Home icon Home»Laut»5 Fragen an»5 Fragen an: The Happy End
5 Fragen an: The Happy End
Sunday, 01 August 2010 21:51

thehappyend_band.jpgIn Sachen musikalische Innovation ist die Oberpfalz vielleicht nicht gerade die erste Region, die wir auf der Landkarte markieren würden. Mit ihrem Debüt-Album Echoes of Jericho könnten The Happy End das jedoch bald ändern. Meterdicke Gitarrenwände, verstörende Experimente, Rauschen, Pfeifen und Knarzen - klar, alles schon mal da gewesen, aber so haben wir das doch noch nie gehört. Grund genug, mit der Band über außergewöhnliche Aufnahmetechniken, Drogenexperimente und innovative Verkaufskonzepte zu sprechen.

 

Euer Album Echoes of Jericho gab es zunächst nur als T-Shirt mit Download-Code auf euren Konzerten. Wie seid ihr denn auf diese Idee gekommen?

Wir lieben Vinyl, und haben gemerkt, dass wir damit immer mehr zu einer Minderheit gehören. Außerdem kann man beobachten, dass die meisten jungen Leute kaum noch Geld in Musik investieren, aber großen Wert auf ihr modisches Erscheinen legen. Dem wollten wir ein Schnippchen schlagen: Den Leuten Klamotten andrehen und gleichzeitig unsere Botschaften verbreiten.

Wie sind die Aufnahmen zu eurem Album abgelaufen? Angeblich habt ihr die Platte ja in einem alten DDR-Fabrikgebäude mit ehemaligen Abhörmikrofonen der Stasi aufgenommen...

Die Aufnahmen sind alle live eingespielt, also keine Studio-Bastelei. Bei Happy End geht es um einen Klangkosmos, der nur entstehen kann, wenn die Musiker interagieren und loslassen von konventionellen Vorstellungen. Es geht viel um Zerstörung. Deshalb auch die Reste des Palasts der Republik auf dem Cover. Wir benutzen ausschließlich analoge Instrumente, einige der elektronischen Kisten sind selbstgelötet. Es geht dabei um die ungezügelte Energie aus Strom. Die Idee hat uns gefallen, dass unser Produzent Ron Schneider sozusagen unser subversives Treiben überwacht und die Ergebnisse ans Licht der Öffentlichkeit bringt. Darum konnten wir uns die Chance mit den Mikrofonen nicht entgehen lassen.

Ihr habt ziemlich viele Videos zu eurem Album gemacht. Ist es für euch wichtig, eurer Musik durch Bilder sozusagen noch eine weitere Dimension zu verleihen?


Wir experimentieren viel mit Drogen und da lag es nahe, der Musik noch eine visuelle Ebene zu geben, die den psychedelichen Charakter der Songs unterstreicht.


Einer eurer Songs heißt „Destroy your brilliant career": Was wollt ihr als Musiker in eurem Leben unbedingt noch erreichen?

Wir sind im Schnitt Mitte dreißig und machen seit Jahren Musik. Wir sind in dieser Hinsicht weitgehend desillusioniert.


Zuletzt noch eine Frage, die wir allen Bands stellen: Was war bisher der beeindruckendste Moment in eurer Bandgeschichte?

Als wir nach langer Songschreiberei, ewiger Song-, Klang- und Besetzungssuche das erste Mal in der vollständigen Besetzung im Proberaum unter unserem Klanggewitter gestanden haben und merkten, dass wir da etwas Besonderes geschaffen haben, das wir mit allen unseren Vorgängerbands so noch nicht erlebt hatten.

Bei The Happy End bedankt sich für das Interview: Bettina Koch

 

Ihren Song Golden schenken The Happy End euch hier als kostenlosen Download.




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare