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The Bravery: The Sun and The Moon
Thursday, 20 September 2007 11:48

The Bravery in der Kritik Wer ein Knalleralbum erwartet wie das erste, The Bravery, ist vielleicht nicht unbedingt enttäuscht, aber zumindest erstmal irritiert. Angesichts der Popklänge auf The Sun And The Moon wird der ein oder andere noch mal nachschauen, ob es sich tatsächlich um The Bravery handelt, was da im CD-Player seine Runden dreht. So rund wie die CD und die Ecken der CD-Hülle ist nämlich auch der neue Sound der New Yorker, findet unsere Redakteurin Eva Deinert.

 

Doch, auch Pop funktioniert bei den Herren: Gleich bei dem ersten, dem Intro folgenden Song I Believe ist das Single-Potential kaum zu überhören. Der Song schlägt zwar nicht ein wie der sensationelle Song No Brakes vom ersten Album, hat aber auf jeden Fall Hit-Potential. Ebenso verweilt auch das poppige This Is Not The End gerne in den Gehörgängen. Neben dem eingängigen Gute-Laune-Refrain besticht die Nummer durch die Texte, die nun schon eher daran erinnern, wer hier eigentlich singt. Doch bei Song Nr. 4 angekommen, Every Word Is A Knife In My Ear, braucht schließlich niemand mehr auf das CD-Cover schauen: Ja, das sind THE BRAVERY, wie man sie liebt. Nach diesen drei tollen Songs fragt man sich schon, warum dann Time Won't Let Me Go die erste Single geworden ist, ein Song mit Ok-aber-super-ist-was-anderes-Prädikat.

 

Generell haben sich The Bravery neben der Musik auch sprachlich reduziert: von dubbdubbdudu über leieleielei bis hin zu bababa ist alles dabei und kaum ein Song ohne Lautmalerei. Zum Schmunzeln bringen einen die Jungs mit den Ideen auf jeden Fall und teilweise drängt sich die Frage auf, ob da nicht auch ein Fünkchen Selbstironie dahintersteckt, wenn wieder eine neue Silbenkombination im Hintergrund auftaucht und die Lautspielereien so konsequent verfolgt werden, dass auch das am Ende eine runde Sache ergibt.

 

Die minimalistischen Silben werden in Bad Sun dann nur noch zu einem Pfeifen. Dass das Mitpfeifen von Hooklines eine Hitgarantie in sich birgt, liegt in der Natur der Sache - man denke nur an Paul, Bjorn und John, die mit ihrem Young Folks im vergangenen Jahr einen globalen Ohrwurm ausgelöst haben. Jetzt haben wir noch eine zweite Melodie zum Pfeifen! Und eine schöne noch dazu!

 

Wer sich dennoch fragt, wo denn plötzlich die vielen Gitarren herkommen und wo der Synthesizer-Sound geblieben ist, dem sei gesagt, dass Gitarren-Fachmann Brendan O'Brien als Produzent (Pearl Jam, Rage Against The Machine) am neuen Album mitwirkte. Das ist besonders deutlich an Tragedy Bound und dem Rausschmeißer The Ocean zu hören. Zu den Zeilen „Ooooh, the ocean rolls us away" in Kombination mit Akustikgitarre drängt sich einem förmlich das Bild eines Pfeife rauchenden Krabbenkutter-Kapitäns, der auf die Nordsee schippert auf. Ob das von THE BRAVERY geplant war - wer weiß. Aber schön ist es trotzdem.

 

Zum Abschluss noch ein bisschen Philosophie: Man kann das Wendecover der CD (je nach Stimmung blau oder gelb) auch symbolisch für die neue Seite der New Yorker deuten: Egal ob blau oder gelb, Rock oder Pop, es sind immer noch The Bravery - und deshalb ist auch das Album sensationell. (Eva Deinert)


VÖ 07.11.07




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