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Christoph und Lollo: München
Saturday, 21 July 2007 22:11

Die Alpenrepublik-Comedy-Fraktion: Christoph & Lollo
Sie singen Lieder mit Titel wie Ari-Pekka Nikkola oder Hautamaeki-Duell und unterhalten das Publikum mit ausführlichen Diskussionen über Wiener Selbstmordaktivitäten oder rechnen mit Snowboarder ab. Doch nie kommen Sie von Ihrem Lieblingsthema ab: dem Skispringen.

 

 

 

 

Sie singen Lieder über Milch und Koks – und ohne dabei auf Alter oder Lebenswandel der beiden Österreicher schließen zu wollen, merkt man, dass sie sich auf den Abend im Hinterhof Theater gut vorbereitet haben. So gut, dass sie es fast vertuscht kriegen.


Christoph & Lollo heißen die beiden Herren, die von nun an für knapp zwei Stunden auf der Bühne stehen und so gar nicht lustig sein wollen. Aber sie sind ja auch keine Comedians. Nein, sie selbst bezeichnen sich als abgewrackte Rock´n´Roll-Band ohne Schlagzeug und wären gerne ein bisschen mehr wie die Wiener Polizei: „fleißig und demokratisch“. Stattdessen haben sich die beiden nach der Schule entschlossen, Musik zu machen und sonst am besten nichts. Das ziehen die beiden Österreicher jetzt auch schon seit elf Jahren durch. Erfolgreich.


Heute Abend haben Christoph & Lollo Stücke aus allen vier veröffentlichten Platten mitgebracht. Es folgt eine Finnen-Viertelstunde, deren Songs ausschließlich von Finnen handeln und die in Wirklichkeit auch viel länger dauert. Aber sie macht Spaß.


Ebenso viel Spaß wie Lieder über die Klinik für Geschwister von berühmten Fernsehtieren und Selbstmord an Neujahr in Österreich.
Der gutmütig wirkende Lollo an der Gitarre und der demotivierte Christoph am Gesangsmikro machen Freude. Vielleicht können sie nicht einmal etwas dafür, aber sie ergänzen sich so wunderbar.


Und so kotzen sie sich aus über Radiomoderatoren mit zwanghafter guter Laune und Fans mit Fähnchen, Hornbrille und Pickeln im Gesicht – um dann zur Bestform aufzulaufen und das zu präsentieren, weswegen man sie kennt. Skispringerlieder. Zum Beispiel über die Großartigkeit von Funaki Ragganaki. Der stellt somit auch leider schon das Schlusslicht des musikalischen Comedy-Abends dar, des komödiantischen, unterhaltenden Musikabends.


Es ist ihr letzter Abend in München. Aber das macht nichts. Denn wahrscheinlich kommen sie nächstes Jahr wieder. „Jedes Jahr dasselbe, nur noch blöder als zuvor“. (Nina-Carissima Schönrock)




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