| Pete And The Pirates: "Für Mami würden wir sterben" |
| Saturday, 11 October 2008 21:28 | |||
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Euer Debütalbum heißt "Little Death". Vielleicht wisst Ihr, dass der gleiche Ausdruck in Französischen, "la petite morte", eine poetische Umschreibung für den Orgasmus ist. Also lasst uns über Sex reden: Wie sexy muss ein Song sein - und wie sexy ist Eure Platte? Jonny Sanders: Ich würde nicht sagen, dass unser Album vorsätzlich sexy ist. Es ist mehr ein romantisches Date, das im Schlafzimmer endet, obwohl Du es vorher niemals geplant hättest. Viele der Lieder sind über Mädchen - fast alle Lieder handeln von Mädchen - und Mädchen sind sexy, also geht das Hand in Hand. "Little Death" hat von Anfang an fantastische Kritiken bekommen. Ist das für Euch eine Erleichterung oder fühlt Ihr Euch dadurch unter Druck gesetzt? Jonny: Keins von beiden, weil wir immer an uns glaubten, dass wir in tolles Album schreiben können. Wir haben nie den Druck gespürt, irgendwie klingen zu wollen oder die Erwartungen von irgend jemanden erfüllen zu müssen. Wir machen nur unser Ding, wie wir es immer getan haben. Und wenn wir eine gute Kritik bekommen, empfinden wir das als echtes Kompliment. Wer steht nicht auf Komplimente! Manche Eurer Songs wie "She doesn't belong to me" oder "Mr. Understanding" klingen zunächst ziemlich leichtherzig und fröhlich. Wenn man dann Eure Videos anschaut, passieren da viele beunruhigende Dinge. Wo kommt denn diese plötzliche Abgründigkeit her? Jonny: Bisher haben wir alle unsere Videos selbst gemacht. Sie entstehen eher spontan. Wir wollen immer etwas Aufwendiges und gut Geplantes machen und werden dabei immer noch surrealer und improvisierter. „Mr Understanding" wurde von uns allen in gemeinsamer Arbeit erdacht und jeder steuerte seine visuellen Ideen bei. So, wie Worte und Musik aus dem Kopf kommen, so ist das auch mit Bildern und visuellen Konzepten, und auch mit Geschichten. Tut mir leid, wenn Dich das verstört hat. Du kannst immer auf "Knots" zurückgreifen, um Dich wieder aufzuheitern. A propos "little death": Gibt es etwas, für das es sich aus Eurer Sicht zu sterben lohnt? Jonny: Mami! Ach ja...!? Anderes Thema: Euer Albumcover und Eure T-Shirts haben ein ganz besonderes, sehr interessantes Design. Wenn ich richtig informiert bin, ist Jonny für diese Kunststücke verantwortlich. Woher nimmst Du Deine Inspiration? Jonny: Ich habe in der Schule zu zeichnen begonnen, aber das war immer so reglementiert. Als ich mit der Schule fertig war, fühlte ich mich frei, so zu malen wie ich wollte und es war egal, ob es realistisch war oder gut oder schlecht oder grob oder lustig. Es gibt keine besonderen Themen - obwohl immer wieder Affen und Bären auftauchen. Das kommt einfach in kleinen Ausbrüchen aus meinem Kopf. Vielleicht reflektiert es so meine Stimmungen. Ich bin Fan von religiösen Gemälden und Bilderwelten, meine Mutter sagt immer, dass meine Zeichnungen aussehen wie die Bilder von Hieronymus Bosch. Was natürlich toll ist! Bei dem gleichen Nachnamen gehe ich mal davon aus, dass Du und Tommy Brüder seid. Ist es leichter oder schwieriger, gemeinsam eine Band zu haben, wenn man miteinander aufgewachsen ist? Jonny: Es ist definitive leichter für uns, miteinander klar zu kommen, denn wir machen Musik miteinander, seit ich 12 war. Wir waren bereits vor den Pirates viele Jahre gemeinsam in einer Band. Ich bin ein großer Fan seiner Musik. Er schreibt tolle Songs - verdammt viel besser, als es heute die meisten erfolgreichen Songwriter tun. Was manchmal nervt, ist, dass unsere Zimmer im Haus so nah beieinander liegen: Ich höre ihn oft singen, wenn ich versuche, Aufnahmen zu machen - und umgekehrt. Soweit ich weiß, habt Ihr alle neben Pete and the Pirates noch andere Projekte: Tap Tap, Pete DOG!, PiratePete etc. Seid Ihr Workoholics? Jonny: Wenn Du es so nennen möchtest...! Ich höre nie auf, Songs zu schreiben, wir schreiben alle ständig Songs. David hat sein Projekt Loretta, ich bin zusätzlich Jonny Ronette. Das alles sind sehr unterschiedliche Dinge, die von Zeit zu Zeit in die Band mit hinein spielen. Das meiste davon bedeutet einfach, unser Ding durchzuziehen. Das ist keine Arbeit für mich, eher eine Therapie. Wer ist eigentlich der Käpt'n von Pete & the Pirates? Jonny: So etwas wie einen Kapitän haben wir nicht. Tom ist der Koch, Pete Dog sitzt im Ausguck. David steuert, ich befehle die Kanonen und little Pete steckt in der Kabine mit dem Rum. Als Piraten: Immer auf hoher See oder eher seekrank? Jonny: Auf hoher See, bitte! Bei Jonny Sanders von Pete and the Pirates bedankt sich für das Interview: Petra Schönhöfer
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Ich wäre gern bei einem Samstagsspaziergang von Andy Warhol und Truman Capote durch New York dabei, um sie dann abends bei ein paar trockenen Martinis Billie Holliday singen zu hören.
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