| The Unwinding Hours: Perfektionismus mit Stanley Kubrick |
| Sunday, 25 April 2010 15:08 | |||
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Ich habe gehört, ihr seid auf dieser Tour ganz allein unterwegs - kein Fahrer, kein Tourmanager. Wie funktioniert das? Craig: Ich bin der Tourmanager! Es ist anstrengend, aber es ist schon schaffbar. Wir haben mit unsere vorherigen Band Aereogramme ja schon einige Erfahrung in Sachen Touren sammeln können. Mir ist es auch lieber, selbst zu fahren, als gelangweilt auf der Rückbank zu sitzen. Ich schau mir gern die Landschaft an. Aber wir haben uns natürlich zu diesem Schritt entschlossen, um Geld zu sparen. Im Moment braucht kein anderer zu tun, was ich selbst tun kann. Aber ist das nicht eine zusätzliche Belastung, wenn du nicht nur abends auftreten, sondern auch noch hunderte von Kilometern fahren und alles selbst organisieren musst? Ich stell mir das sehr stressig vor. Craig: Ich finde, es hat sogar Vorteile. Wenn ich am nächsten Tag fahren muss, kann ich abends nicht trinken. Und wenn ich nichts trinke, fühle ich mich am nächsten Morgen viel fitter. Auf Tour gerät man sonst immer in eine sehr berechenbare Routine. Musiker auf Tour ist wohl der einzige Job, für den man betrunken sein muss (lacht). Mir macht es Spaß, aus der Routine auszubrechen. Du hast gerade schon deine frühere Band Aereogramme erwähnt, in der du mit Iain zusammengespielt hast. Wie kommt es, dass ihr euch jetzt unter anderem Namen wieder zu einer Band zusammengefunden habt? Craig: Ich kannte Iain schon, bevor es Aereogramme überhaupt gab, und er hat mir oft bei Demo-Aufnahmen geholfen. Als Aereogramme sich dann aufgelöst haben, hat er mir auch wieder bei meinen Demos geholfen. Wir hatten aber nicht vor, eine neue Band zu gründen und auf Tour zu gehen. Als wir die Songs geschrieben haben, wussten wir noch nicht, dass wir sie mal als Album veröffentlichen würden. Das ist einfach so passiert, weil wir das Gefühl hatten, es lohnt sich, mit diesem Material weiterzuarbeiten. Die Aufnahmen für das Album haben sehr lange gedauert. Bist du ein Perfektionist? Craig: Zum Teil. Für Solistice, den Akustiksong auf dem Album, haben wir zum Beispiel das erste Demo verwendet. Die Aufnahme ist zwar nicht perfekt, aber sie vermittelt eine ganz besondere Stimmung. Wir haben ja nicht wirklich auf ein Album hingearbeitet, deswegen haben wir jeden Song so oft aufgenommen, bis wir der Meinung waren: Jetzt stimmt alles, jetzt ist der Song fertig. Woher weißt du, wann bei einem Song wirklich alles stimmt? Craig: Vielen Leuten fällt es schwer, ihr Werk mit etwas Abstand zu betrachten. Sie bringen immer neue Ideen ein und überarbeiten einen Song immer und immer wieder. Für mich ist ein Song fertig, wenn er ausdrückt, was ich ausdrücken wollte, und die Musik diesen Gedanken unterstützt. Was hat euer Bandname eigentlich zu bedeuten? Craig: Der Name kommt aus dem Film Shining. Wir sind große Fans von Stanley Kubrick, und wir wollten, dass unser Name einen Bezug zu ihm hat. Man muss aber den Film schon gut kennen, um diese subtile Andeutung zu verstehen. Man sieht uns im Booklet des Albums auch Schach spielen. Wir haben schon immer gern Schach gespielt, aber Kubrick war auch ein Schach-Fan. Das ist eine weitere Referenz an ihn. The Unwinding Hours werden jetzt natürlich ständig mit Aereogramme verglichen. Nervt euch das, würdet ihr lieber als eigenständige Band betrachtet werden? Craig: Nein, überhaupt nicht. Ich bin sehr stolz auf alles, was wir mit Aereogramme gemacht und erreicht haben, aber für diese Band war definitiv das Ende erreicht. Ich finde aber nicht, dass es zwischen Aereogramme und The Unwinding Hours enorme Unterschiede gibt. Die Musik ist ruhiger, ja, aber das scheint mir eine ganz natürliche, logische Weiterentwicklung seit dem letzten Aereogramme-Album zu sein. Für euer Album habt ihr durchweg sehr gute Kritiken erhalten. Welche Reaktionen habt ihr denn von euren Fans auf der Tour bisher gesehen? Craig: Die Leute hier sind fantastisch! Uns war anfangs nicht bewusst, dass unser Set stellenweise sehr, sehr ruhig ist. An diesen Stellen muss dann eigentlich auch das Publikum still sein. Und das Publikum hier hat das bisher immer respektiert. In Köln letztens hätte man einen Stift fallen hören können. Wir kommen immer wieder gern nach Deutschland zurück. Spielt ihr denn auch Aereogramme-Songs live? Craig: Ja, wir spielen einen Song. Macht ihr das nur, weil die Leute es von euch erwarten? Craig: Nein, wir spielen nicht die Songs, die die Leute am liebsten hören würden. Es wäre auch einfach nicht richtig, sie ohne die ehemaligen Aereogramme-Mitglieder live zu spielen. Deswegen spielen wir nur einen Song, den die beiden anderen eigentlich nie gern live gespielt haben. Das ist also eine Art Kompromiss. Du hast vorhin gesagt, dass ihr Anfangs gar nicht vorhattet, ein Album zu veröffentlichen. Wie sieht es jetzt aus: Wollt ihr weiter unter dem Namen The Unwinding Hours Platten aufnehmen und auf Tour gehen? Craig: Auf alle Fälle! Ich habe fest vor, mit dieser Band weiterzumachen, und ich hoffe, dass diese Band viel länger bestehen bleibt, als Aereogramme. Das Problem mit Aereogramme war, dass wir immer eine Art von „Erfolg" erreichen wollten, aber es ist uns nie gelungen, von unserer Musik leben zu können. Von diesem Gedanken habe ich mich inzwischen getrennt. Ich mache immer noch wahnsinnig gern Musik, und ich liebe es, auf Tour zu gehen. Deswegen werden wir damit weiter machen, aber nur, wenn wir das Gefühl haben, dass wir wirklich soweit sind, dass unsere Songs soweit sind. Was war denn bisher der beeindruckendste Moment in deiner Karriere als Musiker? Craig: Das war, als ich Radio-DJ John Peel getroffen habe. John Peel hat meine musikalische Entwicklung mehr beeinflusst als jede Band. Ich habe immer seine Sendung gehört. Als ich ihn dann kennengelernt habe, war ich froh zu sehen, dass er genauso natürlich und authentisch war, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Bei Craig B. von The Unwinding Hours bedanken sich für das Interview: Bettina Koch und Itje Kleinert.
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Wir haben einmal beschlossen, an einem Tag an möglichst vielen Orten aufzutreten. Es hat damit geendet, dass wir 24 Gigs in 24 Stunden an 24 verschiedenen Orten auf den Färöer Inseln spielten.
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Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
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Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
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Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
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ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!