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The Films: Oh Scorpio
Sunday, 12 July 2009 20:14

thefilms_ohscorpio.jpgWenn es einen Preis für die "Unterbewertetste Rockband des Jahres" gäbe, The Films hätten ihn sicher schon mehr als einmal gewonnen. Mit ihrem Debüt-Album Don't Dance Rattlesnake konnten die Südstaatler 2007 in ihrer Heimat und vor allem in Deutschland durch fleißiges Touren einen mittleren Erfolg feiern. Von der maßgeblichen englischen Presse wurden die vier Jungs aus Charleston jedoch weitestgehend ignoriert.


Fast wäre das zweite Album der Band, Oh Scorpio, deswegen auch unbemerkt an uns vorbeigegangen. Die Platte ist bisher nämlich nur in den USA und Japan erschienen und bei uns derzeit nur als digitaler Download erhältlich. Ein genauer Termin für die Veröffentlichung in Deutschland im Herbst steht noch nicht fest. Wir wollen euch dieses Indie-Juwel aber auf keinen Fall vorenthalten und haben schon mal in Oh Scorpio reingehört.

Gleich der Opener Completely Replaceable macht deutlich, dass The Films sich treu geblieben sind: Krachende Gitarren, eingängige Melodien mit Suchtfaktor und ironisch-witzige Texte gibt es auch auf Oh Scorpio wieder zu hören. Austauschbar sind die beiden Alben deswegen jedoch keineswegs. Denn während Don't Dance Rattlesnake uns mit Vollgas und ohne Atempause durch die Nacht getragen hat, zeigen The Films auf ihrem neuen Werk, dass sie mehr drauf haben als schrammeligen Party-Rock.

Oh Scorpio ist eine musikalische und emotionales Achterbahnfahrt durch die Höhen und Tiefen des Lebens. Titel wie Holiday oder Fingernails For Breakfast treiben uns mit schneidenden Riffs und Ohrwurm-Melodien in gewohnter Films-Manier sofort wieder auf die Tanzfläche. Doch diesmal endet die Party-Nacht nicht auf ihrem Höhepunkt, sondern The Films nehmen uns mit auf einsame Autofahrten und lassen uns an Beziehungsgesprächen am Küchentisch teilhaben.

 

Am Morgen danach erzählt das getragene Pour It Out die Geschichte einer gescheiterten Liebe und überrascht am Ende gar mit Chor und Streichern.  Inhaltlich ähnlich geht es bei Me & The Thief weiter. Der Song beginnt nur mit ruhiger Akustikgitarre und der unverwechselbaren Stimme von Michael Trent und steigert sich dann in einen verzweifelten Refrain, der an Jealousy vom Debüt-Album erinnert.

 

Mit der herrlich kitschigen Sixties-Ballade Something Familiar geht unsere Vergnügungsfahrt dann leider auch schon wieder zu Ende. Man könnte noch viel über dieses Album schreiben, doch am besten haben es The Films in Hold On To Me Tight selbst ausgedrückt: "Baby, hold on to me tight, 'cause it's gonna be a hell of a ride!" Bettina Koch

 

VÖ 16.10.09




:))
Cici 2009-07-20 20:44:24

Yay! Meine volle zustimmung! Aber soweit ich bescheid wusste gabs die
iTunes-Version auch nur in den Staaten? Hab dank zu viel Bachelorarbeit gar
nicht mehr nachschauen können :(
Werd ich dann aber sofort nachholen!!

Du hast
ja gar nichts über meinen absoluten Lieblingssong "God bless your
heart" geschrieben, liebe Tina! Ein wundervoller Gute-Laune Song, wenn auch
lyrisch betrachtet höchst fies. Aber das trifft ja auch auf "Completely
Replaceable" zu ;)
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