| The Blue Sinners im Portrait |
| Friday, 28 November 2008 11:39 | |||
Jungsein hat ganz klar einige unschlagbare Vorteile: laut und rotzig sein, auch wenn man nur Bier und Zigaretten am Kiosk holt, „Sex, Party und Rock’n’Roll“-Rausch ohne Erwachen und natürlich die ganz großen Emotionen. Wer sich mal wieder so richtig jung fühlen möchte, vergisst zunehmendes Alter und erste Gebrechen am besten beim ersten Album der neuen deutschen Soon-To-Bes: The Blue Sinners.
Seit Ende 2004 bilden Matze (Bass), Christian (Schlagzeug), Justus (Gesang/Gitarre) und Florian (Gitarre/Gesang) bereits ein stetig erfolgreicheres Bandprojekt. Verbunden sind die Vier aber nicht nur durch ihre Leidenschaft am Musikmachen sondern auch durch die gemeinsame Herkunft aus dem entspannten Uelzen (der niedersächsischen Stadt mit dem Hundertwasser-Bahnhof). Bei so viel Beschaulichkeit ist es eigentlich kein Wunder, wenn die Jungs sich laut „dagegen“ stellen und sich mit wildem Rock auch noch die Fahrkarte in die weite Welt erspielen.
Ein breiteres Publikum bekam den Sound a la "hingerotztrockvomfeinsten" (Band-Zitat) bereits im Rahmen ihrer Auftritten vor The Boss Hoss, Molotov Jive oder Revolverheld zuhören, wo The Blue Sinners ihre Potential als unermüdliche und ausgelassene Vorglüher unter Beweis gestellten. Ohne übertriebenen Respekt wagen sich die Herren dann live auch schon mal an Bob Dylan Cover und stehen stets in regem Publikumskontakt. Mit soviel ungebremster Spielfreude überzeugten sie glücklicherweise nicht nur die Indie- und Rockgemeinde.
So war es kein geringerer als Produzent Guido Lucas (Blackmail, Donots), der auf dem Weg von der Liveshow zum ersten Studio-Album half. Innerhalb von zwei Wochen stand schließlich die Platte Everybody Ready, die in diesem Jahr dann bei Motor Digital des Berliner Labels Motor erschien.
Der Indierocker, der sich mal wieder über nicht zu verkopfte und selbstreflexive Grübeleien freut, bekommt hier eine stimmige Songauswahl, jeder Titel mit einem kaum ignorierbar einladendem Rhythmus. So haben sich die Sinners mit dem Versprechen aus der Nummer You’ll Be Dancing („all night long“) wohl nicht zu viel vorgenommen. Sehr zu empfehlen sind ansonsten der Discoshit Hit oder Hungry Until I Die sowie Welcome the Summer (wie eine Böse-Beach-Boys-Version, aber leider nicht auf dem Album). Bei dieser Musik gibt es nicht viele Schnörkel, keinen Glam, keine Electro-Elemente. Um sich zum Vergleich mit großen Namen zu helfen, denkt man wohl zuerst an Mando Diao (als die Jungs sich auf der Bühne noch ausgezogen haben), die Hives und bei einzelnen Songs wie What’s Down klingt der Gesang dann schon fast so schön rau wie bei einem guten Strokes-Cover.
Die Aussichten sind viel versprechend für diese deutschen Newcomer, ähnlich wie einst bei den Kilians. Und vielleicht geht es ja sogar über den deutschen Suppentellerrand hinaus - gesungen wird schließlich auch in universellem Englisch. Den Biss dazu und die nötige Motivation haben The Blue Sinners auf jeden Fall schon im Gepräck. O-Ton: Doch "ist es besser einen steinigen Weg zu meistern, als auf der glatten weit verbreiteten Oberflächlichkeit dieser Welt auf die Fresse zu fallen und durch mangelnden Halt nicht wieder aufstehen zu können." Everybody ready? Na dann, auf in dem Kampf! Mirjam Miethe
P.S. Vor der größeren Tour 2009 gibt es für Süddeutschland noch eine Live-Kostprobe: Am 6.12. dürfen die Herren aus dem Norden nämlich dem Münchner Atomic-Publikum vorm Auftritt der Eight Legs einheizen.
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Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!