abgelaufen?

Martin: Schon ironisch, dass man zu einem Werk namens "who needs words" ein statement abgeben soll. Aber man kann schon ein wenig zu der Entstehung der Videoproduktion Auskunft geben, ohne die Wirkung des letztendlichen Videos zu beeinflussen. Die Kernidee zu dem Video stammt von uns selber und sollte ganz im Sinne des Songtextes "who needs words" sein. Verschiedenste Menschen sollten eine Nachricht ohne Worte durch die Welt gehen lassen, z. B. mittels Lichtmorsezeichen oder Gebärdesprache. Nachdem wir uns aber mit Christina Pfrötschner, eine gute Freundin und Regieassistentin am Grillo-Theater Essen, zusammengesetzt hatten, wurde schnell klar, dass viele Ideen unseres ursprünglichen Skripts leider nicht umsetzbar waren. Wir haben dann gemeinsam eine realisierbare Story entwickelt, mit der alle zufrieden waren und Christina hat dann auch zu dem Video die Regie geführt. Von Anfang an war klar, dass wir ein Video in Kurzfilmart haben wollten. Es sollten Schauspieler darin vorkommen und die Band selber sollte nicht zu sehen sein.

In eurem Song First LPs erzählt ihr die Geschichte eines Jungen, der den Zauber der Musik für sich entdeckt und sich schließlich auch durch die Musik ausdrücken möchte. Was hat euch denn bewogen, Musiker zu werden?

Martin: Genau dieser Zauber! Man kam einfach in Versuchung sich darin auszuprobieren, die Kraft der Musik selber zu erzeugen. Als ich das erste mal Musik hörte, die mich nicht mehr losließ, dachte ich,  dass es keine bessere Möglichkeit gäbe, sich auszudrücken. Ich war der Meinung, dass man diese Emotionen, die man beim Hören der Musik vermittelt bekam, mit Worte nicht so leicht ausdrücken könne. In dem Alter konnte ich noch kein Englisch, also musste ich mich voll uns ganz auf die Message der Harmonien einlassen. Texte sind natürlich eine weitere Möglichkeit sich auszudrücken, doch ich persönlich empfand es damals so, dass durch die Töne die Aussage zustande kam.

Eure Songs erzählen immer kleine Geschichten, mal traurige, mal frohe. Wie viel eurer eigenen Erfahrungen und Erlebnisse fließt in eure Texte?

Martin: In den Liedern sollen skurile Situationen umschrieben werden, die schon stark zwischen Metaphern und konkreten Situation schwanken. Der Hörer soll das dann für sich selbst entscheiden was damit gemeint ist. Wenn es z. B. heißt: "It was not her language. She prefered her own.", dann könnte damit eine Situation gemeint sein, in der zwei Menschen tatsächlich zwei verschiedene Sprachen sprechen oder dass sie in derselben Muttersprache aneinander vorbei reden. Die Aussage davon bleibt aber zuletzt immer dieselbe.

Was wollt ihr als Musiker in eurem Leben unbedingt noch erreichen?

Martin: Wir haben das Ziel die Musik zu machen die das aussagt was wir derzeit auf dem Herzen haben. Es ist aber nicht die Suche nach dem perfekten song oder sowas. Da man ständig was Neues auf dem Herzen hat, sei es was Positives oder Negatives, ist einfach keine Ziellinie in Sicht.

Zuletzt eine Frage die wir allen Bands stellen: Was war der beeindruckendste Moment in eurer Bandgeschichte?

Martin: In der BRAVO zu stehen und offiziell den Titel "Cool" verliehen bekommen zu haben. Wenn auch zwanzig Jahre zu spät. Mit achtzig wirds dann wohl die 1LIVE Krone!

 

Bei Martin Kroll von Chelsy bedankt sich für das Interview: Bettina Koch

 

Reinschauen: Chelsy - Who Needs Words

 

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