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Reingehört: Robert Carl Blank, The Drums, Imperial State Electric
Thursday, 10 June 2010 19:57

reingehrt_rcb_drums_ise.jpgSurfpop, Singer/Songwriter oder Schwedenrock? Jungspunde oder alter Hase? LAX-Redakteurin hat in drei Platten reingehört, die alle das Potential zum Sommerhit haben. Ob schließlich die sanften Klänge oder die fetten Riffs das Rennen gemacht haben, erfahrt ihr hier!


robert_carl_bank.jpgRobert Carl Blank: Last Time I Saw Dave
VÖ: 11.06.10

Robert Carl Blank ist ein Weltenbummler, wie er im Buche steht: tschechische Wurzeln, aufgewachsen in Frankfurt, nach dem Studium dann erst mal ein paar Jahre als Musiker in Australien und den USA unterwegs. Jetzt ist der Singer/Songwriter zurück in Deutschland und präsentiert sein neues Album Last Time I Saw Dave.

Man hört der Platte an, dass Blank weit rumgekommen ist. Ja, man sieht ihn förmlich mit ausgestrecktem Daumen an der Straße stehen, den Rucksack auf dem Rücken und die Gitarre in der Hand. Ein bisschen Straßenmusiker steckt in jedem der 12 Tracks. Blank bewegt sich irgendwo zwischen Ryan Adams und Jack Johnson und überzeugt durch ausgeklügelte, warmherzige Kompositionen, ohne jemals in Singer/Songwriter-Klischees abzudriften.

Last Time I Saw Dave wurde wie schon der Vorgänger Soul Circus weitestgehend analog aufgenommen und überzeugt so durch einen erdigen, grundehrlichen Sound. Keine technischen Spielereien, keine übertriebenen Details - einfach nur wunderbar entspannte Songs über die Sehnsucht und Hoffnung. Man möchte sofort ins Auto steigen, die CD in den Player schieben und der Sonne entgegen fahren. Bettina Koch

 

 

drums.jpgThe Drums: The Drums
VÖ: 04.06.10

Blonde Jungs, die dynamisch am Strand entlang rennen und „I wanna go surfing" singen - mit Let's Go Surfing haben The Drums im letzten Winter selbst in betonierten Großstädten die Sehnsucht nach der perfekten Welle geweckt und einen der Überraschungshits des Jahres gelandet. Jetzt steht endlich das Debüt der New Yorker in den Läden, doch kann es wirklich halten, was der Single-Hype verspricht?

Zugute halten kann man The Drums in jedem Fall, dass ihr Sound einen hohen Wiedererkennungswert hat. Eine Lo-Fi-Mischung aus The Cure und Beach Boys mit gnadenlosen Hooklines. Alles klingt fröhlich, locker unbeschwert, nach Sommertagen am Baggersee.

Leider haben längst nicht alle Songs auf The Drums das Potenzial, den Sommer zu überdauern. Dazu werden die gleichen Ideen einfach zu oft wiederholt, zum Beispiel bei I Need Fun In My Life, das eine fast schon exakte Kopie von Let's Go Surfing ist. Allerdings funktioniert ein guter Song eben meist nur einmal und nicht in mehrfacher Variation. Richtig gute Songs sind auf diesem Debüt aber dünn gesät. Das Album plätschert dahin wie die Wellen an einem windstillen Sonntagnachmittag, aber richtig aufregend wird es selten. Bettina Koch

 

 

ise.jpgImperial State Electric: Imperial State Electric
VÖ: 28.05.10

Nachdem The Hellacopters nun ja leider endgültig Geschichte sind, haben wir uns natürlich ganz ungemein gefreut, als Nicke Andersson ein Solo-Album angekündigt hat. Man konnte gespannt sein, was das schwedische Rock-Genie jetzt schon wieder ausgeheckt hat. Das Ergebnis firmiert nun unter dem Namen Imperial State Electric.

Das sieht natürlich erst mal nach neuer Band aus, tatsächlich ist Imperial State Electric aber ein Solo-Projekt, bei dem mehr Alleingang wohl kaum möglich gewesen wäre. Schließlich hat Herr Andersson so ziemlich sämtliche Instrumente von Gitarre über Bass bis Percussions höchstselbst eingespielt. Das Ergebnis hat mit dem dreckigen Schweinerock der Hellacopters allerdings nur noch am Rande zu tun.

Stattdessen hat sich Nicke Andersson wohl im stillen Kämmerlein mal vorgenommen, die längst fällige musikalische Brücke zwischen den Beatles und Kiss zu schlagen. Fette Riffs und Gitarrensoli, ein bisschen Alice Cooper aus den späten 70ern, ein paar Melodiebögen, die The Kinks nicht schöner hätten schreiben können - Imperial State Electric ist schlichtweg ein Geniestreich. Zwar wird Nicke Andersson damit vermutlich nicht die Tanzflächen der einschlägigen Clubs füllen, dafür hat man hier ein Album in der Hand, das man von vorn bis hinten durchhören kann, ohne überhaupt nur einmal dran zu denken, die Skip-Taste zu betätigen. Wenn das mal nicht eine DER Platten des Jahres wird! Bettina Koch

 

Reinhören: Imperial State Electric - Resign (live im norwegischen Fernsehen)

 

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