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Black Lips: München
Saturday, 15 August 2009 10:01

Jared Swilley von den Black LipsKonzerte der Black Lips sind wie eine Wundertüte: Die Vorfreude ist groß, die Spannung kaum auszuhalten. Man weiß nicht, was man kriegt, aber die Erfahrung sagt: Manchmal ist was richtig Abgefahrenes dabei! Und eines ist sicher: Irgendwas passiert immer. Was diesmal passiert ist, weiß Redakeurin Eva Deinert.

 


Wer auf ein Konzert der Black Lips geht, sollte nicht zart besaitet sein: Hier fliegen regelmäßig in Old School-Rockermanier die Instrumente durch die Gegend, die Band entblößt sich gerne mal komplett und Gerüchte, dass auf der Bühne schon mal uriniert und gar erbrochen wurde, halten sich hartnäckig in der Szene. Anfang des Jahres musste die Black Lips sogar aus Indien fliehen. Der Grund: Gitarrist Cole Alexander hatte sich während eines Konzertes seiner Klamotten entledigt und sprang, wie Gott ihn schuf, ins Publikum. Anschließend befummelte er angeblich seine Bandkollegen, woraufhin der Konzertveranstalter (!) die Polizei rief. Die Band musste regelrecht davonrennen und nahm den ersten Flieger raus aus Indien nach Berlin.

 

Vor diesen Hintergrund verwundert es nicht, dass die Erwartungshaltung an ein Black Lips-Konzert relativ hoch ist. Doch diesmal schien das Konzert im 59:1 München einen relativ "normalen" Verlauf zu nehmen. Bezeichnenderweise zum 40-jährigen Jubiläum von Woodstock spielten die vier Jungs aus Atlanta ihren dreckigen, rohen Garagenrock bzw. Punk'n'Roll, der so wunderbar in die Spät-60er passt. Sei es Veni, Vidi, Vici, Bad Kids vom 2007ener Album Good Bad Not Evil oder Sea of Blasphemy, Everybody is doin it vom Album Let it Bloom, der rohe Rock der Black Lips hätte so wunderbar zu Woodstock gepasst und war so schweißtreibend, dass es von der Decke tropfte. Bei einem ihrer bekannteren Stücke O Katrina dann endlich ein Skandälchen: Ein nicht mehr vollständig bekleideter Fan stürmte die Bühne, grölte den Refrain mit Jared Swilley ins Mikrofon und knutschte anschließend Gitarrist Ian Saint Pé. Später wurde noch ausgiebig auf die Bühne gespuckt, Cole Alexander bearbeitete seine Gitarre mit dem Mikrofonständer, indem er ihn als Plektron missbrauchte und Jared schlug sein Instrument auf den Boden. In Gedenken an Woodstock? Wohl eher ein ganz normaler Abend mit den Black Lips. Eva Deinert

 




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