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Kaizers Orchestra: "Gasmasken aus dem Second Hand"
Saturday, 19 April 2008 10:40
Man spricht Deutsch: Kaizers Ochestra
Kaizers Orchestra sind eine symphatische Band aus Norwegen. Mit eher unkonventionellen Instrumenten touren sie gerade durch Europa und begeistern ihre Fans. Ihr aktuelles Album Maskineri haben sie im November 2007 in Berlin aufgenommen. Wir trafen Janove Kaizer, der im richtigen Leben eigentlich Ottesen heißt, zum Interview.

 

Es ist ruhig im Backstage-Bereich des Berliner Postbahnhofs. Die sechs Musiker von Kaizers Orchestra entspannen sich auf Sofas, starren in Laptops oder geben Interviews. Nur noch drei Stunden bis zum Auftritt. Sie sehen noch ganz normal aus, später werden sie edle Anzüge und Gasmasken tragen. Wir sprachen mit Sänger Janove Kaizer über polnische Irrenhäuser, ihre Musik und weibliche Fans.

 

Als ihr euer aktuelles Album "Maskineri" letztes Jahr in Berlin aufgenommen habt, seid ihr länger geblieben, habt ihr da was von Berlin gesehen?

 

Kaizer: Wir waren für einen Monat jeden Tag im Studio von früh um 11 bis 2 Uhr nachts. Dreimal waren wir abends unterwegs. Viel haben wir aber nicht gesehen von Berlin.

 

Was habt ihr für ein Gefühl heute abend? Habt ihr schon mal in Berlin gespielt?

 

Kaizer: Ja, wir haben schon ungefähr neunmal hier gespielt. Es wird sicher großartig. Berlin ist eine der besten Städte für uns.

 

Was steckt hinter dem Song "Die Polizei"?

 

Kaizer: Das ist ein alter Kaizers-Song vom Album "Maestro". Es geht um einen Typen, der aus einem Irrenhaus ausbricht. Mit wichtigen Dokumenten flieht, von Polen nach Deutschland. Die Polizei erwischt ihn und greift hart durch. Sie bringen ihn zur Polizeistation und behaupten, ihn zu kennen und alles über ihn zu wissen. Obwohl er nie etwas gesagt hat.

 

Und warum singt ihr denn ausgerechnet auf deutsch?

 

Kaizer: Die ganze Band versteht ein wenig deutsch, wir können es aber kaum sprechen. Da gab es keinen besonderen Grund. Weil das polnische Irrenhaus "Dieter Meyers Insitusjon" heißt und dem Deutschen Dieter Meyer gehört. Alles ausgedacht und Fiktion.

 

Was ist mit den Gasmasken in euren Videos und auf der Bühne? Gibt es da eine Hintergrund-Geschichte?

 

Kaizer: Wir haben die Masken in einem Second Hand-Laden im Jahr 2000 gefunden. Und seitdem sind sie das Logo der Band. Also keine große Geschichte.

 

Das wird doch richtig heiß unter den Gasmasken, schwitzt ihr da nicht?

 

Kaizer: Ich habe keine Ahnung, ich trage ja keine, ich singe nur. Die trägt nur unser Orgelspieler Helge.

 

Ihr habt eine lange Tour hinter euch, es folgen Auftritte auf Festivals und Konzerte das ganze Jahr. Wie fühlt ihr euch, seid ihr lieber unterwegs oder im Studio?

 

Kaizer: Es ist die Kombination aus beiden. Man wird schnell müde, wenn man nur eine Sache macht.

 

Das Musik-Magazin unclesallys schrieb kürzlich, dass ihr auf eurem neuen Album wenig originell seid und euer Sound immer gleich klingt. Was haltet ihr von den Vorwürfen?

 

Kaizer: Es ist falsch! Es klingt völlig anders, wir haben es in einem völlig neuem Studio aufgenommen mit einem neuem Produzenten. Vielleicht haben sie unsere Alben gar nicht gehört.

 

Was denkt ihr über die nächsten Jahre? Die Zukunft von Kaizers Orchestra?

 

Kaizer: Es sieht vielversprechend aus für uns. Es ist größer und besser als zuvor. Wir verkaufen Alben und die Konzerte werden immer größer. Wir werden dieses Jahr ungefähr hundert Auftritte haben, in den nächsten Jahren vielleicht weniger. Und wir werden natürlich eine neues Album machen.

 

Gibt es ein Unterschied zwischen deutschen Fans und Fans aus anderen Ländern?

 

Kaizer: Nein, das ist die selbe Art von Leuten, Kaizers-Fans eben.

 

Sind euch weibliche Fans lieber oder männliche?

 

Kaizer: Natürlich weibliche. Keine Frage.

 

Bei Janove Kaizer von Kaizers Orchestra bedankt sich für das Interview: Carsten Friedrich

(2008)




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