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 Sie klingen, als wären sie von einem anderen Stern, dabei kommen sie direkt aus dem Proberaum um die Ecke: Phonoboy haben sich schon lange aus dem Schatten der Münchner Hinterhöfe gelöst, um ganz Deutschland zu erobern. Tanzbarer Jubel-Jubel-Freu-Pop mit seinem ganz persönlichen Charme- Weyssi und Nina von Phonoboy verraten uns, wie man sowas schafft.
Eine Band bestehend aus vier Multitalenten. Jeder von euch ist ein musikalisch-künstlerisches Unikat mit unglaublicher Erfahrung und weitreichendem Potential. War da ein gewisser Erfolg von Phonoboy nicht von vorne herein vorprogrammiert?
Weyssi: Würde ich so nicht sagen. Entscheidend ist doch weniger die Erfahrung, als vielmehr die Kreativität der Musiker und die Idee, die hinter dem Bandkonzept steht. Toto-Fans mögen mir da jetzt vielleicht widersprechen. Was mir an Phonoboy gefällt, ist die musikalische Eigenständigkeit. Wir verarbeiten zwar viele bereits bestehende Musikrichtungen, das Ergebnis lässt sich aber nicht so leicht einordnen und man findet auf dem Markt wenig Vergleichbares.
Nina: Klar war der Erfolg kalkuliert und vorprogrammiert – wie hätten wir sonst die schon bestellten Tennisanlagen und die Blattgoldpizza bezahlen sollen? Da half nur eins – ´ne erfolgreiche Band gründen... Nun ja, neben den pekuniären Aspekten aber ist es natürlich schon ganz hilfreich, wenn der eine oder andere seine Nase schon mal in einer Bandgeschichte drin hatte – und wenn dann noch ein paar der Leute ihr Instrument prima in der Hand halten können, verkürzt sich die Zeit des Übens und mehr bleibt, um tolle Rockposen einzustudieren. Und weil eben jeder von uns schon mal in einer Band gespielt hat, ging manches bisschen schneller. Allerdings heißt das leider immer noch nicht, dass Labels mit offenen Herzen, Türen und Taschen auf einen warten. Da hatten wir nun auch Glück, dass TV EYE Records die Platte so toll fanden und die so gut in ihr Programm passte – und bis jetzt macht sich wiederum die einmalige Erfahrung und l’esprit von Frank Popp bemerkbar, so dass sich unser Erfolg bloß noch mit dem vom Label zu multiplizieren braucht, so dass wir demnächst doch noch Disneyland kaufen können.
Auf eurem zweiten Album Pas de Temps hört man wie schon beim Vorgänger, dass eine Menge Liebe zum Detail, also auch eine Menge Arbeit dahinter steckt. Wie bewältigt ihr diese Arbeit, wo doch jeder von euch noch mindestens einen Job nebenher hat, der ihn durchaus beansprucht?
Weyssi: Das ist in der Tat nicht leicht. Aber unsere Leidenschaft für Musik findet dann doch immer einen Weg.
Nina: Wir sind in der glücklichen Situation, dass Christian der Mitbetreiber und –besitzer des Telstarstudios ist – somit haben wir einen formidablen Übungsraum, in den es nicht reinregnet. Und gleichzeitig die Möglichkeit, unbegrenzt lang an Aufnahmen – zu welcher Tages- und Nachtzeit auch immer - arbeiten zu können. Was viel angenehmer ist, als den Cent in der Tasche umzudrehen und auf die nächsten Studiostunden zu sparen. Auf der anderen Seite ist das natürlich auch eine Falle – denn keiner sagt „JETZT HÖR ABER AUF, DA DRAN RUMZUSCHRAUBEN!!!!“ und jedes Detail wird bis zum Exzess ausgearbeitet. Was in der Regel dann auch der Job von Christian ist, der das Studio zumal auch in und auswendig kennt und so seine „Arbeit“ mit der Musik und der Band verbindet und super Bandsound mischt und produziert. Tja, und das mit den Job nebenher – man bohemisiert sich eben so durch, jeder arrangiert sich mit dem Geldverdienen, wenn’s neben der Musik nicht langt – aber die Gefahr, dass einer von uns in eine Festanstellung abrutschen würde, ist mit Sicherheit nicht gegeben – dazu sind wir zu halsbrecherisch veranlagt.
Wie müssen wir uns das Zusammenarbeiten und Songs schreiben bei in einer Band vorstellen, die aus Mitgliedern besteht, die ihre Finger auch noch in anderen Projekten haben? Ein Beispiel hierfür ist natürlich Phonoboy, ein anderes ist aber auch Ninas Nebenband Crash Tokio. Nimmt man die Einflüsse seiner anderen Projekte mit in die Arbeit und Schaffenswelt bei Phonoboy?
Weyssi: Ich denke jeder von uns bringt all seine Möglichkeiten, Ideen und Erfahrungen ohne Abstriche ein. Wenn zum Beispiel Nina mit uns im Studio arbeitet, ist sie 100prozentig für Phonoboy da und das gleiche gilt dann natürlich auch für Crash Tokio.
Nina: Musikschreiben ist feinerweise so beschaffen, dass die Ideen nie weniger werden, je mehr man macht. Wenn man echt Lust auf so was hat, ist natürlich auch der Anspruch da, mit jeder Band und jedem Projekt was anderes zu machen. Da stellt sich die Frage gar nicht, ob diese oder jene Idee der einen oder anderen Band zusteht. Außerdem sind es eher die musikmachenden Menschen, die einen gewissen Stil haben. Der wiederum dann in Bands oder Projekte einfließt.
Gibt es Bands, an denen ihr euch musikalisch orientiert? Woher nehmt ihr eure Inspiration für einen so eigenen Pop-Sound?
Weyssi. Musik ist ein sehr wichtiger Teil unseres Leben. Seit Kindestagen. Wir können uns beispielsweise ebenso für Elektropop begeistern, wie für Klassik, Punk oder einen Gassenhauer aus den 80ern. Wir hören und spielen Musik nicht, um cool zu sein. Daher gibt es bei uns auch keine Einschränkungen. Dafür macht Musik viel zu sehr Spaß. Bands, die uns nachweislich beeinflussen gibt es schon. Zum Beispiel sind wir große Fans der B52s, Ideal und natürlich David Bowie.
Nina: Nunja, tatsächlich gibt es schon ein paar Bands, auf die man sich gerne einigen kann, wie etwa Bowie oder die B52s oder die Talking Heads. Weyssi und Christian sind eher so 60s-mässig verwurzelt, Lauro hört hauptsächlich experimentalistische Minimalmusik wie etwa den Soundtrack der japanisch-jüdischen Filmemacherin Kin Nhac Enmatzball, was dann schon mal zu ernsthaften Diskussionen führen kann. Letztendlich versuchen wir aber immer wieder aufs Neue, aus dem Klassiker C-am-F-G was duftes zu zaubern.
Christian ist in Frankreich geboren und zweisprachig erzogen worden. Aber hieß es bei euch etwa von Anfang an „Ich bin der Sänger, ich spreche französisch, also machen wir alles auf französisch“? Oder begründet sich die Entscheidung noch auf anderen frankophonen Ambitionen? Ich habe das Gefühl, dass French Music im vergangenen Jahr allgemein einen immer größeren Stellenwert in der Indie-Szene eingenommen hat.
Weyssi: Von diesem "French Hype" habe ich zwar auch schon gehört, selbst allerdings davon noch nichts mitbekommen. Ich spiele mit Christian seit vielen Jahren – also auch schon vor Phonoboy – und wir haben davor nur englische Texte verfasst. Lange Zeit wusste ich noch nicht mal, wie gut Christian Französisch spricht. Nach dem Ende unserer Band The Chamberdeacons haben wir dann beschlossen, uns mehr zu öffnen und experimentierfreudiger zu werden. Und eher zufälllig ist dabei der Song C'est ma vie mit französischen Lyrics entstanden. Nach dem überraschend großen Erfolg dieser Nummer haben wir in diese Richtung weitergearbeitet. Wir stellten fest, dass jede Sprache – wir haben ja auch deutsche und englische Texte – einen eigenen Klang hat und für uns so neue musikalische Möglichkeiten schafft. Um einen Trend ist es nie gegangen, das hätte das Publikum sicher auch schnell durchschaut.
Nina: Wir hoffen und freuen uns, wenn es denn so ist: Dass le frenchy in der Indieszene ankommt. Immer gut, wenn Bands aus anderen Ländern neben UK und USA den Pop-Imperialismus austricksen. Tatsächlich ist es so, dass Christians Stimme auf Französisch am besten klingt und er wirklich nur in der Sprache manche Tonlagen hin bekommt – das mag an den anders gelagerten Vokalen liegen. Früher hatte Christian dann auch noch ziemlich politische Texte, bei denen er sich nicht sicher war, ob er die so bringen kann. Und dann hat sich das Französische eben als kleine Verschlüsselung angeboten. Hm, aber wenn ich’s mir recht überleg – von diesen Kampfansagen hat es eigentliche keine einzige aufs Album geschafft... Dazu sind wir dann doch eher zu Pop.
Bei Weyssi und Nina Kränsel von Phonoboy bedankt sich für das Interview: Nina-Carissima Schönrock
(2008)
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Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!