| Adam Green: München |
| Wednesday, 24 February 2010 00:52 | |||||||||||||||||||||||||||||||||
"Schlag mich! - Nein, küss mich!" Adam Green präsentiert sich in der Münchner Freiheiz-Halle vor rund 600 Zuschauern als Star zum Anfassen. Im Laufe des Abends lässt er sich nicht nur von einem weiblichen Fan knutschen, sondern stürzt sich gleich dreimal von der Bühne, um sich über den Köpfen des Publikums durch die Halle tragen zu lassen. Liegt das vielleicht daran, dass Adam Green eigentlich gar keine Lust hat zu singen?
„Wisst ihr, singen ist harte Arbeit. Ich rede lieber, das ist einfacher", erklärt Adam Green, nachdem er gerade eine langwierige und ziemlich abstruse Geschichte über Tommyknockers, die mit Brezen gefüttert werden und schließlich die Welt verschlingen, bis diese zu Brotkrümeln zerfällt, zum Besten gegeben hat. Danach gesteht er, dass er eigentlich nur drei Dinge wirklich gut beherrscht, und demonstriert diese auch sofort: eine komische Verrenkung, für die es beim Turnunterricht in der dritten Klasse vermutlich mal eine 2+ gegeben hat, das enorm lässige Öffnen einer Bierflasche mit einer Wasserflasche, und schließlich: Singen. Die Musik kommt an diesem Abend dann auch trotz aller Showeinlagen und absurder Erzählungen nicht zu kurz. Naturgemäß konzentriert sich die Setlist auf Songs des aktuellen Albums Minor Love, doch auch Klassiker wie Emily, Jessica Simpson, Gemstones oder Dance With Me werden zur großen Freude des Publikums berücksichtigt. Adam Green, bekleidet nur mit Jeans und Lederjacke und im späteren Verlauf des Abends mit einigen dicken, roten Kratzern auf der blanken Brust, springt dazu über die Bühne wie ein Duracell-Hase auf Amphetaminen. Selbstverständlich leidet bei derart expressiven Tanzbewegungen mitunter auch die Sangesleistung, doch das gehört schlichtweg zum Konzept des Anti-Folk-Protagonisten. Konzerte von Adam Green dienen einzig und allein der Unterhaltung - in Form von Gesang, Tanz und Anekdoten. Die Musik steht nicht im Mittelpunkt, sondern ist Teil des Gesamtwerks. Nie weiß man, was als nächstes passieren wird. Im einen Moment beschimpft der Sänger noch das Publikum als lahmen Haufen, im nächsten Moment springt er schon wieder in die Menge. Als Zuschauer bleibt einem da immer wieder nur ein fassungsloses, aber begeistertes Kopfschütteln über die Frechheit, die der New Yorker mit den verstrubbelten Haaren und dem verschmitzten Grinsen auf der Bühne an den Tag legt. Doch dann gibt es auch noch die wenigen ruhigen Momente, in denen Adam Green allein zur Akustikgitarre You Blacken My Stay oder Give Them A Token spielt und zeigt, wie viel er stimmlich eigentlich drauf hat, wenn er mal ruhig steht und genug Luft übrig hat. Nonchalant wechselt der Sänger binnen Sekunden vom Crooner zum Entertainer und parodiert sich immer wieder selbst. Adam Green nimmt weder sich selbst noch das Publikum ernst. Dennoch driftet der Abend nie in Richtung Klamauk ab, denn dazu setzt Green zu viele musikalische Glanzpunkte. Lust zu singen hat er also trotz gegenteiliger Ansagen wohl doch gehabt - was ihn aber nicht davon abhält, nach rund 90 Minuten mit einem Mädel aus dem Publikum auf dem Rücken von der Bühne zu verschwinden. Er will eben auch nassgeschwitzt und biergeduscht ein Star zum Anfassen bleiben. Text:Bettina Koch/Fotos: Itje Kleinert
23.02.10
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Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!