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Editors: In This Light And On This Evening
Monday, 05 October 2009 15:32

Die Editors haben eine neue Platte am Start - die so ganz anders klingt, als erwartet.Das dritte Studioalbum der britischen Editors steht in den Plattenläden und unsere LAXMag-Redakteurinnen Tine, Sara und Tina haben es sich angehört.


Die Editors haben sich umgezogen, auf dem neuen Album In This Light And On This Evening das nette Indierock-Outfit gegen 80er Jahre Synthiesounds getauscht, das charakteristische Klavier durch ein Keyboard und das analoge Schlagzeug durch Drumloops ersetzt. Einzige Konstante ist die sonore, tiefe und unverkennbare Stimme von Tom Smith geblieben.

Papillon, die erste Singleauskopplung, geht mit ihrem industriell elektronisch klingenden Sound sofort ins Blut und bringt die Beine zu Tanzen oder zum Rennen, wenn man das Video gesehen hat. Weitere Highlights sind ohne Frage You Don’t Know Love mit seiner eingängigen Keyboardmelodie und das treibende Eat Raw Meat = Blood Drool. Stücke, die im mittleren Teil durch ihre reduzierten und doch bestechenden Motive überzeugen.

Die neuen Retro-Klamotten stehen den Editors einfach fantastisch. Der Suchtfaktor der neuen Platte ist hoch und ein eindeutiges musikalisches Herbsthighlight! Christine Bulla


 

Das verflixte dritte Album ! Es ist ja oft der Punkt, an dem sich zeigt, ob eine Band genug kreatives Potential hat, um langfristig gute Musik zu machen. Mir schlackern für gewöhnlich die Knie, wenn eine meiner Lieblingsbands ihr drittes Album herausbringt. Und als die Editors unlängst in einem Interview ankündigten, auf der neuen Platte werde es keine Gitarren geben, war mein erster Gedanke: "Bitte nicht!" Bands wie die Killers, Coldplay oder auch Mando Diao kamen mir in den Sinn, die nach ein, zwei guten Alben beim Versuch, sich neu zu erfinden, in die musikalische Beliebigkeit abgerutscht sind.

Die Sorgen waren unbegründet. In This Light And On This Evening klingt anders als die Vorgängeralben, ja, aber es sind dennoch unverkennbar die Editors, die da ans Werk gehen. Das merkt man nicht nur an Tom Smiths unverwechselbarer Stimme, sondern auch an der Düsterkeit, der Energie und der winzigen Prise Hoffnung, die jedes Stück enthält. Das typische Editors-Gefühl eben. Dafür braucht es nicht unbedingt hymnische Gitarren, das lässt sich auch mit Synthie-Sounds und Keyboards wunderbar vermitteln. Inhaltlich knüpft die Platte größtenteils da an, wo der Vorgänger An End Has A Start aufgehört hat: Beim Zweifeln, beim Suchen und beim Verlust. Eines jedenfalls wissen wir aber mit Sicherheit: Auf die Editors ist Verlass. Sara Haußleiter


 

Es muss ein trister, kalter Abend mit beängstigendem Zwielicht gewesen sein, der die Editors zum Titel ihres neuen Albums In This Light And On This Evening inspiriert hat. Auf ihrem dritten Album klingen die Engländer noch düsterer als zuvor. Die Gitarren sind synthetischen Klängen gewichen, die einen faszinierenden Gegensatz zu Tom Smiths unvergleichlicher Stimme bilden. Obwohl die Editors hier eine neue Richtung einschlagen, ist In This Light And On This Evening sofort als Editors-Album zu identifizieren.

Die Industrial-Beats und Synthie-Klänge ziehen den Hörer langsam aber sicher immer tiefer in einen Strudel aus schmerzhaften Emotionen. Angst, Verzweiflung und Verlust sind auch auf diesem Album wieder die dominierenden Themen. Doch ganz wollen die Editors uns nicht in dunklen Gewässern ertrinken lassen. Immer wieder gibt es auch Momente der Hoffnung, die ein kurzes Luftschnappen ermöglichen. Eine Flucht zum rettenden Ufer aber scheint unmöglich. In This Light And On This Evening übt eine hypnotische Faszination aus, der man sich nicht entziehen kann. Den Editors ist mit diesem Album ein bewegendes, aufwühlendes Meisterstück gelungen, vor dem sich wohl selbst Ian Curtis ehrfurchtsvoll verneigen würde. Bettina Koch

 

VÖ: 09.10.09




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