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Austria On The Rocks: Die heißesten Musik-Exporte Österreichs
Monday, 22 February 2010 01:00
Austria On The Rocks Mozart und Germknödel, Sissi und Kaiserschmarren - die meisten Menschen verbinden Österreich wohl in erster Linie mit traumhaftem Alpenpanorama, Mehlspeisen und längst verstorbenen Persönlichkeiten. Dabei gibt es bei unseren südlichen Nachbarn eine äußerst lebendige Musikszene. Zwischen Tirol und Burgenland wird allenorts die neue Rock-Revolution vorbereitet.
Kreisky, Clara Luzia und Ja, Panik haben den Weg über die Alpen schon erfolgreich geschafft und können sich über zahlreiche Fans auch hierzulande freuen. In unserem zweiteiligen Special wollen wir euch zeigen, welche Bands noch auf dem Sprung sind. Zum Auftakt erfahrt ihr, warum ihr die Namen Zeronic, One Two Three Cheers And A Tiger, Pharoty und Velojet schon mal ganz dick in eure Notizbücher schreiben solltet.


Zeronic

Zeronic

Pop gegen den Zeitgeist. Zu einer Zeit, da die Musikszene von kaum volljährigen Jungs mit engen Jeans, löchrigen Turnschuhen und verstrubbelten Haaren dominiert wird, bringen Zeronic den Glamour zurück in die Welt. Glänzende Anzüge, silberne Krawatten und gut sitzende Frisuren waren schon lang nicht mehr auf einem Plattencover zu sehen. Mit ihrem dritten Werk The Price Of Zeitgeist haben Zeronic ein Album geschaffen, das klingt, als wollten Jarvis Cocker und David Bowie zusammen die Pop-Welt retten.

In zehn eleganten, schnittigen Songs werden die Abgründe der modernen Gesellschaft beschrieben - von den Problemen eines erfolgreichen Geschäftsmanns bis hin zur Enttäuschung des Landkinds, das endlich in die so verheißungsvoll erscheinende Großstadt zieht. Ein Album, das funktioniert wie ein Gespräch, wollten Zeronic nach Aussage von Sänger und Songwriter Mik Tanczos aufnehmen. Das ist ihnen mit The Price Of Zeitgeist hervorragend gelungen, auch wenn dieses Gespräch manchmal unbequem verläuft und mit zynischen Spitzen gespickt ist. Why do so many boys from school, who always avoided to follow the rules, who fought the war and fucked the norm, end up in a uniform? heißt es da etwa in No Step Forward And Two Steps Back.

Die kritischen Texte stehen in einem klaren Kontrast zur kühlen, glamourösen Ästhetik der ausgefeilten Popsongs der Band. Obwohl die (Zeit-)Geister von Bowie, Ferry und Pulp bei den Studio-Aufnahmen hörbar anwesend waren, beweisen Zeronic auch Mut zur Eigenständigkeit. Die Songs sind tanzbarer, die Synthies dominanter als bei den Vorbildern. Damit haben sich die drei Endzwanziger aus dem Burgenland bisher nicht nur zwei Nominierungen für den wichtigsten österreichischen Musikpreis, den Amadeus, verdient, sondern waren auch auf sämtlichen großen Festivals von Frequency bis Nova Rock vertreten.

Selbst Depeche Mode-Produzent Gareth Jones wurde schon auf Mik Tanczos (Vocals, Guitars, Synths) Rainer Kossits (Guitars) und Paul Palermo (Drums) aufmerksam. Er produzierte mit Zeronic 2005 die Single Images Of Girls und ebnete der Band damit auch den Weg nach England. Um die Zukunft des Glam-Pop brauchen sich Jarvis und David also keine Sorgen zu machen.

 

 

123CAATOne Two Three Cheers And A Tiger

 

"We've been to Berlin / We've been to New York / But these are places / Without faces. / We've been to London / And to Stockholm", singen One Two Three Cheers And A Tiger in ihrem Song Hommage. Angesichts ihrer Jugend möchte man fast bezweifeln, dass Andy, Daniel, Jakob und Martin bereits so weit herum gekommen sind. Ihre Musik allerdings ist in der Tat eine Hommage an die genannten Städte.

Irgendwo zwischen Mando Diao, Libertines und Strokes haben die vier Wiener sich 2009 ihren Weg aus dem Proberaum zum Debüt-Album Less Than Half The Price freigeschrammelt, Mit beneidenswerter Lässigkeit haben One Two Three Cheers And A Tiger hier 14 Songs hingerotzt, die vor allem durch ihre dreckige Direktheit überzeugen. Frisch und unpoliert rumpelt Less Than Half The Price aus den Boxen. Der Schweiß, der bei den Aufnahmen geflossen ist, wird nahezu hörbar.

Perfektionismus legen One Two Three Cheers And A Tiger dabei höchstens bei der Auswahl ihrer natürlich stilsicheren Outfits aus knallengen Jeans und schwarzen Lederjacken an den Tag. Bei ihrer Musik dominiert dagegen eine sympathische Unvollkommenheit, welche die Band kurzerhand zu ihrem Markenzeichen erklärt hat. Die Songs sind simpel und reduziert, durch die eingängigen Melodien aber sowohl für die Tanzfläche als auch fürs Lagerfeuer geeignet. Rockmusik zum Hören, Sehen und Fühlen eben.

 

 

PharotyPharoty

Was macht man, wenn man in einem Kaff mit etwas mehr als tausend Einwohnern aufwächst und weder Lust auf Burschenverein noch auf Freiwillige Feuerwehr hat? Richtig, man gründet eine Band! Das haben sich so wohl auch Mario Heidegger, sein Bruder Alex und ihre beiden Kumpels Gernot Steininger und Matthias Peer gedacht, als sie 2003 im idyllischen Trins in Tirol die Band Pharoty gründeten.

Nach einigen Jahren als Cover-Band wollen Pharoty nun den Sprung in die Eigenständigkeit schaffen und haben dazu ihre erste EP Trapped aufgenommen. Ihren Stil beschreiben die vier Tiroler schlicht als „Modern Rock". Dahinter verbergen sich groovende Rhythmen und knackige Riffs, bei denen auch Freunde härterer Klänge ruhig mal genau hinhören sollten. Es wird deutlich, dass die Band schon über eine ganze Menge Erfahrung in der Musikwelt verfügt. Spielerisch und auch in Sachen Songwriting bewegen Pharoty sich auf höchstem Niveau.

Eine Schublade für den Sound von Pharoty will sich nicht so recht auftun. Funkige und metallische Klänge werden locker zu einem stimmigen Ganzen verbunden, mitreißende Refrains mit Mitsingqualität sorgen für das nötige Gute-Laune-Feeling. Selbst akustisch können Pharoty ohne Schmalz und Pathos überzeugen. Genau diese eigenwillige Kombination macht die Band dann schließlich auch zu einer hörenswerten Alternative zu den bekannten Alternative Bands.

 

 

VelojetVelojet

Darüber, dass man von Musik nur selten leben kann, machen sich Velojet keine Illusionen. Kommerzieller Erfolg war für das Quartett aus dem oberösterreichischen Steyr nie ein Thema. „Der Weiterbestand der Band ist einziges Zweck und Ziel", sagte Sänger und Gitarrist René Mühlberger einst. Inzwischen bestehen Velojet seit sieben Jahren und haben soeben in ihrer Heimat ihr drittes Album Heavy Gold veröffentlicht, das ab April auch in Deutschland erhältlich sein wird.

Schon mit ihrem selbstbetitelten Debüt 2005 sorgten die zwei Jungs und zwei Mädels in Österreich ordentlich für Furore und ergatterten mal eben den Support-Slot für das ausverkaufte Konzert der Killers in Wien. Diesen Erfolg haben Velojet wohl vor allem ihrem überdurchschnittlich talentierten Songwriter René Mühlberger zu verdanken, der am renommierten Gustav-Mahler-Konservatorium in Wien erfolgreich ein Studium der Jazz-Gitarre absolvierte und über ein außerordentlich glückliches Händchen für stimmungsvolle Pop-Arrangements verfügt.

Velojet vereinen in ihren Songs das Beste aus 40 Jahren Musikgeschichte, auch wenn der Schwerpunkt dabei freilich auf dem Pop der Swinging Sixties liegt. Aus diesem musikalischen Rohmaterial schmieden Velojet mit viel Liebe zum Detail glänzende Schmuckstücke mit hohem Wiedererkennungswert. Pulsierende Beats und samtweiche Melodien schmiegen sich ins Ohr wie flüssiges Gold und entwickeln sich stetig zu kleinen Pophymnen. Selbst Bläser- und Streicherpassagen fügen sich bewundernswert unkitschig in die Songstrukturen ein. Kaum zu glauben, dass derart großartige Musik aus einem so kleinen Städtchen kommen kann. Bettina Koch

 

Die jungen Wilden und die alten Hasen: Rock made in Austria in unserer Videogalerie

 




KAnnte ich gar nich
PauL 2010-02-22 12:16:47

Danke für dne Tipp. One Two Three Cheers and a tiger kannt ich gar nicht, sind
aber echt super
Unglaublich
Ösi 2010-02-23 17:38:18

welche Bands da aus Österreich kommen. Die kenn ich teilweise nicht mal als
Österreicher! Velojet sind mir ein Begriff, sowieso großartig und Three
Cheers... klingen genial roh und authentisch!
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