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Ja, Panik: The Taste And The Money
Wednesday, 09 April 2008 15:29

Nichts mit Coolbleiben: Das neue Album von Ja, PanikSchon im Oktober 2007 ist The Taste And The Money von Ja, Panik in Österreich erschienen. Jetzt kommt die neue, bereits zweite Platte der Band auch in unsere Plattenläden. Höchste Zeit, findet Nina vom LAXMag, und erklärt, warum man an dieser Band in Zukunft nicht mehr vorbei kommt.

 

Auf den ersten Blick halten sich Ja, Panik an das Erfolgskonzept eines Albums. Der erste Titel der Platte ist gleichzeitig Namensvetter desselbigen. Ein doppelter Grund dafür, dass der Song der Knaller der Geschichte sein müsste.

Im Fall von The Taste And The Money trügt der Schein allerdings. Ein wunderschönes Einstiegsstück, das schwer an Bright Eyes erinnert und einen zweifeln lässt. Daran, ob Ja, Panik wirklich den Rotzrock machen, den man von ihnen erwartet hatte, von dem man andere schon hat munkeln hören. Gut, denk man sich und findet sich mit soften Klängen und gehauchtem Gesang ab, bis der zweite Song Marathon einem augenblicklich die Fehlvorstellung des Albums zerschlägt. Zum Vorschein kommt, was man sich heimlich erhofft hatte:

Verspiele Klänge, eingebettet in Gitarrenwände und vorallem eine ganze Menge musikalisch-experimentelle Abwechlsung. Die zeigt sich in Ukulelen (Mein Lieber) und Rock´n´Roll (Swing Low, Sweet), deutschen Texten sowie englischsprachigen Songs und häufigen Stilwandlungen. "Bedient euch, schöpft aus dem Vollen eines Jahrhunderts, setzt es in neue Formen!", so formulieren es die fünf Musiker selbst auf ihrer Website.

Wie sollte man das neue Album von Ja, Panik in vergleichbare Worte fassen? Eine wild kombinierte Melodienauswahl wie bei Superpunk, die musischen wie textlichen Spielereien von Die Türen, trotziger Gesang á la Madsen. Sie sind allesamt Vertreter der bekannten Deutschrock-Dynastie, in die sich Ja,Panik individuell und erfolgreich eingliedern könnten.

Aber genau hier kommen wir an einen wichtigen Wendepunkt deutschsprachiger Trendmusik. Denn Ja, Panik sind wider Erwarten kein nationales Kulturgut, sondern österreichisches! Dass der Musikmarkt unserer Nachbarn kleine Juwelen hervorbringen kann, haben uns bereits im letzten Jahr Jonas Goldbaum bewiesen. So kommt die nächste Welle deutscher Rockmusik vielleicht ebenso aus Österreich wie Britrock aus Schweden und Dänemark.

Zurück zur Band. Drei Jahre Geschichte, zwei Alben, ein unglaublicher Sound, kein Mainstream. Wer also auf eine deutliche Weiterentwicklung der momentanen Musikwelt gewartet hat, sollte nicht mal daran denken zu zögern, sich The Taste And The Money von Ja, Panik im nächsten Plattenladen zu besorgen. (Nina-Carissima Schönrock)


VÖ 11.04.2008

 

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