| 5 und eine Frage an: 1984 |
| Saturday, 20 February 2010 01:00 | |||
Für viele war das Debütalbum von 1984 die Überraschungsplatte des Jahres 2008. Jetzt sind die drei Franzosen mit neuem Material und einer ganzen Tour am Start. Grund genug, sich bei Sänger und Gitarrist Etienne Nicolini mal nach dem aktuellen Stand der Dinge zu erkundigen.Eure neue Single "Territory" ist ein unglaublich dynamischer Song, der schwierig, trotzdem eingängig und auch sehr authentisch ist. Seid ihr vorsichtig dabei, euren eigenen Stil zu wahren? Nicolini: Vielen Dank für deine Meinung zu unserem Song. Und du hast recht: Wir wollten etwas wirklich eingängiges machen, das aber in unser Universum passt, das sonst eher etwas düsterer ist als klassische Rocksongs. Dieser Song ist wie ein Militärmarsch – leidenschaftlich und beängstigend. Mit "Territory" wollten wir alles mal ein wenig durcheinander bringen und ein klein wenig Unruhe stiften. Wir wissen nicht, ob unser eigener Stil sich wirklich klar definieren lässt. Wir suchen ständig nach neuen Sounds: Mal wuchtiger, mal einfacher, ab und an etwas ruhiger oder auf der anderen Seite komplett verwüstend. Wie auch immer, das Ergebnis muss nachher echt und aufrichtig sein! Wenn wir diese Aufrichtigkeit spüren und auch unsere Hörerschaft, dann haben wir unseren Stil gefunden. Wie wichtig ist Erfolg für euch? Also: Berühmt sein und richtig gut Geld verdienen? Nicolini: Erfolg ist wirklich wichtig, wenn du weißt, wie du ihn gebrauchen musst. Zu allererst bedeutet Erfolg für uns: Unsere anderen Jobs aufgeben, um uns voll und ganz der Musik widmen zu können. Wir könnten Musik denken, essen, atmen und schlafen anstatt uns darüber zu wundern, wie wir jeden Monat unsere Rechnungen zahlen! Es wird immer schwieriger und härter, richtig viel Geld mit Musik zu verdienen. Sogar Bands, die einen richtig großen Hit hatten, können im Jahr danach schon wieder in Vergessenheit geraten sein, weil viele Leute heute so Musik hören, wie sie im Fernsehen zwischen einzelnen Kanälen hin und her schalten. Es ist verdammt kurzlebig. Bekannt sein kann aber auch richtig gefährlich werden, es blendet sich oft. Aber wenn du das alles wie ein Spiel siehst – wie Muse zum Beispiel, die mit den Codes der Rock´n´Roll-Attitüden spielen – oder als einen Weg, jede Art von Humor zu teilen – sei es politisch, gefühlvoll oder sozial, wie Radiohead das in ihrem Blog machen – dann behältst du die Verbindung zu deiner Hörerschaft, und das ist das allerwichtigste. Wir haben ziemlich viele Konzerte mit den Blood Red Shoes gespielt und die haben eine wirklich großartige Vision von all diesem Zeug. Sie sehen in ihrem wachsenden Erfolg die Möglichkeit, Bands zu promoten, die sie selbst sehr gern mögen, und sie mit den Leuten zu teilen. Unser Begehren ist es, von unserer Musik leben zu können. Sie überall zu verbreiten, wo wir nur können, und Spass mit den Leuten zu haben. Eure Fans haben das Glück, euch in sieben deutschen Städten live erleben zu können. Was können sie sich von eurer neuen Tour und eurem neuen Album erhoffen? Und was erwartet ihr vom deutschen Publikum? Nicolini: (auf deutsch:) "Wir sind sehr begeistert in Deutschland wieder zu spielen. Die Leute sind wunderbar, weil sie neugierig sind. Sie wollen tanzen, den Kontrolle verlieren. Das ist was wir fühlen, wenn wir nach Deutschland kommen." Ich hoffe, mein Deutsch ist nicht allzu schlecht. (lacht) Es ist für uns wirklich eine Freude, zurück nach Deutschland zu kommen. Die Locations machen alle einen wirklich tollen Eindruck, haben uns freundlich willkommen geheißen und die Leute dort sind alle recht entspannt. Wir freuen uns wirklich sehr darauf, unsere neuen Songs zu spielen. Wir werden natürlich unsere neue Single spielen, kombiniert mit den alten Songs von "Open Jail", aber auch fünf oder sechs neue Tracks, die wir beim Publikum erst mal "testen" werden. Das neue Album kommt, wird wahrscheinlich im Sommer oder im September fertig sein. Normalerweise touren wir immer erst, nachdem eine Platte veröffentlicht wurde – dieses Mal ist es jetzt genau anders herum. Wir spielen Gigs und testen die neuen Sachen aus, das Album kommt dann erst später. Es wäre schön, wenn die Tour richtig grob und intensiv werden würde. Euer Debütalbum "Open Jail" bietet sehr unterschiedliche Songs, mit französischen und englischen Texten. Ich persönlich mag die französischen Songs ja lieber. Gibt es da einen spürbaren Unterschied zwischen den Sprachen bezüglich der Ausdrucksmöglichkeit verschiedener Emotionen oder Messages? Nicolini: Ja, da hast du Recht. Ich finde, Englisch ist eine Rock´n´Roll-Sprache. Wenn ich einen Rock-Riff spiele, kommen mir die englischen Worte zuerst in den Sinn. Ich schreibe auch oft auf Französisch, aber ich habe die richtige Melodie noch nicht gefunden, die da so richtig dazu passt. Englisch ist eine ziemlich direkte Sprache, jedes Wort kann einen treffen, aber wir wollen es trotzdem mit französischen Songs mixen. Wirklich interessant, dass du die französischen lieber magst - warum? Klingen die irgendwie natürlicher? Das Gefühl von Druck, die Furcht vor dieser unkontrollierbaren Maschinerie, in der wir Leben – das sind unsere Themen. Und Englisch scheint ganz passend, um sie zu beschreiben. Vielleicht auch, weil wir immer mehr in einer anglisiert dominierten Welt leben. Wenn du in der Zeit zurück reisen können, in welche Zeit und an welchen Ort würdest du reisen, was würdest du da machen und warum? Nicolini: Boah, das weiß ich wirklich nicht. Ich bin total fasziniert vom dunklen Mittelalter! Und ich würde gerne an der Kathedrale von Strassburg mitarbeiten bei ihrem Bau. (lacht) Was war der für dich bewegendste Moment mit 1984? Nicolini: Das war unsere Deutschland-Tour im November 2008 mit den Blood Red Shoes, weil wir jeden Abend in gigantischen Locations gespielt haben. Die Stimmung war immer elektrisch aufgeladen, und die Magie der Tour steigerte sich von Tag zu Tag bis hin zum letzten Konzert in Österreich, als die Blood Red Shoes mit uns zusammen die Zugabe "Cache-cache" gespielt haben. Bei Etienne Nicolini von 1984 bedankt sich für das Interview: Mirjam Miethe. (2010)
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Vor ein paar Jahren habe ich einen Hut gefunden, der wirklich verdammt alt und klassisch ausgesehen hat, aber nach seinem ersten Foto-Shooting habe ich ihn an einem Kleiderhaken in der Garderobe vergessen und er ist außer auf den gemachten Bilder für immer verschwunden.
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ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!