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Carmen Rosa: "Trunkenheit oder Nacktsein"
Wednesday, 03 October 2007 20:37

...wer ist die schönste Band im Land?
Wenn eine Band Epen schreibt, kommt unsere Redakteurin Sandra einfach nicht an ihr vorbei. Sei es Mud Flow oder eine weitere Neuentdeckung: Carmen Rosa. Es ist verwunderlich, dass ihre Alben nicht längst schon die Plattenläden fluten oder zumindest die heimischen CD-Spieler. Zu außergewöhnlich ist der Sound der Jungs aus Portsmouth/Brighton, den Sie gerade auf ihr zweites Album bannen und deshalb nicht gerade viel Zeit haben. Steve Verdin, der Gitarrist von Carmen Rosa nimmt sich trotzdem ein paar Minuten für uns.

 

Wie hat die Band Carmen Rosa sich gefunden?

 

Verdin: Wir spielen jetzt seit fünf Jahren zusammen. Ben und ich haben schon in der Band Dragontree zusammengespielt und konnten mit einer EP bei Virgin Records bereits kleine Erfolge verbuchen. Bald darauf trennten sich Dragontree wegen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band. John spielte erfolgreich mit Velcro, die sich später VEX nannten. Mit VEX veröffentlichte er zwei Alben bei delirium Records. John und Ben unterstützten außerdem zusammen The Cranes auf ihrer Welttournee. Dave spielte in diversen Livebands und tourte durch UK. Im Grunde arbeiten wir alle semi-professionell und gehen neben der Musik festen Jobs nach, um unsere Rechnungen bezahlen zu können.

 

Carmen Rosa... das klingt nach einer Pferde-Ranch irgendwo in der Prärie von Texas.

 

Verdin: Der Name Carmen Rosa entstand aus unserer Liebe zu dem klassischen Auto The Karmen Ghia und zu Latino-Frauen. Wir funktionierten den Namen in Carmen Rosa um.

 

Ihr seid noch bei keinem Label. Das wundert mich bei eurem außergewöhnlichen Sound.

 

Verdin: Wir versuchen derzeit selbst ein Album auf die Beine zu stellen. Wir sehen uns nicht aktiv nach einem Label um. Wenn das hier ein Label liest, so haben wir nichts dagegen, wenn man uns kontaktiert. Ich würde sagen unsere Musik ist eine Mischung aus Indie und Psychedelic. Es fällt aber schwer unsere Musik einzuordnen, da sie auf sämtlichen EPs sehr unterschiedlich klingt. Das neue Album unterscheidet sich beispielsweise von dem, was wir bisher so gemacht haben. Gitarren und gesungene Melodien dominieren mehr als in unseren früheren Arbeiten. Das ist auch der Grund, warum wir die Plattenfirmen vergraulen: Sie wissen nicht, wie sie uns einordnen sollen.

 

Beschreibt mal Bitte einen perfekten Tag für eure Musik!

 

Verdin: Stelle Dir eine sonnigen Tag vor. Du bist auf einem Musikfestival und liegst mit einem Bier in der Hand auf einer Wiese. In Deinem Arm liegt eine wunderschöne Person. So ungefähr stelle ich mir das vor.

 

Was hört ihr denn privat so?

 

Verdin: Da müsste ich jetzt eine lange Liste anfertigen. Wir mögen unter anderem Ian Brown, Chemical Brothers, Gomez, Elbow oder Can.

 

Wann kann man euch in Deutschland bewundern?

 

Verdin: Wir würden gern in Deutschland spielen. Im Februar 2008 touren wir erstmal durch Holland und es wäre natürlich super, dass mit einem Auftritt in Deutschland zu verbinden.

 

Wie sieht euer Bandalltag aus? Erzähl uns eine kleine Anekdote.

 

Verdin: Eine Anekdote? Die meisten handeln von Trunkenheit oder Nacktsein. Einmal wollte John nach einer Bandprobe mit Rad nach Hause fahren. Er war sehr betrunken und irgendwie kam es dazu, dass er seinen Sattel verlor. Er war so wütend, dass er sein Fahrrad für ein Pfund an einem Studenten verkaufte und mit dem Taxi Heim fuhr. Am nächsten Morgen wollte er sein Rad nehmen und realisierte seine Dummheit.

 

Bei Steve Verdin von Carmen Rosa bedankt sich für das Interview: Sandra Marsch

(2007)




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