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Poolstar*: 4
Thursday, 27 August 2009 22:08

poolstar_4.jpgDie 4 ist die einzige Zahl, bei der Buchstabenzahl und Zahlenname übereinstimmen. Es gibt 4 Jahreszeiten, 4 Elemente und 4 Himmelsrichtungen. Im Gegensatz zur göttlichen 3 gilt die 4 als Zahl des Irdischen. Zudem ist 4 der Titel des neuen Albums von Poolstar*.


Etwas irreführend ist der Titel ja schon, schließlich handelt es sich bei 4 um die dritte Veröffentlichung der Band aus Berlin. Doch der rotzige Punkrock des Quartetts ist der Erde sehr viel näher als himmlischen Sphären, sodass 4 zumindest aus numerologischer Sicht der passendere Albumtitel ist.

Poolstar* spielen klassischen, erdigen Punkrock. Schnell, einfach und geradeaus. Damit konnten sie bereits einen berühmten Fan gewinnen: Rodrigo Gonzalez, seines Zeichens Bassist der Deutschpunk-Legende Die Ärzte, war von den Jungs so begeistert, dass er sie bei der Jazzfäst-Tour letztes Jahr nicht nur ins Vorprogramm seiner Band holte, sondern gleich noch die Produktion des neuen Poolstar*-Albums übernahm.

Im asiatischen Raum gilt die 4 übrigens als Unglückszahl und entspricht somit unserer 13. Überrascht es da, dass auf 4 genau 13 Songs enthalten sind? Das einzige Unglück daran ist allerdings, dass die Platte nach 40 (!) Minuten schon wieder vorbei ist, denn was Poolstar* hier abliefern, ist äußerst kurzweilig und unterhaltsam.

Töff Malstroem (Gesang), Felix Kinniro (Gitarre), Dr. HouZa (Schlagzeug) und Aalbert von Spree (Bass) haben nämlich nicht nur tolle Pseudonyme, sondern rocken auch noch, was das Zeug hält. Schon der Opener I Killed Someone lässt den Blick unweigerlich auf der Landkarte nach Norden schweifen. Gluecifer, Hellacopters, Backyard Babies und Co. lassen grüßen.

Wie die schwedischen Schweinerock-Kollegen verzichten Poolstar* auf jede Art von überflüssigem Zierrat und reduzieren ihre Songs auf Haut und Knochen. Krachende Gitarren, eingängige Melodien, mehr braucht's nicht. Dass dieses Konzept hervorragend funktioniert, zeigt unter anderem die aktuelle Ohrwurm-Single Something In Your Eyes. Auch die gute Laune, die der lässige Refrain von Summertime verbreitet, ist ansteckender als die Schweinegrippe.

Die Zahl 4 steht übrigens auch für Tod und Leid. Davon gibt es bei Poolstar* jedoch nicht viel zu hören. Große Gefühle werden allein im überraschenden siebten Song, My Rapture, verarbeitet. Auf halber Strecke des Albums wird plötzlich das Tempo rausgenommen und der Gesang drei Töne nach oben geschraubt, bis sich die Spannung in einem verzweifelten Chorus entlädt und das Lied sprichwörtlich mit Pauken und Trompeten endet.

Dann drücken Poolstar* aber gleich wieder ordentlich auf die Punk-Tube. Es muss eine Freude sein, das Quartett (!) live auf der Bühne zu sehen, denn die Jungs sind ganz offensichtlich mit sehr viel Spaß bei der Sache. Zum Abschluss gibt es mit Silverspoon noch einmal eine richtig schöne Mitsing-Nummer ("daba-dab-daba-daba-da"), die schließlichin einem furiosen Finale endet, das zum Gitarrenzerschmettern und Vom-Schlagzeug-Springen einlädt. 4 gewinnt. Bettina Koch

 

VÖ 28.08.09




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