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Jacob Brass: "15 Tausend Zuschauer erlebt man nicht oft"
Monday, 07 April 2008 13:27
Jacob Brass - live bei der LAXLounge
Man muss sich das Gesicht von Substanz Club-Besitzer Jürgen Franke vorstellen, als vor vielen Jahren eine Gruppe 13-Jähriger seinen Club stürmten und mit ihrer Band auftreten wollten. Franke ließ sie spielen - und dass das eine gute Entscheidung war, sehen wir heute an Jacob Brass. Er ist einer DER Nachwuchskünstler aus München, war damals einer der pubertierenden Jungs und feiert heute richtige Erfolge. Diesen Mittwoch könnt ihr ihn live erleben, denn wir haben ihn als Liveact zur LAXLounge im Substanz eingeladen! Wer Jacob Brass ist, erklärt er euch vorab selbst.


Zum Einstimmen: "Feel"




Jacob, du bist Singer-Songwriter aus München, hast bis heute mit deiner Musik auch schon ziemlich viele Preise abgeräumt. Wie kam es denn dazu?


Brass: Wenn man anfängt, Musik zu machen, versucht man ja erstmal, irgendwie auf die Bühne zu kommen und Konzerte zu spielen, um zu testen, wie das denn bei den Leuten ankommt. Bei mir war es so, dass ich das am Anfang über Bandwettbewerbe versucht habe und das Glück hatte, dann auch mal zu gewinnen und dadurch weitere Auftrittsmöglichkeiten -auch in anderen Städten- zu bekommen.

Du bist ja noch ziemlich jung! Was ja für dich spricht, den Musiker wie die Artic Monkeys und die Eight Legs zeigen ja, dass man sich mit erfolgreichem Musikmachen garnicht mehr sooo lang Zeit lassen darf. Wo lagen oder liegen bei dir aus deiner Sicht die Vor- und Nachteile, wenn man noch so jung ist als Musiker?

Brass: Ich denke, gut ist es immer, möglichst früh anzufangen. Ich habe das immer als Plus gesehen und erlebt. Nachteil kann natürlich sein, dass man eventuell etwas grün hinter den Ohren ist, was das Musik-Business angeht und worauf es ankommt, wenn man es wirklich ernst anpacken möchte. Man muss sich bewusst sein, dass der Erfolg, wenn er sich denn einstellt, heutzutage sehr kurzlebig sein kann. Sich heute als Künstler zu halten, ist schwer.

Wie lange machst du denn schon Musik?

Brass: Ich habe mit meiner ersten Band "Spotfin Soap" aus Fürstenfeldbruck mit 13 angefangen. Das erste Konzert habe ich mit 14 gespielt. Mit 17 habe ich dann begonnen, auch "solo" aufzutreten.

Wann haben die erste Erfolge eingesetzt und wie sahen die aus?

Brass: Mit Spotfin Soap haben wir damals viel gespielt und konnten dann auch recht bald als Support von größeren Namen auftreten. Das erste richtige Erfolgserlebnis war für mich damals mit 15 vor den Bananafishbones vor 800 Leuten zu spielen. Die waren für mich Stars. Das war schon sehr toll.
Was "Jacob Brass" betrifft war ein vergleichbares Erlebnis die Tour mit Nova International durch Deutschland, Österreich und Schweiz gleich nach meinem Zivildienst. Ein Highlight war ein Auftritt im Hallenstadion in Zürich vor 15.000 Menschen. Das wird man wohl nicht sehr oft erleben...

Welche Vorbilder gibt´s für dich?

Brass: Da gibt es einige aber die größten sind und bleiben natürlich: Die Beatles.

Stell dir vor, du hättest die Möglichkeit und es würden dir sämtliche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, mal musikalisch was anderes auszuprobieren. In welche Stilrichtung würdest du gehen?

Brass: Mhh. Ich würde wahrscheinlich elektronische Musik ausprobieren. Aber ich glaube dazu fehlt mir etwas das Talent...

Würdest du sagen, dass deine Art von Musik wieder mehr gefragt ist, in dieser Massenwelle des Britrocks?

Brass: Ich glaube immer noch, das gute Songs immer gefragt sind, egal welcher Stilrichtung man sie zuschreiben mag. Ich habe mich nie mit Stilfragen groß beschäftigt. Ich hoffe einfach, dass die Songs für sich überzeugen können. Die sogenannten Trends sind ja auch immer schneller vorbei, als man denkt. Darauf sollte man denk ich nicht sehr viel geben.

Sind deine Texte rein biografisch oder versetzt du dich manchmal auch rein fiktiv in die Rolle des leidenen jungen Mannes, um deinem Stil treu zu bleiben?

Brass: Es gibt natürlich viel autobiographisches. Manchmal ist es mir dann auch zu speziell, dass ich denke, außer mir kann dann keiner verstehen, worum es geht. Dann verwerfe ich es manchmal wieder. Es sind schon meistens Themen, die dann auch der Zuhörer nachvollziehen kann. Bei manchen Songs versetzte ich mich auch mal in andere Personen oder ein Gefühl, das ich im Moment nicht habe. Da ist es einfacher, nicht zu persönlich zu werden. Einige Dinge aus meinem Leben kommen aber immer wieder vor.

Wie geht´s bei dir weiter in nächster Zeit? Was erwartet uns 2008 noch von Jacob Brass?

Brass: Die ersten Songs für die Platte sind fertig und ich bin im Moment mit der sogenannten Musik-Industrie im Gespräch, wie man die restlichen Songs finanzieren kann und wann und wie das Album erscheinen wird. Ansonsten wird es einige Konzerte 2008 - jetzt endlich in voller Bandbesetzung- geben. In München spielen wir zum Beispiel auf dem Theatron Festival am Olympiasee am 10.05 und auf dem Tollwood Festival am 26.06.

 

Bei Jacob Brass bedankt sich für das Interview: Nina-Carissima Schönrock

(2008)




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