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Maxïmo Park: München
Paul Smith von Maxïmo Park"Wir wollten einmal etwas Neues ausprobieren!" - mit diesen Worten kündigte Paul Smith, Sänger von Maxïmo Park, beim Konzert am Dienstag in der Münchner Tonhalle einen altbekannten Song an. Welcher das war, wie das klang und was sonst noch alles neu war bei diesem Auftritt, weiß Sara vom LAXMag.

Ein bisschen Mitleid kann man mit Maxïmo Park schon haben: Die ganz großen Hallen wollten sie auf dieser Deutschlandtour erobern, aber statt dessen mussten die Konzerte in einigen Städten in kleinere Locations verlegt werden. So auch in München, wo die Band aus Newcastle nicht im Zenith sondern in der Tonhalle gastiert. Und auch die ist, anders als bei der letzten Tour vor zwei Jahren, an diesem Dienstagabend nicht ganz gefüllt. Das tut ein bisschen weh, denn Maxïmo Park wirkten in der Vergangenheit so durch und durch bodenständig und sympathisch, dass man ihnen ein wenig mehr Erfolg von ganzem Herzen gewünscht hätte.

Eröffnet wird der Abend von alten Bekannten im Hause Maxïmo: Blood Red Shoes, das sind Steven Ansell am Schlagzeug und Laura-Mary Carter an der Gitarre, die durchaus die richtigen Songs auf Lager haben, um dem Publikum ordentlich einzuheizen. So richtig Stimmung mag aber leider nicht aufkommen. Vielleicht ist es noch ein wenig früh am Abend, die Halle noch ein wenig leer. Vielleicht ist die Bühne auch eine Nummer zu groß für das Duo, das in einem Club sicher ganz wunderbar anzuhören ist.

Um kurz nach neun betreten dann Maxïmo Park die Bühne und werden mit euphorischem Jubel begrüßt. Doch sie machen es dem Publikum nicht leicht: Ihr Set eröffnen die fünf Herren mit A 19, einem Song vom "B-Seiten-Album" Missing Songs - nur, wer sich mit der Band ein wenig auskennt, kann hier mitsingen. Es folgen viele, sehr viele Stücke von der aktuellen Platte Quicken The Heart. Dazwischen ältere Songs wie Postcard Of A Painting oder Russian Litarature, die sicher mit Bedacht ausgewählt wurden und sich gut ins Set einfügen. Denn Maxïmo Park verfolgen auf dieser Tour sichtlich ein anderes Konzept als früher: Reifer, gesetzter und auch wenig routinierter präsentieren sie sich an diesem Abend.

Die neueren Songs der Band besitzen ohne Zweifel die nötige Größe für einen solchen Auftritt. Trotzdem geht auf diese Weise ein ganzes Stück der einzigartigen und mitreißenden Maxïmo-Parkschen Live-Energie verloren. Waren früher Stücke wie Karaoke Plays oder auch die ruhige B-Seite That Beating Heart eine willkommene Abwechslung, um zwischendurch ein wenig Luft zu schnappen und sich den Schweiß von der Stirn zu wischen, so füllen sie an diesem Abend eben die Lücke zwischen zwei anderen Midtempo-Nummern aus. Das ist stimmig, aber leider nicht besonders aufregend.

So spürt man auch vor der Bühne eine gewisse Unruhe, eine aufgestaute Energie, die sich endlich entladen möchte. Schließlich ist man doch zum Tanzen hierher gekommen. Statt dessen gibt es mit der eingangs erwähnten Ankündigung von Paul Smith eine Neuerung: Das altbekannte und von den Fans geliebte Going Missing bringt die Band in der Mitte des Konzertes als Akustikversion. Das klingt gut, aber nicht so gut wie das Original. Das Publikum nutzt die Gelegenheit trotzdem - es hüpft und klatscht schließlich deutlich schneller, als die Band spielt. Eine für diesen Abend symptomatische Szene .

Gegen Ende des Konzerts heißt es dann doch endlich: Apply Some Pressure, und so hauen Maxïmo Park noch ein paar Hits in die Menge, die dankbar ausflippt. Nach einer guten Stunde ist es dann aber auch schon wieder vorbei. Mit der letzten Zugabe Our Velocity lässt die Band ein leicht verwirrtes Publikum zurück, das sich gerade ein wenig warmgetanzt hat. Maxïmo Park haben definitiv ein wenig an Geschwindigkeit eingebüßt. Sicher haben sie auch an diesem Abend ein gutes Konzert abgeliefert. Gut ist aber nicht genug, wenn man weiß: Diese Band kann es eigentlich noch viel besser. Sara Haußleiter


(27.10.2009)




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