Liebe, Tod und Kräuterschnaps - im letzten Jahr haben Friska Viljor mit ihrem schrägen Folkpop zwischen Melancholie und Freudentanz Deutschland im Sturm erobert und sich mal eben bei der Jägermeister Rockliga gegen namhafte Konkurrenten wie The Whip und The Blood Arm durchgesetzt. Jetzt präsentieren die Schweden uns ihr neues Studioalbum For New Beginnings.
Am Anfang steht immer ein Ende. Die Legende besagt, dass die Bandgründer Daniel Johansson und Joakim Sveningsson nahezu gleichzeitig von ihren Freundinnen verlassen wurden und daraufhin in Stockholm von Kneipe zu Kneipe getingelt sind, um sich erst einmal kräftig einen hinter die Binde zu gießen. Der Abend endete im Aufnahmestudio, wo die beiden am nächsten Morgen so begeistert von den musikalischen Ergebnissen der vergangenen Nacht waren, dass sie schworen, fortan nie wieder nüchtern Songs zu schreiben. Soviel also zur Entstehungsgeschichte des Debüt-Albums von Friska Viljor. Über den kreativen Prozess, der hinter For New Beginnings steht, ist dagegen bis jetzt nichts bekannt. Aber stellen wir uns doch einmal folgendes Szenario vor:
An einem noch etwas kühlen Frühlingsabend in Stockholm sitzen Daniel Johansson und Joakim Sveningsson gelangweilt in einer Kneipe und stellen fest, dass das Leben mit 30 zwar noch nicht vorbei ist, vielleicht aber doch irgendeinen Sinn haben sollte. Oder nicht? Um dieser Frage näher auf den Grund zu gehen, beschließen die beiden, für ein paar Tage in eine einsame Blockhütte in den südschwedischen Wäldern zu fahren, über das Leben nachzudenken und vielleicht ein paar neue Songs zu schreiben.
Im Wald ist es leider noch immer ziemlich kalt, da hilft auch der heiße Glögg und der gute schwedischen Kräuterbitter nur bedingt. Die Grundlage zum Songschreiben ist damit aber geschaffen, und so fassen Johannson und Sveningsson ihre Gefühle zunächst einmal in einen Song namens People Are Getting Old. "I'm thirty, or something, and should have gotten further in life" heißt es da. Ja, alle anderen bauen Häuser und gründen Familien, und Friska Viljor touren im klapprigen Bus durch die Weltgeschichte und schreiben im Wald traurige Lieder über das Leben. Lieder, die Titel wie Daj Daj Die oder If I Die Now tragen und sich vor allem damit befassen, wer und wo man eigentlich sein möchte.
Zur Aufmunterung vergnügen sich die Schweden in der kalten Ödnis mit allerlei Instrumenten. Ob Mandoline, Ukulele, Trompete oder Streicher - alles wird durch den Wolf gedreht, mit Schnaps begossen und mit den melancholischen Texten zu einem erstaunlich stimmigen Gesamtwerk verbunden. Selbst der mitunter beeindruckend schiefe Gesang kann einfach nur als Ausdruck übergroßer Freude bei geschwenkter Glühweintasse gewertet werden.
Mitreißende Rhythmen und Refrains, die irgendwo zwischen Kinderlied und Oktoberfesthit anzusiedeln sind, machen For New Beginnings trotz aller düsteren Gedankenspiele zu einem Freudenrausch. I Want You verleitet zu glückseligem Schunkeln, und die Single Wohlwill beschreibt eine Nacht auf der gleichnamigen Hamburger Straße so gut, dass man sich feiernd mit der Band von Bar zu Bar zu torkeln sieht: "We had been down there for a couple of days, gettin' nothin but drunk and we were lost in a haze."
Es geht also durchaus auch fröhlich bei Friska Viljor. Immer nur einsam im Wald sitzen und über das Leben sinnieren ist ja irgendwie doch auch nix. Bettina Koch
VÖ 23.10.09
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Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!