Home icon Home»Laut»Rezensionen»Reingehört: Phantom/Ghost, Sixxxten, Forced Movement
Reingehört: Phantom/Ghost, Sixxxten, Forced Movement
Wednesday, 06 May 2009 21:48
Sixxxten, Forced Movement und Phantom Ghost in der KritikGanz frisch haben wir in drei Veröffentlichungen aus deutschen Landen reingehört: Phantom/Ghost lehren uns auf ihrer neuen Platte das Fürchten, Sixxxten rocken wie kalifornische Schweden, und Forced Movement bringen englische Düsternis nach Berlin.

 

 

 

 

 

 

 

phantomghost_dramaschool.jpgPhantom/Ghost: Thrown Out Of Drama School
VÖ 08.05.09

 

Bei Phantom/Ghost handelt es sich um ein Sideprojekt von Dirk von Lowtzow (Tocotronic) und Thies Mynther (Superpunk). Offenbar haben die beiden Hamburger ein paar Mal zu oft Das Phantom der Oper gesehen, denn auf Thrown Out Of Drama School versuchen sie sich nun an theatralischen Balladen.

 

Was beim ersten Song, Charge Of The Light Brigade, noch nach einem interessanten Experiment klingt, wird beim zweiten Titel schon anstrengend, beim dritten langweilig, beim vierten peinlich, und findet seinen gruseligen Höhepunkt schließlich in einer Coverversion von Right Said Freds You're My Mate.

 

Dirk von Lowtzow versucht sich in streckenweise schaurigem Englisch mit grenzwertig schwülstigen Texten als Musical-Sänger, wirkt dabei aber eher wie ein mittelmäßig begabter Schauspielschüler, der hofft, durch seine übertrieben dramatische Performance doch noch den Sprung in eine Casting-Show zu schaffen. Dazu klimpert Thies Mynther Melodien, die an die gelangweilten Finger-Aufwärmübungen eines Barpianisten erinnern.

 

Thrown Out Of Drama School macht seinem Titel somit leider alle Ehre: Zwar sind durchaus gute Ansätze vorhanden, jedoch wird das Ganze nie richtig zu Ende geführt.

 

 


sixxxten_jugendviolencia.jpgSixxxten: Jugend Violencia
VÖ 08.05.09

 

Der Name Sixxxten mit dreimal x und der Schriftzug der Band lassen sofort Erinnerungen an kalifornische Hardrockbands der 80er und schwedische Schweinerockbands der 90er Jahre wach werden. Doch kann dieses Konzept auch auf deutsch und im neuen Jahrtausend funktionieren?

 

Erstaunlicherweise gelingt es den Hamburgern tatsächlich, klassiche Punk'n'Roll-Elemente mit deutschen Texten zu kombinieren, ohne dabei peinlich zu wirken. Lediglich die gelegentlich eingeflochtenen englischen Textzeilen hätten nicht unbedingt sein müssen.

 

Ansonsten rocken sich die Jungs aber selbstbewusst und unbeschwert durch ein Album, das Tommy Lee nach einer durchzechten Nacht mit den Backyard Babies auf der Reeperbahn nicht besser hätte schreiben können. Anspieltipp: Dr. Seltsam.

 

 

 

forcedmovement_last.jpg

Forced Movement: Last
VÖ 08.05.09


Forced Movement ist eine Band aus Berlin, die mit Last ihr Debüt vorlegt. Musikalisch schwimmen die vier Musiker eindeutig auf der momentan so angesagten Düsterwelle mit. Im Gegensatz zu vielen anderen beschränken sich Forced Movement jedoch nicht darauf, altbewährte Joy Division-Titel neu zu interpretieren, sondern verstehen sich durchaus auf anspruchsvolle Arrangements.

 

Zwar hängt sich auch nach mehrmaligem Hören noch kein Song wirklich dauerhaft im Ohr fest, in seiner Gesamtheit ist Last aber ein wahrlich gelungenes Album, das sich stilistisch irgendwo zwischen Radiohead, Sisters of Mercy und Depeche Mode bewegt. Vor allem Sänger Christian Schottstädt erinnert stimmlich sehr an den jungen David Gahan. Freunde dunkler Elektro-Rock-Klänge dürfen hier unbesorgt zugreifen! Bettina Koch




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare