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Yeah Yeah Yeahs: It's Blitz
Sunday, 29 March 2009 22:03
Yeah Yeah Yeahs - It's BlitzGut drei Jahre haben sich die Yeah Yeah Yeahs Zeit gelassen, um den Nachfolger zu Show Your Bones einzuspielen. Drei Jahre, in denen Karen O, Nick Zinner und Brian Chase sich anscheinend in einem New Yorker Keller eingeschlossen und fernab von modernen Einflüssen sehr viel Donna Summer und Pet Shop Boys gehört haben. Denn It's Blitz ist überraschenderweise ein astreines Disco-Pop-Album geworden.

Schon beim ersten Titel, der vorab ausgekoppelten Single Zero, wird klar, dass die Band mit diesem Album Mut beweist und Neuland betritt. Weg von den Gitarren, hin zum Synthesizer. Der Song dreht sich schneller und bunter als die Diskokugeln im Studio 54. Wer jetzt schon auf der Tanzfläche steht, bleibt am besten gleich da, denn weiter geht's mit Heads Will Roll. "Off with your heads/dance till you're dead" - damit ist eigentlich schon alles gesagt.

Bei Song Nummer 3, Soft Shock, sind erstmals Gitarren zu hören, was dem Titel aber leider auch nicht zu mehr Biss verhilft. So driftet diese Midtempo-Nummer etwas uninspiriert in die Belanglosigkeit ab. Ebenfalls nicht wirklich begeistern kann die Ballade Skeletons mit ihrem an OMD erinnernden Synthieteppich. Fünf Minuten wartet man, ob nicht vielleicht doch noch etwas passiert, bevor der Song genauso unspektakulär ausklingt, wie er angefangen hat. Sehr viel überzeugender ist dagegen Runaway. Leise und verzweifelt singt Karen O zu einer Klaviermelodie, die sich langsam zu einer bombastischen Ballade aufbaut. Einer der wenigen Songs auf dem Album, in denen wirklich Herz und Seele zu stecken scheinen.

Fans des alten Yeah Yeah Yeahs-Sounds werden sich am ehesten für Dull Life begeistern können. Hier kommt endlich Nick Zinner zu seinem Recht und darf ein paar ordentliche Riffs hinlegen. Auch Karen O scheint bei diesem Song wieder eingefallen zu sein, dass ihre Stimme zu weit mehr zu gebrauchen ist als nur für discotaugliches Säuseln. In dieselbe Kategorie fällt Shame and Fortune, das durchaus auch auf Show Your Bones zu finden sein könnte.

Mit dem funkigen Dragon Queen und dem belanglosen Hysteric folgen zwei weitere, eher unspektakuläre Discosongs, bevor It's Blitz mit der gelungenen, folkig angehauchten Ballade Little Shadow sein überraschendes Ende findet und klar wird, dass der erwartete Gewittersturm ausgeblieben ist. Sanfte Synthies statt donnernder Gitarren, süßes Stimmchen statt Rockröhre - It's Blitz ist ganz sicher für viele Fans ein mittlerer Schock und stark gewöhnungsbedürftig. Nach mehreren Durchläufen hat das Album zwar durchaus einige Highlights zu bieten, verfügt aber insgesamt einfach über zu viele unauffällige Popsongs, um wirklich zu begeistern. Bettina Koch

VÖ 03.04.09


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