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Blood Red Shoes: Box of Secrets
Blood Red Shoes in der Kritik: Box of SecretsDie Blood Red Shoes sind genau das, was die Rock-Szene gebraucht hat: Ein ungeschliffener Rohdiamant mit Ecken und Kanten, der zwar noch weit weg von der Perfektion ist, aber dem Indie-Einheits-Brei aufzeigt, dass dieser mittlerweile wie eine Murmel im Sandkasten des Kinderspielplatzes daher kommt. Das LAXMag hat für euch in die neue Platte "Box Of Secrets" reingehört.

 

Gepflegt, gewaschen und gut frisiert - Attribute, die zu vielen englischen Bands passen. Während auch alle wohl ihre Klamotten im selben Laden in der Londoner Carnaby Street einkaufen und gleich klingen, gehen die Blood Red Shoes einen anderen Weg und sehen dabei trotzdem gut aus.

Das Duo aus Brighton ist definitv härter und kantiger und liefert uns einen eigenen Sound. Die Gitarren sind tiefer gestimmt, die Riffs tougher, die Melodien stechender. Kurzum: Kein Easy Brit-Rock-Listening sondern Punk-Hymnen mit eingängigem, zweistimmigem Gesang, da sich Gitarristin Laury-Mary Carter und Schlagzeuger Steven Ansell das Mikrophon brüderlich teilen. Nein, sie sind keine Geschwister, und falls sie ein Paar oder gar verheiratet sind, nehmen wir an einem Ehe-Streit par excellence teil. Bei Stücken wie I wish I was someone better oder Adhd schreien sie sich an, während sie sich bei You bring me down wieder versöhnlich in den Armen liegen.

Sicher erinnern die beiden - nicht nur durch die Konstellation - des öfteren an die White Stripes. Teilweise blitzen musikalische Parallelen heraus, doch die größte Gemeinsamkeit ist die Frage, die man sich beim Anhören der beiden Bands stellt: Wie erzeugt man zu zweit so einen Sound und das ohne Bassist? Zumal die Engländer als Duett mehr Energie versprühen, als ein ganzer Bus voller Indie-Rocker.

 

Das düstere This is not for you und der Knaller It´s getting boring by the sea runden ein Album ab, das sicherlich auch seine schwächeren Stücke hat, aber dennoch zeigt, dass englische Bands mehr drauf haben als nur gut aussehen. Vielleicht sind sie auch ein Befreiungsschlag aus dem Alltags-Indie-Geschrammel, welches in letzter Zeit mehr auf die Nerven geht, als Innovationen herausbringt. Ob die Blood Red Shoes Musikgeschichte schreiben, wird sich zeigen - die richtigen Klamotten dafür haben sie bereits an. (Dominik Hoferer)

 

VÖ 18.04.2008



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