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Young Rebel Set: München
Wednesday, 03 February 2010 19:40

Young Rebel Set by Richy LeesonMan nehme sieben rebellische junge Herren aus Stockton-on-Tees im Nordosten Englands, drücke ihnen ein paar Instrumente in die Hand und stelle sie allesamt auf eine Bühne, um eine musikalisch ansprechende Party zu feiern - fertig ist das überaus gut funktionierende Konzept von Young Rebel Set. Gina hat sich ihr Konzert im Feierwerk angesehen und herausgefunden, warum diese Band soviel Spaß macht.

"Für uns gibt es nichts Größeres, als auf Tour zu sein. Denn wann gibt es schließlich sonst jeden Abend eine Party und jede Menge Bier?" Sänger Matthew bringt es auf den Punkt. Zu einem Young Rebel Set Konzert gehören neben einer ansehnlichen Ausstattung an Instrumenten (zwei Akustikgitarren, Bass, E-Gitarre, Mini-Gitarre, Mundharmonika und Schlagzeug) zum einen die dazugehörigen Musiker - sieben an der Zahl -, zum anderen eine hübsche Mischung aus Spielfreude, Spaß und diesem Fünkchen Rotzigkeit, die englischen Musikern irgendwie fast immer anhaftet.

Die sieben Youngsters müssen sich ziemlich drängeln - so eng ist es auf der Bühne des Feierwerks. Mehr Platz gibt es dafür im Zuschauerraum, nur etwa vierzig Leute sind an diesem Abend gekommen. Dabei ist die Musik von Young Rebel Set wie geschaffen für eine große, tanzfreudige Menge, denn ihre Musik ist mitreißend und aufreibend von der ersten Minute an.

Was als folkiger Gitarrenpop-Abend mit hymnischen Songs einer siebenköpfigen Band beginnt, verwandelt sich im Laufe des Gigs in eine dylaneske Singer-Songwriter-Darbietung von Sänger Matthew, der weniger durch seine grummelig-arrogante Attitüde, als durch seinen mal kräftigen, mal sanften Gesang und seine Storyteller-Fähigkeiten überzeugt. Songs über kaputte Beziehungen und nicht gehörte Liebeserklärungen haben auf jeden Fall Potenzial, den Zuhörern die Herzen zu öffnen.

Einflüsse seitens der amerikanischen Working-Class-Heros Springsteen und Dylan sind zwar nicht von der Hand zu weisen, aber wie Young Rebel Set die verschiedensten Einflüsse mit ihrer Sieben-Mann-Kombo präsentieren und in folkig-rockige Sound einbetten - das hat schon etwas Einzigartiges. Glasklares Gitarrenpicking harmoniert mit dem mehrstimmigen Gesang der zwei Brüderpaare, die Mundharmonika fidelt fröhlich daher und die Rhythmen von Bass und Drums dürften jeden größten Tanzmuffel in Bewegung versetzen.

Nicht nur die Musik ist fröhlich: Zwischen den Jungs auf der Bühne herrscht eine Stimmung wie zwischen alten Freunden, die sich piesaken, gegenseitig puschen und lustige Sachen ins Ohr flüstern.

Klar, dass die catchy Songs in Outfits präsentiert werden, die so gewollt ungewollt aussehen wie es nur gerade geht. Young Rebel Set lassen sich den Spaß trotz mangelndem Publikum nicht nehmen und feuern einen Song nach dem anderen raus, manchmal nur unterbrochen von den genuschelten und daher eher unverständlichen Ansagen von Frontmann Matthew. Young Rebel Set treten den Beweis an, dass hier jemand das Pophandwerk ziemlich gut beherrscht und sich eins nicht nehmen lässt: Den Spaß an der ganzen Sache. Text: Gina Kutkat, Fotos: Conny Mirbach

(2. Februar 2010)





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