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Foals: Total Life Forever
Tuesday, 04 May 2010 17:05

Foals - Total Life ForeverNeues aus England: Das lang ersehnte zweite Album der Foals steht in den Läden. Total Life Forever nennt es sich und auf ihm haben die Oxforder Jungs um Sänger Yannis Philippakis zwar den Indie Rock nicht gänzlich neu erfunden, ihrem Sound aber im Gegensatz zum Debut Antidotes von 2008 deutlich mehr Platz für Synthie Klänge und chorale Gesänge eingeräumt und dafür die tanzbare Verspieltheit, wie bei ihren früheren Hits, etwas hinten angestellt. Cassius is over…

Damit schlagen sie eine Richtung ein, die in England gerade sehr beliebt und populär ist, weshalb man beim Hören oftmals unbewusst den Vergleich mit Bloc Party, Two Door Cinema Club, Hard-Fi und auch Radiohead oder den "neuen" Editors ziehen möchte.

Auf dem Album finden sich dementsprechend viele stimmungsvolle und auch düstere Songs, die man laut hören muss und die perfekt sind für Momente, bei denen man sich denkt, die Welt gehört einem alleine, Augenblicke, in denen man sich frei fühlt und einfach nur glücklich ist in der Verbundenheit mit der Musik. Das klingt esoterisch, ist aber gar nicht so weit hergeholt, sind doch die Songtexte inhaltlich vom Existenzialismus und Grundthemen wie Liebe und Tod geprägt.

Spanish Sahara, ist die erste fast 7-minütige Singleauskopplung, der viel Raum gegeben wird. Wie ein Duft, welcher sich erst voll entfalten muss, bis er seine Wirkung entfacht, beginnt das Stück ruhig und entspannt in einer sehr melancholischen Grundstimmung mit Gesang und Gitarre, steigert sich immer mehr und explodiert zur Mitte hin mit verzerrter Stimme, Synthie-Gespiele und viel Bass. "I´m the fury in your head, I´m the fury in your bed" singt Yannis Philippakis - und in dem Augenblick fühlt es sich wirklich so an. Alabaster schwebt mit seinen sphärischen Klängen weit über dem Boden. Total Life Forever ist tanzbar, trotz des fast düster wirkenden choralen Zwischenteils. Auch Afterglow lässt die Gliedmaßen zucken, selbst wenn das Album an sich eher elektronisch-emotional von schwebendem Synthiesounds geprägt und weniger rebellisch-rockig ist.

Viele Stücke warten mit elegischen Synthie- und Gitarrenparts auf und erden dann doch wieder mit Schlagzeugbeats. Früher wurde die Band wegen ihrer gitarrenlastigen Rhythmen oft in den Kontext des Math-Rock gerückt. Jetzt stehen neben der Gitarre aber ebenbürtig die Pop-Spielereien.

Foals liefern mit Total Life Forever ein Album ab, welches sie nicht unsterblich machen wird, aber definitiv am Ende des Jahres hoch oben in den Top Listen zu finden sein wird. Christine Bulla

 

(VÖ: 07.05.10)




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