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Superpunk: Why not?
Sunday, 27 January 2008 22:31

Superpunk in der Kritik Neues aus der Seelenklemptnerei an der Alster: Nach mehr als drei Jahren Pause veröffentlichen Superpunk mit Why not? ihren vierten Langspieler. Sie müssen sich während dieser Zeit ein wenig beim Älterwerden beobachtet haben, die Jungs um den Sänger und Gitarristen Carsten Friedrichs. Anders ist es nicht zu erklären, dass ihr neues Werk etwas resignierter und melancholischer klingt, als man es von dieser Hamburg-Münchnerischen Band gewohnt ist. Doch das Schöne ist, dass auch weiterhin gilt: Superpunk wirken selbst auf Menschen tröstlich, die noch gar nicht traurig sind.

 

Zum Reinhören: Ein bisschen Seele

 

Musikalisch greifen Superpunk wieder auf die verlässliche Mischung aus Northern Soul, Punk und Garagenrock zurück. Somit bleibt irgendwie alles beim Altbekannten, Why not? verweilt an diesem hübschen Ort in der Musikgeschichte, an dem sich auch der Vorgänger Einmal Superpunk, bitte! niedergelassen hatte. Das ist keineswegs tragisch oder gar bedauerlich, Vokabeln wie Stillstand müssen nicht bemüht werden, niemand ändert ein bewährtes Rezept. Neu an der Platte sind jedoch die schwermütigen Töne, die sich immer wieder in das fröhliche Orgelspiel von Thies Mynther einschleichen, das macht die Midlife Crisis.

 

Zum ersten Mal kommt es vor, dass sich Superpunk auch selbst ein bisschen Trost spenden müssen. Mit den Jahren kommen eben auch die Angstzustände und diese ziehen sich durch das gesamte Album. Da gibt es Feststellungen wie Baby, ich bin zu alt oder Ich funktioniere nicht mehr. Schlimme Schicksale, die einem im Alter blühen. Elvis wurde „sehr, sehr fett", Marlon Brando sogar „sehr, sehr, sehr fett." Das Stück, in dem die Prominentenbiografien aufgearbeitet werden, ist benannt nach dem AC/DC-Sänger Bon Scott, der nach einer exzessiven Kneipentour auf der Rückbank eines Freundes an seinem eigenen Erbrochenen erstickte.

 

Bon Scott ist damit den tragischkomischen Tod gestorben, der so gut zu Superpunk passen würde. Nur: Bei Superpunk hört es lange vor dem Sterben auf, ihre Musik ist vielmehr die Medizin, die man immer im Haus haben sollte, wenn es einem so verzweifelt schlecht geht, dass man lieber sterben würde. Superpunk lehren einen den süffisanten Blick auf die Welt. Hört man die Textzeile „Ich sehe seltsam aus, ich trage die Kleider meiner Schwester auf", dann weiß man, hier musste sich nicht nur etwas reimen, sondern das Leben geht auch weiter. Mit Superpunk hat man Spass, wo überhaupt kein Spass mehr ist. Einmal Superpunk, bitte! (Florian Zick)


VÖ 25.01.08




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