| Rufus Wainwright: All Days Are Nights: Songs For Lulu |
| Sunday, 02 May 2010 13:29 | |||
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Ich habe es dem guten Jungen nicht leicht gemacht. Geboren wurde er in eine klassische Künstlerfamilie, in der es fast keinen Ausweg gab, als einen ähnlichen Weg zu bestreiten. Zu allem kam ein Vater mit erhöhten Aggressionspotential, sowie die eigene Homosexualität, mit der sich Rufus auseinander setzen musste. Doch der Junge hat sich gut geschlagen, jahrelang hat er seine Zeit damit verbracht, hervorragende Popalben zu produzieren oder sich gar an eine große Oper zu wagen. Jahrelang hat er nicht gemerkt, dass ich nur auf den Moment der Schwäche gewartet habe und ihm schon im Nacken saß, für den passenden Augenblick. An einem grauen Januartag war es soweit: Als seine geliebte Mutter starb, habe ich zugeschlagen. Ich säte Selbstzweifel in sein Werk, in sein Leben. Er sehnte sich nach seinem Klavier und verfluchte es gleichzeitig, sein Kopf wusste was zu spielen war, doch seine Fertigkeit ließ es nicht zu. Über allem schwebte der dunkle Schatten der Trauer um seine Mutter. Die Situation war perfekt und ich fühlte wie er sich mir immer weiter näherte. Dem Abgrund. Der Dunkelheit. Er musste mir ins Auge sehen und ein Opfer bringen. Rufus kannte dabei keine Grenzen, er zog sogar William Shakespeare zu Rate, der sich schon längst in meinem Gefolge befand. Doch für Rufus schien die Musik mehr der Liebe Nahrung zu sein. Und er spielte weiter. Er versuchte sich an die Vergangenheit zu klammern und interpretierte ein Lied seiner Oper neu auf dem Klavier. Er versuchte sich auch an den Rest seiner Familie zu klammern und schrieb seiner Schwester ein wehmütiges Liebeslied. Wie das Klavierspiel ein Tanz zwischen weißen und schwarzen Tasten ist, war auch sein Schaffen ein Tanz zwischen schwarz und weiß. Zwischen Tag und Nacht. Oft glaubte ich schon fast ihn verloren zu haben, doch hin und wieder glitt er in Einfallslosigkeit hinab und ich konnte mahnend meine Hände nach ihm ausstrecken. Manchmal schaffte er es sich mir zu widersetzen, doch bei dem ein oder anderen seiner zwölf Opfergaben schnappte meine Falle zu und er bemerkte nicht meine Anwesenheit. Doch leider musste ich mich geschlagen geben, zu viel Kraft hat er in sein Werk gesteckt. Er hat mich nun nicht mehr nur als Schatten in seinen Augenwinkeln ausgemacht, sondern meine Stärke erkannt und mir getrotzt. Und seine Schwäche, seine Angst vor dem Scheitern, als Katalysator für seine Kunst eingesetzt. Die Trauer in positive Energie verwandelt, schweben seine zwölf Werke größtenteils in Leichtig- und Kunstfertigkeit dahin, er und das Klavier sind engere Freunde geworden, als ich es geahnt hätte. Und schließlich bleibt mir nichts anderes übrig als sein Opfer anzuerkennen. Für den Moment. Doch eines sei dir gesagt, Rufus, ich kann warten, ich werde dich nicht vergessen, so lange die Menschen an ihrer Kunst zweifeln, werde ich sein. Denn ich bin das alles. Ich bin Lulu. Florian Tenk
VÖ: 30.04.10
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Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
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ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!