| The Age Of Sound im Portrait |
Fünf junge Hamburger Musiker haben unfreiwillig den Soundtrack zu einem traurigen Tag geschrieben. Dass The Age Of Sound aber auch anders können, weiß unsere LAX-Autorin Philomena.
Das erste Mal habe ich The Age Of Sound zufälliger Weise genau an dem Tag gehört, als der Vater einen guten Freundin verstorben ist. Besser gesagt parallel zu ihrem erschütternden Anruf. Im Hintergrund lief der Song Goodbye und was soll ich sagen, es hat mich bewegt. In diesem Augenblick hätte es keine schicklichere Untermalung der Situation und meiner Gefühle geben können, die Tragik der Sache verlor sich in einem Trancezustand meiner selbst und einem unendlichen musikalischen Kosmos. Herzliches Beileid an dieser Stelle auch an die Band, die eine solche Assoziation mit ihrer Musik sicherlich nicht beabsichtigt hat. Schließlich gehört die Dame mit Herren nicht zum örtlichen Trauerinstitut sondern in die Unterhaltungsschiene. Oliver Vogel am Mikrophon, Sebastian Gätcke, Hauke Winkler und Stefanie Cordes an den Instrumenten. Wie dem auch sei, The Age Of Sound wurden also unfreiwillig in meine “Hall of Fame” emotionaler Meisterwerke aufgenommen. Eine Band, die überhaupt erst seit wenigen Jahren Musik macht, seit über einem Jahr erst unter diesem Namen und in dieser Besetzung existiert. Eine Combo, die weder in den Charts noch in großen Konzerthallen zu finden ist, es aber verdient hätte. Formulieren wir es pathetisch: Es gibt Nachwuchsbands mit guten Sängern. Nachwuchsbands mit guten Musikern. Mit Glück findet sich beides an einem Platz. Üblicher Weise handelt es sich hierbei um eine Gemeinschaft, die bereits auf dem Spielplatz miteinander gesandelt hat, in der Schulzeit dann im feuchten, Lärm geschützten Keller des Hausmeisters zum ersten Mal gemeinsam Musik gemacht hat. Dieser Werdegang ist in der heutigen Zeit nichts Besonderes mehr. Es sei denn, die Gruppe hat Herausragendes vorzuweisen. Zahlreiche erfolgreiche Konzerte zu verbuchen, zu denen das Norddeutschland Finale des europaweit bekanntesten Nachwuchswettbewerbs Emergenza gehört. Eigens produzierte Soundtracks für diverse Kurzfilme. Überhaupt legt die Band großen Wert darauf, eigene Werke zu schaffen statt geschaffene Werke lediglich frisch aufzuarbeiten. The Age Of Sound sind eine Band, die ihre Musik nicht für eine exklusive Adressatengruppe spielt, sondern fürs gemeine Volk. Die Menschen, die sich auf Konzerten gerne T-Shirts und CD´s der Gruppe kaufen würden - wenn es solche gäbe… Sich selbst bezeichnen die vier Musiker als „Indie-Rock-Brit-Pop-Beatles-Oasis-Sound-verbindendes-Mod-Happening-auf-acht-Beinen“, ein kleines Wunderwerk, das dazu verleitet „klingt wie“-Formulierungen zur Hand zu nehmen. So wage ich es und behaupte, dass The Age Of Sound so klingen, also wenn Mando Diao gerade Unterricht bei Franz Ferdinand nehmen, während im Hintergrund die Beatles zu hören sind.
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