Home icon Home»Laut»Rezensionen»Tocotronic: Kapitulation
Tocotronic: Kapitulation
Wednesday, 08 August 2007 17:08
Tocotronic in der KritikIrgendwie waren Tocotronic schon immer da. Mal mehr mal weniger präsent und wenn man sie schon fast vergessen hat, tauchen sie wieder bei Festivals auf oder sind mit einem neuen Album unterwegs.

Bei ihrer Nr. 8, Kapitulation, sind die Elektro-Elemente nun endgültig auf der Strecke geblieben. Aber nach Schrammel-Garagen-Gitarren-Sound aus den Anfangszeiten der Hamburger Schule klingen Dirk, Jan, Arne und Rick auch nicht mehr. Die Texte sind konstruktiver und zugänglicher, damit aber nicht weniger rebellisch geworden.

 

So hangeln sich Tocotronic durch ein breites Netz an Referenzen und Zitaten, von Jean-Paul Satre über Michael Ende, dem Markus Evangelium, Nietzsche bis zur RTL Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“. Hier begegnen uns dann auch wieder die üblichen Toco-Themen rund um Individualismus und Gesellschaft – in einigen Lieder jedoch so schön, wie schon lange nicht mehr. Gerade die indirekten Liebeslieder wie Imitationen und Wehrlos haben das Potential zum Herzenbrechen. Doch können sie auch noch laut und direkt sein, wie damals. Das beste Beispiel hierfür ist der Song Sag alles ab.

 

Das neue Album - erstmals beim Major Vertigo erschienen - hat zwar keinen Hit wie der den Song Aber hier leben, nein danke von 2005 zu bieten. Es ist insgesamt aber stimmiger und überzeugender als die Vorgängerplatte Pure Vernunft darf niemals siegen. Der musikalisch umgesetzte Blick von Tocotronic bleibt weiterhin klar und liefert uns fokussierte, offene Lieder, die sowohl als Lebensweisheiten wie auch als weniger reflektiertes Musikerlebnis funktionieren. (Mirjam Miethe)


VÖ 06.07.07




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare