| Nick Hornby: High Fidelity |
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Rob, 35, Besitzer eines nicht ganz lukrativen Plattenladens, wird von seiner Freundin Laura verlassen und stürzt somit in eine tiefe Sinnkrise. Vielleicht befindet er sich auch schon in der Sinnkrise und wird deshalb von seiner Freundin verlassen? Man weiß es nicht.
Um für seine Problemen eine Lösung zu finden, wühlt er tief in seiner Vergangenheit, trifft sich mit seinen ‚top five most memorable split-ups’ -Exfreundinnen, beginnt eine Affäre mit einer noch nicht berühmten Musikerin und verhält sich im Allgemeinen recht einfältig gegenüber seiner Exfreundin, die er verzweifelt versucht, aus den Klauen eines Ian zurückzugewinnen.
Mittelpunkt von Robs Leben und des gesamten Buchs ist aber die Musik, und wie die Liebe zu dieser das reale Leben je nachdem erschwert oder erleichtert. Robs Leben wird wiedergespiegelt von seiner Plattensammlung, ein neuer Lebensabschnitt wird – wie bei anderen Menschen von einer neuen Frisur - von einem neuen Ordnungsschema derselben eingeleitet.
‚When Laura was here I had the records arranged alphabetically; before that I had them filed in chronological order, beginning with Robert Johnson, and ending with, I don’t know, Wham!, or somebody African, or whatever else I was listening to when Laura and I met. Tonight, though, I fancy something different, so I try to remember the order I bought them in: that way I hope to write my own biography , without having to do anything like pick up a pen.’
Zusammen mit seinen zwei Angestellten und gleichzeitig besten Freunden Barry und Dick teilt er die Welt und besonders die Mitmenschen in Musikkenner und Unmenschen ein, was den Umsatz im Plattenladen nicht gerade in die Höhe treibt. Sie können sich Leuten gegenüber nicht erwärmen, die nicht gerade ihre Sicht der Welt teilen.
‘”That’s ‘cos he’s only got about ten records. CDs.”
Ihre Welt wird eingeteilt und bestimmt von Listen, in die sie die Musik einteilen. „Best Track One Side One Song”, “Best Song About Death”, “Top Five Bands or Musicians Who Will Have To Be Shot Come The Musical Revolution”… Doch aller Anfang ist die Veränderung, und so müssen sich auch die Helden dieses Romans Veränderungen stellen: Dick beginnt, sich mit einer Simple Minds-Anhängerin zu treffen, Barry wird endlich Sänger in einer Band und Rob bekommt Laura zurück...
Das Ganze ist trotz oder gerade wegen einer alles bestimmenden Sinneskrise eines Mannes Mitte Dreißig so amüsant, dass man das Buch kaum aus der Hand legen will. Letztendlich hat man als Leser selber tausend Ideen für Listen, die man am liebsten sämtlichen Menschen als Test vorlegen möchte, allein deshalb, weil sie das Leben offensichtlich erklärbarer machen.
Dieses Werk ist der Vorläufer von vielen nachfolgenden „Männer in der Mitte-Dreißig-Krise“, und ein Muss für jeden, der sich selbst diesem Alter nähert, gerade eine Lebenskrise hat, oder die Musik liebt... Mein Rat: unbedingt lesen. (Nina Carla Praun)
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