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Biffy Clyro: München 09
Monday, 07 December 2009 13:53
Biffy Clyro: Schotten rocken!Sein wir doch mal ehrlich: Beim Wort "Rockkonzert" denken wir unweigerlich an schwitzende, tätowierte Körper, dröhnende Gitarren und große Posen. Zwanzigjährige Jungs in gutsitzenden Anzügen und blankgeputzten Schuhen sind zwar nett anzusehen, doch eigentlich wollen wir doch, dass eine Band sich auf der Bühne bis zum letzten Schweißtropfen verausgabt, wie es Biffy Clyro am Sonntag im Münchner Backstage getan haben.

Die Münchner Rockfans müssen in diesem Jahr wirklich verdammt brav gewesen sein, denn der Nikolaus hat am 6.12. einen großen Sack Konzertgeschenke dabei: Im Zenith steht mit Them Crooked Vultures die neue Supergroup des Alternative-Rock auf der Bühne, in der Backstage Halle geben Muff Potter eines der letzten Konzerte ihres Bandlebens, und im Backstage Werk haben sich trotz des hochkarätigen Konkurrenzprogramms gut 800 Leute eingefunden, um Biffy Clyro zu feiern.

Mit ihrem aktuellen Album Only Revolutions haben die Schotten in ihrer Heimat dieses Jahr bereits ganz groß abgeräumt und waren kürzlich sogar mit den britischen Megastars und Stadionrockern Muse auf Tour. Doch während Biffy Clyro auf der gigantischen Muse-Bühne doch noch etwas verloren wirkten und es mit dem Bombastrock-gewöhnten Publikum nicht ganz leicht hatten, zeigen sie heute im Backstage, wie man einen Club richtig zum Kochen bringt.

Sänger Simon Neil verzichtet in weiser Voraussicht gleich von Beginn an auf störende Oberbekleidung und gibt somit den Blick auf seine zahlreichen Tattoos frei. Mit den ersten Klängen von That Golden Rule geht ein Gewitter aus Licht und Ton über die Halle nieder. Herzlich willkommen im Rockinferno von Biffy Clyro!

Für die nächsten 90 Minuten donnert die Band durch ihren satte 23 Titel umfassenden Set. Simon Neil fegt über die Bühne, als hinge seine Gage vom vergossenen Schweiß am Ende des Abends ab. Bassist James Johnston bildet auf der rechten Bühnenseite den ruhigen Gegenpol zu den wilden Posen seines Sängers. Immer wieder feuern die beiden sich gegenseitig zu neuen Höchstleistungen an. Neil wirft sich im Laufe des Abends derart häufig auf die Knie, dass man hoffen möchte, ein Orthopäde gehört zum festen Tourstab der Band. Der Sänger verfügt sogar über ein zweites, gen Boden gerichtetes Mikrofon, damit sein Gesang auch aus jeder erdenklichen Position noch klar übertragen werden kann!

Das Publikum zeigt dabei nicht weniger Einsatz als die Band. Ob Who's Got A Match, Saturday Superhouse oder Glitter And Trauma - nahezu jeder Song wird enthusiastisch mitgesungen, die Menge tobt und ist längst genauso schweißgebadet wie die drei Herren auf der Bühne. Cloud Of Stink vom aktuellen Album liefert dazu das Motto des Abends: "Dance if you wanna dance, if you wanna sweat". Beim Wort "Rockkonzert" denken wir ab sofort unweigerlich an Biffy Clyro. Text: Bettina Koch/Fotos: Itje Kleinert

 

 

06.12.09

 




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