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Donots: Coma Chameleon
Tuesday, 22 January 2008 01:01

Gott sei Dank keine 80er-Jahre-Revolte: Das Coma Chameleon der Donots

Der erste wie der letzte Titel könnten gemeinsam das Thema der neuen Platte mimen: Break my stride – somewhere someday. Scheinbar war es genau jetzt an der Zeit, einen Schritt in eine andere Richtung zu machen. Die Donots haben sich mit Coma Chameleon selbst verwirklicht – und ein jeder darf 37 Minuten lang an den bisher unbekannten Reizen der Band teilhaben. Am 28. März werden die Donots zeigen, dass sie nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst verändern können. Wir haben das Album vorab schon mal für euch Probe gehört.

 

Die Donots sind mit Coma Chameleon zurück auf der Bildfläche und widmen die ersten Takte des Albums hörbar dem Mann, der ihnen diese Veränderung mit ermöglicht hat: Kurt Ebelhäuser von Blackmail. Er ist einer der beiden Produzenten, die den Donots mit ihrem neuen Album einen wahren Befreiungsschlag zugesprochen haben. Ziemlich genau ein Jahr haben die Musiker jetzt an diesem Neubeginn gearbeitet und es geschafft, aus dem Donots-Prinzip auszubrechen.

 

Nach 15 Jahren Bandgeschichte und sechs veröffentlichten Alben kam der Bruch, der eine Band entweder weiterentwickelt oder trennt: Eine Best-Of-CD. Im Falle der fünf Ibbenbürener führte dieser historische Augenblick erfreulicher Weise ins Tonstudio 45 in Koblenz.

 

Sicherlich, Rock ist es immer noch. Aber vom bisherigen Gute-Laune-Rotz-Rock haben sie sich jetzt ein deutliches Stück weg bewegt. Der Sound auf Coma Chameleon ist aggressiver als alles, was die Donots bisher abgeliefert haben. Sie sind einmaliger geworden, unverwechselbarer. Menschen, die den Werdegang der Band nur mit halbem Ohr mitverfolgt haben, könnte man sagen: Sie sind jetzt mehr Billy Talent als Green Day oder Jimmy Eat World. Pogo statt Parade tanzen.

 

Wem diese Entwicklung nicht ganz geheuer ist, kann sich die Songs mit dem höchsten Donots-Wiedererkennungs-Effekt ja in der Dauerschleife anhören: New Hope For The Dead, Anything und The Right Kind Of Wrong klingen noch am ehesten wie damals, wenn auch mit mehr Feinschliff.
Ansonsten hat sich die Gruppe einiges getraut. Liebevoll eingängige Depressionsmelodien für eine bessere Welt in Stop The Clocks, Hymnen-artige Gitarrenwände mit Aufprall-Garantie bei This Is Not A Drill. Zwischendrin Piano-Lines und lebenserhaltende Maßnahmen für Ohrwürmer.

 

Am Ende des Albums stellt sich die Frage, ob bei der Vielfältigkeit der Instrumente, Einflüsse und Harmonien wirklich jeder Song von den Donots ist. Ja, sind sie. So steht Coma Chameleon sinnbildlich wie wörtlich für den wieder-erkämpften Platz der Donots in der aktuellen Musikwelt. Ein Platz, den sie sicherlich nicht so schnell wieder räumen werden. Mit der Zeit gewachsen, erfolgreich über sich hinausgewachsen. (Nina-Carissima Schönrock)

 

Absoluter Anspieltipp auf der Platte: Pick Up The Pieces - das wahrscheinlich markanteste Stück des Albums und Inbegriff der Donot´schen Erneuerung.

 

VÖ 28.03.2008




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