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The Blood Arm: "Letzte Nacht hätte ich fast geheiratet!"
Friday, 15 May 2009 23:32

The Blood Arm wollen deutsche Kleinstädte rocken"I like all the girls, and all the girls like me". Mit Suspicious Character von ihrem Debüt-Album Lie Lover Lie sorgten The Blood Arm im Jahr 2007 landauf, landab für volle Tanzflächen.

 

Nach einer äußerst erfolgreichen Deutschland-Tour im Rahmen der Jägermeister Rockliga Anfang des Jahres ist das Quartett aus Los Angeles nun erneut in unseren Landen unterwegs, um sein neues, noch unbetiteltes Album zu promoten. LAX-Redakteurin Tina sprach vor dem Auftritt im Münchner Atomic Café mit Sänger Nathaniel Fregoso über deutsche Kleinstädte und die große Liebe.

 

Ihr habt gerade die Vorrunde der Jägermeister Rockliga gewonnen. Wie war das für euch?

Nathaniel: Das hat wahnsinnigen Spaß gemacht! Wir haben gewonnen, und stehen jetzt in Berlin im Finale. Deswegen spielen wir auch noch ein paar Shows in Deutschland.

Wie gefällt es dir denn in Deutschland?


Nathaniel: Ich liebe es! Die Leute sind alle so nett.

Ihr seid ja auch recht beliebt hier. Suspicious Character lief eine zeitlang rauf und runter in den Clubs.

Nathaniel: Wirklich? Das wusste ich gar nicht.

Echt nicht?

Nathaniel: Nein, wirklich nicht. Ich meine, mir ist schon klar, dass die Leute hier unsere Musik mögen, sonst würden sie ja nicht zu den Konzerten kommen. Aber ich wusste nicht, dass wir hier einen Club-Hit hatten!

Wie läuft es denn zuhause in den USA für euch?

Nathaniel: Wir werden zuhause nicht so sehr beachtet wie in Europa. Da sind wir wirklich nur eine sehr kleine Band.  Hier hören die Leute wirklich unsere Musik, und wir können vor einem Publikum spielen, von dem andere Bands nur träumen. Aber ich liebe unsere Heimatstadt Los Angeles! Wir nehmen dort auch gerade unser neues Album auf.

Das wäre eigentlich meine nächste Frage gewesen. Wann kommt denn euer neues Album und was können wir erwarten?

Nathaniel: Die Aufnahmen sind eigentlich alle im Kasten, alles weitere hängt von der Plattenfirma ab. Wenn es nach mir ginge, würden wir die Songs einfach ins Internet stellen. Eins kann ich dir aber jetzt schon sagen: Das Album ist richtig gut!

Gibt es schon einen Titel?

Nathaniel: Nein, noch nicht. Hast du vielleicht eine Idee?

Ich weiß ja gar nicht, wie es klingt!

Nathaniel: Es klingt wie die beste Nacht deines Lebens! Und wie We Are The Champions von Queen. Genau so.

Wir könnten unsere Leser ja zu einem Wettbewerb aufrufen: "Findet einen Titel für das neue Album von The Blood Arm!"

Nathaniel: Das wäre super! Ich brauche das unbedingt Hilfe. Alben zu benennen fällt mir wirklich schwer. Den letzten Titel hat sich unsere Keyboarderin Dyan ausgedacht. Ich bin für alle Vorschläge offen, bitte helft mir! Der aktuelle Arbeitstitel ist übrigens "Another Bullshit Night In Suck City". Aber das ändert sich täglich.

Wer hat sich denn eigentlich euren Bandnamen überlegt?

Nathaniel: Das war ich!

Und was bedeutet der Name The Blood Arm für dich?

Nathaniel: Ich wollte ursprünglich nur, dass wir wie die härteste Band in Los Angeles klingen. Anfangs dachten wohl alle, wir wären eine Heavy Metal-Band. Aber ehrlich gesagt denke ich über Sachen wie Namen und Titel nicht besonders viel nach, da steht also kein tieferer Sinn dahinter. Was denkst du denn, wenn du den Namen The Blood Arm hörst?

Naja, also wenn eine amerikanische Band das Wort Arm, also Waffe, in ihrem Namen hat, drängen sich da natürlich bestimmte Klischees auf, wenn du verstehst, was ich meine...

Nathaniel:
Du meinst, es klingt ein bisschen...seltsam? Das finde ich gut!

Schreibst du auch die Texte?

Nathaniel: Ja, ich schreibe die Texte, dann zeige ich sie den anderen, sie sagen mir, was ihnen nicht gefällt, und dann schreibe ich sie meistens noch einmal um.

Ihr werdet in den Medien ständig mit britischen Bands wie Franz Ferdinand oder Maximo Park verglichen. Sind diese Bands tatsächlich eine Inspirationsquelle für euch?

Nathaniel: Ich sehen diese Bands als Freunde. Es ist jetzt nicht so, dass wir ihre Musik gehört haben, und beschlossen haben, eine Band zu gründen, die so klingt. Übrigens klingt unsere neue Platte sehr amerikanisch. Es heißt eben ständig, dass wir wie eine britische Band klingen, daher wollten wir jetzt klar machen, dass wir eine amerikanische Band sind.

So wie die Killers auf ihrem letzten Album?!

Nathaniel: Nein, viel besser!

Hoffentlich... Wie würdet ihr eure Musik denn selbst beschreiben, so ganz ohne Vergleiche mit britischen Musikern?

Nathaniel: Ich würde sagen, wir klingen wie eine Mischung aus Pretenders, Tom Petty und Ramones. Zumindest auf der neuen Platte.

Spielt ihr heute Abend auch neue Songs?

Nathaniel: Ja, wir werden einige neue Titel spielen. Und ich werde die Leute nach einem Namen für das Album fragen. Ich will heute Abend endlich einen Albumtitel finden!

Gibt es einen Ort, an dem du wirklich gern mal spielen möchtest?

Nathaniel: Im Himmel! Außerdem mag ich persönlich die kleinen Orte, wo normalerweise keine Bands spielen. Ich denke, dass Leute, die in solchen kleinen Städten wohnen, die Musik viel mehr würdigen. Wenn man sich die Mühe macht und nicht nur in großen Städten, sondern auch im Hinterland spielt, das sind immer die besten Konzerte. Ich will in allen kleinen Städten in Deutschland spielen! Es geht wirklich nicht darum, wie viele Leute bei einem Gig sind. Wenn nur 10 da sind, aber die haben richtig Spaß, dann ist das wunderbar. Denn nur darum geht es.

Was hörst du denn im Tourbus für Musik?


Nathaniel: Was halt so auf meinem iPhone ist. Warte mal. (Holt sein iPhone.)
Fiery Furnaces. Kennst du die? Ich bin momentan besessen von denen. Außerdem Velvet Underground und eine Band namens Sweaters aus L.A. Das ist - neben uns natürlich - unsere Lieblingsband aus Los Angeles. Ich bestehe darauf, dass jeder sich diese Band anhört! Sie sind großartig! Die einzige Band, die ich wirklich als Konkurrenz sehe. Ich will immer noch bessere Songs schreiben als sie. Das ist wie mit Blur und Oasis!

Was war denn der bisher beeindruckendste Moment für dich mit The Blood Arm?

Nathaniel: Gestern abend hätte ich fast geheiratet. Ich habe eine wunderbare Frau namens Bernadette kennen gelernt. Wir waren füreinander bestimmt, aber sie hatte schon einen Freund. Darum ist aus der Hochzeit leider nichts geworden. Das war ein denkwürdiger Abend!

Bei Nathaniel Fregoso von The Blood Arm bedankt sich für das Interview: Bettina Koch.

(2009)














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