| Taubertal 09: So wars |
| Tuesday, 11 August 2009 22:49 | |||
Ausnahmezustand in Rothenburg ob der Tauber: Schon ab Mittwoch wurde das malerische Städtchen von feierfreudigen, Bierkästen schleppenden Menschen bevölkert, die sich auf das Taubertal-Festival vom 07. bis 09. August einstimmten. Ein vielseitiges musikalisches Programm erwartete die Besucher - Sara vom LAXMag war vor Ort.Schon donnerstags konnten sich Partyfreunde im Steinbruch, der seit letztem Jahr als nächtliche Feierlocation dem Festival hinzugefügt wurde, in Stimmung bringen. Petrus schien den Festivalgängern freundlich gesinnt zu sein: Sonnenschein, Sonnenhüte und Sonnenschirme waren in diesem Jahr im Taubertal angesagt. Ein erstes Highlight des Festivals war der Auftritt des israelischen Sängers und Friedensaktivisten Aviv Geffen am Freitag. Viele Besucher lauschten seinen melodischen Songs vom Hügel neben der Hauptbühne aus und genossen dabei die Nachmittagssonne. Warm schien es auch auf der Bühne zu sein, denn der junge Mann legte fast bei jedem Lied ein Kleidungsstück ab. Falls er damit das Publikum becircen wollte, wäre dies nicht nötig gewesen - seine Musik war überzeugend genug. Für ein Kontrastprogramm - sowohl optisch als auch musikalisch - sorgten The Soundtrack Of Our Lives mit ihrem sphärischen, psychedelisch angehauchten Rockprogramm. Sänger Ebbot Lundberg, wie gewohnt bärtig und in wallende Gewänder gehüllt, zog die Anwesenden vom ersten Ton an in seinen Bann. Ohne ein Wort an die Menge zu richten, erzeugten die Schweden mit Songs wie Babel on oder Second Life Replay trotz Helligkeit eine intensive Atmosphäre. Etwas beschwingter ging es auf der "Sounds for Nature"-Bühne zu, wo Olli Schulz mit seinem intelligenten Deutschpop und seinen fast schon legendären Ansagen - "Ich entzünde eine Kerze für euch in der Kathedrale meines Herzens" - gute Unterhaltung bot. Es durfte getanzt werden, sowohl vor wie auch auf der Bühne - hierfür bat der Hamburger sogar eine junge Dame aus dem Publikum als Verstärkung hinauf. Später am Abend war es an der Zeit, gepflegt britisch abzurocken. Als Co-Headliner hatten die Veranstalter The Rifles auf der Hauptbühne platziert. Die vier Jungs, die einen Club durchaus zum Kochen bringen können, schienen aber ob des prominenten Slots fast ein wenig erschrocken und gehemmt zu sein - so richtig liefen sie leider nicht zu Topform auf. Ganz anders dagegen Maximo Park, denen der Umgang mit der Menge so richtig Spaß zu machen schien. Frontmann Paul Smith, stilvoll mit Hut und grauem Anzug, nutzte jeden Zentimeter der großen Bühne für seine charakteristischen Tänze und Sprünge. Erstaunlich, dass er auch noch Luft fand, um zwischen den Songs ausgiebig mit dem Publikum zu kommunizieren - sei es über hübsche Mädchen oder Michael Schuhmacher. Die Band spielte ein ausgedehntes Set aus Songs vom neuen Album Quicken The Heart und vielen älteren und auch unbekannteren Stücken wie Once A Glimpse oder das ruhige Acrobat. Fans freuten sich darüber, bei vielen anderen schien diese Auswahl aber nicht so richtig zu zünden. Schade, denn Maximo Park legten an diesem Abend ein erstklassiges Konzert hin, ohne sich beim Festivalpublikum anzubiedern. Das I-Tüpfelchen auf dem Freitagabend bildeten zu später Stunde Katzenjammer. Die vier Damen aus Norwegen entpuppten sich als äußerst charmante Derwische, die mit ihrem schrägen Folkrock und 16 verschiedenen Instrumenten für Stimmung und breites Grinsen auf vielen Gesichtern sorgten. Manch einer dürfte sich auch an den Auftritt von Kaizers Orchestra an gleicher Stelle vor einem Jahr erinnert haben. Am Samstag wurde es heiß, und zwar in vielerlei Hinsicht. Die Sonne knallte zunächst weiterhin unbarmherzig vom Himmel. Und schon nachmittags brachten The Subways die Massen vor der Hauptbühne zum Brodeln. Gab es zunächst zwischen Sänger Billy Lunn und Bassistin Charlotte Cooper noch Diskussionen, ob das Publikum auf der Crazyness-Skala eine 9 oder eine 10 verdient hatte, waren die letzten Zweifel bald ausgeräumt: In der Menge bildete sich ein großer Pogo-Kreis, in dem dann beim Einsetzen der treibenden Gitarrenriffs von Rock'n'Roll Queen die Körper aufeinander prallten und eine riesige Staubwolke aufsteigen ließen. Natürlich ließ es sich der Frontmann auch nicht nehmen, eine ausgiebige Runde durch die durchgeknallte Crowd zu surfen. Etwas stillere Töne wurden anschließend auf der "Sounds for Nature"-Bühne angeschlagen. Dear Reader aus Südafrika konnten leider nur eine kleine Gruppe von Zuschauern anziehen. Die Band um Sängerin Cherilyn MacNeil erwärmte mit ihren meist ruhigen, poppigen Songperlen die Herzen der Anwesenden - wenn nicht gerade Flogging Molly von der Hauptbühne herüberdröhnten und die Atmosphäre ein wenig trübten. Weiter ging es mit einer Formation, die man hierzulande wohl zu Recht als brandheiße Newcomer bezeichnen darf. Die Rede ist von The Maccabees aus Brighton, die mit ihrem lupenreinen Britrock die inzwischen etwas angewachsene Menge vor der Bühne schnell zum Tanzen brachten. Sänger Orlando Weeks feierte an diesem Tag seinen 26. Geburtstag und durfte sich vom Publikum ein kleines Ständchen anhören. Nach den Newcomern war es Zeit für alteingesessene Herren - The (International) Noise Conspiracy enterten die Bühne und machten einmal mehr klar, wie eine anständige Rockshow aussieht. Tattoos, nackte Oberkörper, dreckige Ansagen und ordentliches Gepose - zusammen mit dem lauten und treibenden Sound der Schweden hatten diese Attribute fatale Folgen: Auch dem Wettergott schien es zu heiß zu werden, und beim ersten Ton ergossen sich die Wassermassen über dem Festivalgelände. Der anhaltende Regen tat der nun folgenden Party aber keinen Abbruch: Beim Farin Urlaub Racing Team versammelte sich noch mal alles vor der Hauptbühne zum gemeinsamen Mitgrölen und Springen auf Zehn. Was der Festivalbesucher kennt, schmeckt ihm besonders gut - und die Ärzte und ihre einzelnen Mitglieder sind Stammgäste im Taubertal. So wurde der Auftritt dankbar abgefeiert und man freut sich bestimmt auf den nächsten Besuch. Wer danach noch Luft hatte, konnte zum Abschluss des Tages bei The Whip aus Manchester zu elektronischen Indie-Klängen gepflegt abtanzen. Oder sich in den Steinbruch begeben, wo Mediengruppe Telekommander und die DJs die Nacht zum Tag machten. Endspurt am Sonntag, die Wolken hatten sich wieder verflüchtigt. Frittenbude, die Sieger des on3-Radio-Wettbewerbs, gehörten sicher zu den großen Gewinnern dieses letzen Festivaltages und konnten sich mit ihren etwas abgefahrenen Elektro-Beats einige Freunde machen. Ein ziemliches Kontrastprogramm wurde auf der Hauptbühne geboten: Zuerst lauschte man andächtig Clueso, der mit seinen souligen Songs sicher das eine oder andere Mädchenherz gebrochen haben dürfte, zumindest ließen manche Reaktionen aus dem Publikum darauf schließen. Danach ging es knallhart mit Taking Back Sunday weiter. Die amerikanischen Emo-Rocker hatten als Co-Headliner einen etwas undankbaren Platz. Zwar war es rappelvoll vor der Bühne, der Funke zum Publikum sprang aber nicht über. Manch einer fand sich dann vor der "Sounds for Nature"-Bühne ein, um bei den Trashmonkeys ein wenig abzurocken. Die allermeisten strömten aber vorbei, zum Headliner. Die Toten Hosen bildeten den Abschluss auf der Mainstage und wurden von der Menge euphorisch bejubelt. Das Publikum fraß Sänger Campino aus der Hand und führte jede seiner Anweisungen dankbar aus - Stadionatmosphäre bis in die hintersten Reihen. Das Beste kommt aber bekanntlich zum Schluss, und so waren The National, die zum Ende des Sonntags die "Sounds for Nature"-Bühne bespielten, für manche Besucher der Headliner der Herzen. Fans aus Österreich und Italien waren zu diesem einzigen Deutschland-Auftritt der New Yorker nach Rothenburg angereist. Belohnt wurden sie mit einem emotionalen, fesselnden und intensiven Konzert. Sänger Matt Berninger glänzte mit einer fast schon verstörenden Präsenz. Wie ein Tier im Käfig wandelte er über die Bühne, gefangen in Emotionen und versunken in der Musik - feinsinnige und warme Melodien, auf die er seine dunkle Stimme bettete und so für Gänsehaut sorgte. Oft ruhig und andächtig, oft auch laut und fast verzweifelt schallte es in die Nacht, und Geiger Padma Newsome wirbelte in manchen Momenten wie ein kleiner Teufel über die Bühne, während er sein Instrument bearbeitete. Zum Schluss hinterließen The National viele selige Gesichter - glücklich, wer hier nicht schon vorzeitig die Heimreise angetreten hatte. So unterschiedlich wie die Bands des Line-Ups dürften wohl auch die Eindrücke sein, die ein jeder von diesem Wochenende mit nach Hause genommen hat. Das Taubertal-Festival hatte tatsächlich für jeden Geschmack etwas zu bieten - und so konnte sich jeder sein eigenes Menü zusammenstellen. Das oben beschriebene hat vorzüglich geschmeckt. Sara Haußleiter (07.08.-09.08.09)
|








Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!