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The Kilians im Portrait
Wednesday, 03 October 2007 19:04

Keine harmlosen Krieger: The KiliansThe Kilians - das klingt irgendwie harmlos. Da haben sich wahrscheinlich eine handvoll Jungs mit dem ökologisch nachhaltigen, politisch korrekten Vornamen Kilian zu einer Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen und befreien gemeinsam Sonnenblumen. Weit gefehlt! Denn der unschuldige Name Kilian stammt aus dem Altirischen und hat unter anderem die Bedeutung Krieger, Kämpfer. Wie wüst die junge Indie-Band aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken nun tatsächlich ist, hat sich LAX-Redakteurin Petra angeschaut.


Um es vorweg zu nehmen: Niemand der fünf Ruhrpott-Rockern von den Kilians heißt natürlich Kilian. Und zunächst einmal herrschte bei der Wahl des Bandnamen auch eher Bescheidenheit als Kampfeslust. Denn nach eigenen Angaben gefiel Simon (hebräisch: „erhören", Gesang), Dominic (latein.: „dem Herrn geweiht", an der Gitarre), Arne (germanisch: „stark wie ein Adler", auch Gitarre), Gordian (latein.: „aus Gordion stammend", mit dem E-Bass) und Michael (hebräisch: „Wer ist wie Gott?", Trommel) die Figur des subversiven Dieners Kilian aus Carl Zuckmayers Drama Der Hauptmann von Köpenick so gut, dass er bei der Namensgebung Pate stand.

Als Schülerband gegründet, festigte sich die heutige Formation 2005 und The Kilians traten mit ordentlich Gitarrenkrach den Dienst am Publikum an. Schon ein Jahr später wurde es ihnen mit einem Platz 3 in den Campus Charts für den schön ruppigen und beat-lastigen Song Jealous Lover gedankt. Thees Uhlmann von Tomte nahm die Kilians in sein Tourprogramm auf und innerhalb kurzer Zeit war ihre erste, selbst produzierte EP The Kilians vergriffen. Jetzt gingen die Garagen-Raudis, die ihren Sound selbst zwischen Neuem Amirock, Britpop der zweiten Welle und Bluesrock ansiedeln, zum Angriff über: Der Sponsor Red Bull verlieh ihnen Flügel bzw. einen Retro-Tourbus und als Band on the Run probten The Kilians auf kleinen Guerilla-Konzerten den Ernstfall.

Um ihren Bekanntheitsgrad weiter zu steigern, spielen sie auch mal Gigs in den Vorgärten ihrer Fans. Sicher ein nicht immer gleich glamouröses Unternehmen, allein, dieser Kampfgeist hat sich mehr als gelohnt. Vom Rock im Vorgarten zu Rock im Park, so könnte man das bisherige Musikjahr 2007 der lederbejackten Jungspunte beschreiben. Mit ihrer unbefangenen, großmäuligen Attitüde waren sie Anfang des Jahres Support von The Cooper Temple Clause, im April erschien ihre erste offizielle EP bei Vertigo mit klarer Kampfansage: Fight the Start. Von nun an rissen die guten Kritiken und Einladungen zu weiteren Support-Touren nicht mehr ab.

Ob national mit Kettcar oder als Gast bei den schwedischen Sugarplum Fairy - The Kilians haben mit ihrer Mische aus borstiger Stimme, noisy Gitarrenradau, Schießbudenschlagzeug, Popmelodien und Anleihen aus Ska, Jazz und Blues eine Begeisterung ausgelöst, die derzeit nicht zu bremsen ist. Im September ist schließlich ihr Debütalbum erschienen, das auf Platz 75 der Deutschen Charts einstieg. Der Titel bereits ein provokativ-aggressiver Abgesang in eigener Sache: Kill the Kilians. Auch das wieder so ein selbstironisches Späßchen, wie das Ding mit dem „The" im Bandnamen, das je nach Laune mal aus-, mal eingegraben wird. Um aber ganz sicher zu gehen, dass man die zottelhaarigen Buben auf ihrem ersten großen Höhepunkt nicht verpasst, beiße man der letzten Sonnenblume im Garten den Kopf ab und rocke mit den Kilians, solange sie so vorlaut und rotzfrech sind. Petra Schönhöfer




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