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Reingehört: Wendy McNeill, Tele, Chickenfoot
Wendy McNeill, Tele und Chickenfoot in der KritikEin junge Frau, die mit Rotkäppchen verwandt sein soll, ein böser Wolf als Plattencover und eine Rockformation aus den alten größen der Szene? Was klingt wie ein Märchen, ist jetzt knallharte Wirklichkeit, denn: Wendy McNeill, Tele und Chickenfoot haben neue Platten am Start.

 

 

 

 

 

 

Wendy McNeill in der KritikWendy McNeill: A Dreamer's Guide To Hardcore Living
VÖ: 05.06.2009

Die Kanadierin Wendy McNeill bezeichnet sich selbst als "Rotkäppchens ältere, weniger naive Schwester". Auf ihrem neuen Album A Dreamer's Guide To Hardcore Living entführt sie uns in eine magische Welt zwischen Traum und Wirklichkeit.

Wendy McNeill gibt uns einen Einblick in ihre eigene Zauberwelt. Ihre Geschichten erzählen von Hoffnung und Liebe, Gewinnern und sympathischen Verlierern. Auch das eine oder andere Fabelwesen schaut mal kurz vorbei. Untermalt werden die modernen Folk-Pop-Märchen meist nur von Gitarre und Akkordeon, was Liedern eine eigentümliche Varieté-Stimmung verleiht und mühelos Bilder im Kopf des Hörers entstehen lässt. Man kann sich gut vorstellen, wie das zierliche Mädchen mit der beeindruckenden Stimme im verregneten Paris düster-romantische Geschichten ueber das Leben in der Großstadt singt. Mit A Dreamer's Guide To Hardcore Living gelingt es Wendy McNeill für eine kurze Zeit, den grauen Alltag zu verzaubern und Platz für Träume zu schaffen. Ein ungewöhnliches, höchst empfehlenswertes Album! Bettina Koch



Tele in der KritikTele: Jedes Tier
VÖ: 05.06.2009

Eingängige Deutschpop-Hits wird man auch auf dem vierten Album von Tele vergeblich suchen. Stattdessen beweisen die Berliner mit Jedes Tier einmal mehr ihre Vielseitigkeit - und klingen dabei doch unverwechselbar funky wie eh und je.

Schon der Opener Cecile (Ich nenn dich Sissi) nistet sich - zwar nicht sofort, aber nach einigen Durchgängen - hartnäckig im Gehörgang ein. "Und jedes Tier, das lebt, hat Deinen Namen. Und jeder Stern, der scheint, scheint nur durch Dich," singt Francesco Wilking hier mit seiner charakteristisch samtigen Stimme. Genau diese Zeilen werden im Titelsong Jedes Tier am Ende der Platte noch einmal wiederholt, und so stecken Tele den Rahmen ab: Um die Liebe geht es hier immer wieder, verpackt in Worte, die für sich alleine kitschig klingen mögen, aber im Kontext der Platte wunderbar funktionieren.

So tänzelt die Vorab-Single Die Nacht ist jung tatsächlich so leicht und unbeschwert daher wie eine warme Sommernacht, ebenso wenig lassen sich bei Foto die Füße stillhalten. Neue Wege beschreiten Tele mit dem sehr nachdenklichen Für ein ganzes Land oder auch Mit Flügeln und Düsenantrieb, wo verstärkt das Klavier zum Einsatz kommt. Locker-flockig und gleichzeitig tieftraurig - also in gewohnter Tele-Manier - mutet Radio, vielleicht der stärkste Song der Platte an. Und da gibt es auch diese Textzeilen, die man sich am liebsten sofort an die Wand schreiben möchte. Wie etwa: "Ich bin leer und ohne Sorgen wie das Liebeslied im Radio". Was man von den Songs auf Jedes Tier nun wirklich nicht behaupten kann. Sara Haußleiter



Chickenfoot in der KritikChickenfoot: Chickenfoot
VÖ: 05.06.2009

Bei Chickenfoot handelt es sich um eine neue Supergroup, bestehend aus Sammy Hagar und Michael Anthony (Van Halen), Gitarrist Joe Satriani und Chad Smith (Red Hot Chili Peppers). Jede Menge große Namen also, von denen musikalisch einiges zu erwarten ist. Erfahrung haben die beteiligten Herren zumindest reichlich vorzuweisen.

Natürlich bietet das selbstbetitelte Debüt-Album jede Menge klassischen (Hard-)Rock. Songtitel wie Sexy Little Thing oder My Kinda Girl erfüllen dazu auch jedes Rock'n'Roll-Klischee. Dass die Herren ihre Instrumente beherrschen, steht ohnehin ausser Frage. Chickenfoot schenken uns mit ihrem Erstlingswerk elf knackige Rocksongs mit messerscharfen Riffs, groovendem Bass und melodischen Hooklines, und auch die obligatorische Ballade darf selbstverständlich nicht fehlen.

Somit erfüllt die Band alle noch so hohen Erwartungen. Chickenfoot ist ein gutes, grundsolides Rockalbum geworden, aber eben auch völlig vorhersehbar. Doch große Experimente hat bei dieser Formation wohl ohnehin niemand erwartet. Bettina Koch



klaus 2009-06-04 10:43:04

also wenn tele keine eingängigen pop hits machen, dann weiss ich nicht wer?!?
Karl 2009-06-04 12:01:26

mhm, ist natürlich Geschmacksache, aber mir ist jetzt Klez.e auch lieber. Tele
find ich auch nicht so der brüller
shaussleiter 2009-06-04 20:01:30

Pop ja, Hits im herkömmlichen Sinn nicht, und eingängig finde ichs auch nicht
- das ist aber keineswegs negativ gemeint, im Gegenteil!
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