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Kings Of Convenience: Declaration Of Dependence
Friday, 25 September 2009 01:00
Kings Of Convenience in der KritikGanz ihrem Namen nach verhalten sich die beiden Herbstmelancholiker von Kings Of Convenience bei ihrer neuesten Schöpfung wie immer betont gelassen und sie wagen sich nur selten aus ihrem gewohnten Terrain. Was das für den Hörer oder gar den Herbst an sich bedeuten kann, erfahrt ihr von LAX-Redakteur Flo.

In üblich gediegener Manier wechseln sich die "eher" fröhlichen Songs wie Boat Behind mit den "eher" melancholischen wie Second To Numb oder Riot On An Empty Street (nach dem Titel ihres Debütalbums benannt) ab und schaffen dadurch eine angenehme allgemeine Balance. Die sonoren Stimmen der Herren Øye und Bøe sind ja selten zu einer aufbrausenden Gefühlsregung im Stande.

Was aber nicht grundsätzlich etwas Negatives bedeutet, sondern eigentlich genau das Richtige ist, während man mit einem Bein noch in der vergangenen Sommerliebe und mit dem anderen schon in der Prä-Winter-Depression steckt. Daher hätten sich Simon and Garfunkel Jr. keinen besseren Zeitpunkt für ihre Veröffentlichung aussuchen können.

Dabei wirkt ihre Musik ein bisschen wie ein Stimmungsverstärker. Bilder bauen können sie nämlich: Folkloristische Violinenklänge fordern den Hörer zur Sommerendzeitnostalgie auf, mit Gedanken an Abende am See und Autofahrten in den Sonnenuntergang – oder im nächsten Moment mit einsamen Spaziergängen durch nebelverhangene Morgen. Man möchte die letzten Sonnenstrahlen retten und gleichzeitig die Regentropfen an der Fensterscheibe zählen. Immer mit dem Gefühl, dass der Winter sich irgendwie aufhalten lässt und wie Welt in Ordnung kommt.

So ist alles beim Alten geblieben. Überraschungen sucht man auch dieser Platte vergeblich, obwohl man den beiden nun wirklich keine mangelnde Musikalität vorwerfen kann. Hätten die beiden Musiker doch nur an manchen Stellen ihre üblichen Grenzen überschritten! Dabei hätte man sich zwar vielleicht nicht unbedingt gewünscht, dass Erlend Øye dumpfe Bässe oder funklastige Beats aus seiner Zweit-Band The Whitest Boy Alive mit nach Hause bringt, aber kleine Spielereien wie beispielsweise mit Feist als Gastsängerin auf dem vorherigen Album und Liedern, die in ihrer Traurigkeit oder auch Freude aus den anderen hervor stechen, hätten dieses Album bereichert und die Herbstsuppe etwas einzigartiger gemacht.

Wer es sich schon in wohliger Herbststimmung auf dem Sofa oder in der Badewanne gemütlich gemacht und dabei selbst den Titel 'King of Convenience' verdient hat, kann mit Declaration Of Dependence seinen Herbstsoundtrack auf vertraute Art erweitern. Florian Tenk

VÖ 25.09.09


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