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Reingehört: White Rabbits, Spoon, Cold War Kids
Saturday, 23 January 2010 19:00

White Rabbit, Spoon und Cold War Kids in der KritikAuf den ersten Blick haben weiße Kaninchen, Löffel und die Kinder des Kalten Krieges nicht viel gemeinsam. Musikalisch betrachtet kommen sie jedoch alle aus den USA, und zwei davon teilen sich sogar den Produzenten. Ob sich diese subtilen Gemeinsamkeiten auf die aktuellen Veröffentlichungen von White Rabbits, Spoon und Cold War Kids auswirken, erfahrt ihr hier.


Spoon - TransferenceSpoon: Transference
VÖ: 22.01.10

Diese vier Männer aus Austin, Texas haben es nicht leicht: 16 Jahre machen sie nun schon Musik, doch der große Wurf für den allgemeinen Durchbruch gelang ihnen immer noch nicht. Für ihren Fankreis und Liebhaber anspruchsvoller Musik aber vielleicht gar nicht so schlecht, denn nach dem Vorgängeralbum, welches für Spoon-Verhältnisse relativ poppig wurde, ist man bei Transference wieder zurück zu seinen Lo-Fi-Wurzeln gegangen.

Wer die Band allerdings mit dieser Platte kennen lernt, wird es zugegebenermaßen nicht besonders leicht haben. Sehr spärlich, ja geradezu wie eine bessere Demo-Aufnahme, klingt der erste Titel Before Destruction, der nicht wirklich eine einladende Begrüßung darstellt. Danach erklingen zwar die typisch abgehackten Riffs in Gitarren-Klavier-Schlagzeug Kombination, enden aber genauso abrupt, wie sie begannen. Damit kann mancher Hörer beim ersten Durchgang vielleicht nicht allzu viel anfangen.

Die Mühe, die Musik bewusst zu hören und nicht nur nebenbei laufen zu lassen und in sich aufzunehmen, bis sich der Stil tatsächlich übertragen hat, lohnt sich allerdings sehr. I Saw The Light überzeugt mit einem spannungsvollen Klavierpart, der dem Song ein Gefühl von Unendlichkeit vermittelt, bevor dieser mal wieder relativ unvermittelt abbricht. Who Makes Your Money wartet sogar mit pochenden Elektrosounds auf, und der dreckige Gitarrenriff der ersten Single Got Nuffin steht auf diesem Album sowieso außer Konkurrenz.

Transference ist wie eine Retrospektive der Bandgeschichte, die sämtliche Facetten ihres Stils auf äußerst runde Art widerspiegelt. Ihre Fangemeinde damit zu erweitern, wird vielleicht schwierig werden, ihre überzeugte Anhängerschaft in Lobeshymnen ausbrechen zu lassen, allerdings keineswegs. Florian Tenk

 

White Rabbits - It's frighteningWhite Rabbits: It's Frightening
VÖ: 22.01.10

Britt Daniel, Spoon-Mastermind - und nein, wir haben uns nicht in der Überschrift geirrt - hat nicht nur sein zuvor besprochenes eigenes Werk in den letzten zwei Jahren geschaffen, sondern war auch Produzent der zweiten Platte der White Rabbits. Der Fluch des Zweitwerkes, welcher über viele Indiebands leider hereinbricht, erweist sich hier jedoch als guter Zauber.

Wo die sechs Jungs früher zwar voller Euphorie am Werk, jedoch ziemlich auf Lautstärke fixiert waren und ihre beiden Schlagzeuge bearbeiteten, als gäbe es kein Morgen mehr, wirkt schon der hitverdächtige Opener Percussion Gun viel überlegter und büßt trotzdem nicht an Intensität ein. Diese Entwicklung lässt sich gut gelaunt auch bei fast jedem weiteren Stück auf dieser Platte erkennen.

Das schöne an It's Frightening ist, dass die Einflüsse des Produzenten nur sehr subtil zu hören sind. Der neue Mut zu Disharmonien, mehrstimmigen Gesang und Off-Beats, die neben dem Takt schleifen, lassen sich teilweise sicher auf Spoon zurückführen, dabei bleibt die Band trotzdem immer ihrem eigenen Stil treu. Dieser ist nun abwechslungsreicher, entspannter und bietet trotzdem genügend Spielraum für einschlagende Gute-Laune-Songs.

Hervorzuheben ist auch das Klavier, das besonders in Rudie Fails und They Done Wrong / We Done Wrong so virtuos auf der Grenze zwischen Schlicht- und Verspieltheit klimpert, als wäre Ben Folds persönlich am Werk gewesen. War er aber nicht, denn dass haben die White Rabbits eigentlich auch gar nicht nötig. Beim nächsten Mal sollten sie einfach versuchen die letzten beiden Songs nicht ganz so klingen zu lassen, als wären ihnen die Ideen ausgegangen - und ein perfektes Indie-Pop-Album wäre mal wieder geboren. Florian Tenk

 


coldwarkids_behaveyourself.jpgCold War Kids: Behave Yourself
VÖ: 29.01.10

Zwei Jahre nach dem letzen Langspieler gibt es endlich ein neues Lebenszeichen von den Cold War Kids. Die fünf Songs auf Behave Yourself entstanden während und nach den Aufnahmen zu Loyalty To Loyalty: "Sie gehörten nicht dorthin, aber sie blieben einfach da und verlangten, dass man ihnen zuhörte", so Sänger Nathan Willet.

Wir können dankbar sein, dass Willet und seine Bandkollegen diese Songs schließlich eingefangen und auf CD gepresst haben. Denn nach dem eher enttäuschenden Zweitwerk Loyalty To Loyalty, auf dem die Band sich oft in stilistischen und musikalischen Experimenten verlor, besinnen sich die Cold War Kids nun zurück auf ihre Blues-Wurzeln.

Behave Yourself knüpft wieder an das hochgelobte und vielverkaufte Debüt-Album Robbers & Cowards an und führt den dort einst eingeschlagenen Weg konsequent weiter: Mit groovenden Gitarren und Honky-Tonk-Pianos wecken die vier Jungs aus Kalifornien in knappen 15 Minuten die Vorfreude auf das nächste Album. Bettina Koch



 

 

 




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