| Peter Doherty: München |
| Sunday, 29 November 2009 13:19 | |||
Kommt er oder kommt er nicht? Und wie lang bleibt er, wenn er denn wirklich kommt? Konzerte von Peter Doherty sind immer ein Spiel mit vielen Unbekannten. Jetzt wollte der Sänger das Münchner Publikum wohl für mehrere abgesagte Shows in den letzten beiden Jahren entschädigen und überraschte die Fans einen Tag vor seinem offiziellen Konzert im Backstage Werk mit zwei unangekündigten Spontanauftritten. LAX-Redakteurin Tina war in die Geheimnisse eingeweiht und folgte Peter Doherty durch München.
Am Samstagvormittag machen die ersten Gerüchte über Facebook, MySpace und Co. die Runde: Peter Doherty spielt ein Geheimkonzert im Atomic Café! Klingt gar nicht so unlogisch, schließlich wurde der Sänger schon am Vorabend dort gesichtet, als er mit seinen Kumpels von The Paddingtons feierte. Die Hinweise verdichten sich, und bis zum frühen Abend weiß ganz München, dass Peter Doherty im Vorprogramm von The Phenomenal Handclap Band einen Überraschungsauftritt hinlegen wird. Peter Doherty ist wirklich und wahrhaftig da. Schon beim Soundcheck wirkt der Sänger blass und aufgedunsen, und ganz nüchtern ist er auch nicht mehr. Das hat aber wohl auch niemand erwartet. Tatsächlich macht Peter Doherty sogar einen recht konzentrierten Eindruck auf der Bühne - bis er kurz das Gleichgewicht verliert und ins Schlagzeug stürzt. Nach dem Soundcheck nimmt Peter sich noch kurz Zeit, die Libertines-Alben eines Fans zu unterschreiben. Als er sieht, dass diese bereits die Signatur seines Ex-Kollegen Carl Barât tragen, bezeichnet er diesen als "Fucking wanker". Mit der immer wieder angekündigten Libertines-Reunion ist also in absehbarer Zeit wohl nicht zu rechnen. Kurz darauf öffnet das Atomic Café seine Türen und ist bald auch bis auf den letzten Platz gefüllt. Als der Support Act die Bühne betritt, ist wohl niemand mehr überrascht, statt einer unbekannten Vorgruppe den ehemaligen Libertines-Frontmann zu sehen. Dieser hat sich in der Zwischenzeit wohl noch den einen oder anderen Drink genehmigt und seinen Caipirinha gleich mit auf die Bühne gebracht. Was nun folgt, ist genau das, was man von einem Peter-Doherty-Konzert erwartet: Der Sänger ist sichtlich neben der Spur, macht Ansagen, die man auch nach einem 12-jährigen Englisch-Studium nicht verstehen würde, und spielt die Rolle des betrunkenen Barden bis zur Perfektion. Denn auch wenn Peter Doherty bei einer Alkoholkontrolle gerade sicher nicht gut abschneiden würde, ist doch erkennbar, dass er mit seinem Image bewusst spielt, indem er zum Beispiel immer wieder seine Gitarre falsch herum hält. Neben Songs aus seinem aktuellen Album Grace/Wastelands spielt Doherty unter reger Publikumsbeteiligung auch eine Coverversion des Beatles-Klassikers Twist And Shout. Mit einer Akustversion von Can't Stand Me Now bringt er die Herzen der Libertines-Fans im Raum für einen Moment zum Stillstand und erinnert daran, dass er auch ein großartiger Musiker ist, der sein Talent leider nur allzu oft in vermeintlich bewusstseinserweiternden Substanzen ertränkt. Während The Phenomenal Handclap Band sich nun über ein wohl unerwartet großes Publikum freut, erhalten wir die Nachricht, dass Peter Doherty bereits auf dem Weg zu einem weiteren Spontanauftritt beim on3-Festival im Funkhaus ist. Der Skandaljunge des Rock'n'Roll zu Gast beim bayerischen Staatsrundfunk? So richtig mag man nicht an die Spontaneität dieser Aktion glauben. Tatsächlich steht Peter Doherty kurz darauf auf der Bühne des Studio 1. Eigentlich sollten da gerade Kettcar mit der Unterstützung von Streichern spielen, doch diese haben sich "netterweise bereit erklärt, ihren Auftritt etwas nach hinten zu verschieben." Größer könnte der Kontrast kaum sein: Statt Deutschpop mit Streichquartett gibt es nun einen inzwischen völlig betrunkenen englischen Skandalrocker zu sehen, der seinem Ruf mal wieder voll gerecht wird. Ohne erkennbares Konzept, dafür mit Ballettänzerinnen, torkelt Peter Doherty über die Bühne und spielt mal den einen, mal den anderen Song an. Delivery vom zweiten Babyshambles-Album gibt es sogar in erkennbarer Form und voller Länge zu hören. Allerdings ist der Musiker von seinem Publikum noch weniger angetan als das Publikum von ihm: "You don't fucking deserve this!" ruft er. Als er schließlich mehrfach "Deutschland, Deutschland über alles" anstimmt, hagelt es vom Publikum Pfiffe und Buh-Rufe. Erstaunlicherweise wird ihm an dieser Stelle jedoch der öffentlich-rechtliche Strom noch nicht abgedreht. Das Bild der Live-Übertragung in den Hof des Funkhauses wechselt allerdings zu einer anderen Bühne, und so sehen nur die Anwesenden in Studio 1, wie Peter Doherty einige Minuten später mit dezentem Hinweis auf die Ordnungskräfte im Saal von einer BR-Mitarbeiterin von der Bühne gebeten wird. Bettina Koch Bilder aus dem Atomic Café 28.11.09
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Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!