| Get Well Soon: München |
| Wednesday, 24 February 2010 13:38 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Zumindest vom Namen her war die Theaterfabrik die passende Location für das Münchner Konzert von Get Well Soon: Die Band um Konstantin Gropper inszenierte am Dienstag abend eine audiovisuelle Reise durch das neue Album Vexations, die man durchaus mit einer Theateraufführung - besser noch einem Film - vergleichen konnte. Wie das aussah und klang, weiß Sara vom LAXMag.Es ist nach Aussage der Band das bisher größte Konzert der aktuellen Tour: Etwa 800 Zuhörer haben sich in der Theaterfabrik eingefunden, wohin das Konzert auf Grund der großen Nachfrage aus dem Ampere verlegt wurde. So sehr man Get Well Soon diesen Erfolg gönnt, so ärgerlich ist es, dass man sich nun in dieser äußerst unschönen Halle wiederfindet, die ungefähr den Charme einer Schuhschachtel besitzt. Hier ist der Name leider nicht Programm. Eröffnet wird der Abend von einem alten Bekannten im Hause Get Well Soon: Robert Günther alias Stars for the Banned aus Wien begleitet die Band für einige Konzerte auf der Tour. Für diesen Anlass hat der Laptopbastler erstmals ein komplettes Live-Setup zusammengestellt. Und so klingt sein leicht verschrobener, seltsam schöner Elektro-Indie voller, lebendiger und einfach ein wenig spektakulärer als auf Platte. Mit ausgefeilten Kompositionen und seiner einprägsamen Stimme weiß Stars for the Banned also zu überzeugen, zieht einige Zuhörer sichtlich in seinen Bann und dürfte an diesem Abend sicher den einen oder anderen Fan dazu gewonnen haben. Nach dem Vorprogramm wird das Publikum mit dezentem Vogelgezwitscher in der Umbaupause auf das eingestimmt, was nun folgen mag. Schließlich wird es dunkel und über die Leinwand auf der Bühne flimmern die ersten Bilder: Ein Mädchen im roten Mantel, Protagonistin des heutigen Abends, irrt durch den Wald. Dazu ertönt das gesprochene Intro des Album-Openers Nausea. Dieser ist leider nur in einer Instrumental-Version aus der Konserve zu hören, während die Band um Konstantin Gropper, stilecht in feinen Zwirn gekleidet, die Bühne betritt. Schon jetzt dürfte eigentlich ein jeder begriffen haben: Das hier ist kein gewöhnliches Konzert, das ist ein Spektakel. Get Well Soon sind hier, um uns die Stücke des neuen Albums Vexations in einer filmisch-theatralischen, audiovisuellen Performance zu präsentieren. Die Band beginnt mit dem schon auf Platte spektakulären Seneca's Silence. "So let's hope his silence is with us tonight, I'll bring the camera - can you hold the light?" heißt es in dem Stück, das davon handelt, wie der bekannte Philosoph seinen eigenen Selbstmord inszenierte. Und genau so halten es Get Well Soon mit ihren Songs: Sie zelebrieren sie. Man merkt der Band allzu deutlich an, mit wie viel Mühe und Liebe zum Detail die Stücke arrangiert wurden, um auch auf der Bühne zu funktionieren. Das klingt oft anders als auf dem Album, was dem Auftritt nochmals einen besonderen Reiz verleiht. Auf der Leinwand werden die Songs versinnbildlicht, wird ihnen ein Gesicht gegeben. Man bekommt den Eindruck, Konstantin Gropper - der auch in Interviews und im Deluxe-Booklet des Albums immer wieder die Bedeutung seiner Texte erklärt - möchte mit seiner Musik um jeden Preis verstanden werden. So ist etwa bei Werner Herzog Gets Shot das dazugehörige Youtube-Video, auf dem der Regisseur bei einem Interview angeschossen wird, in einem kleinen Fernseher zu sehen. Damit auch wirklich jeder weiß, woher dieses Lied seinen Namen hat. Mit diesem Rahmen werden Get Well Soon den Stücken von Vexations in ihrer enormen Größe tatsächlich gerecht. Nicht zuletzt funktioniert dies aber auch, weil hier ein paar ganz famose Musiker am Werk sind. Allen voran natürlich Verena Gropper, deren Geigenspiel und klassischer Gesang ganz erheblich zur Klangkulisse und zum Gelingen des Schau- und Hörspiels beitragen. Oder Multiinstrumentalist Maximilian Schenkel, der gleichermaßen an Gitarre, Trompete, Glockenspiel und sogar Zither überzeugt. Letztere kommt bei Aureate! zum Einsatz, das live enormen Druck entfaltet und auch dem letzten Zuhörer das Blut in den Adern gefrieren lassen dürfte. Leider üben sich Teile des Publikums aber auch in Ignoranz gegenüber der Band und ihrer Musik. So müssen Get Well Soon an ruhigeren Stellen gegen eine Wand aus Gesprächen und Gläserklirren anspielen - was sicher auch der miserablen Akustik in der Theaterfabrik geschuldet ist. Ein Zuhörer spricht vielen aus der Seele, als er irgendwann energisch einfach "Ruhe!" brüllt. Es hilft sogar ein wenig. Manchmal ist die von Get Well Soon besungene stoische Gelassenheit eben doch nicht das beste Mittel. Bei We Are The Roman Empire, dem letzten Song des regulären Sets, läuft stilecht ein Abspann mit allerlei Namen und Danksagungen über die Leinwand. Natürlich der passende Abschluss für den Get Well Soon'schen Film. So sehr dieser auch gewirkt hat, so sehr hätte man sich doch an manchen Momenten ein wenig mehr Spontaneität, ein wenig mehr Echtheit gewünscht. Get Well Soon überlassen nichts dem Zufall - jeder Ton, jeder Schritt ist vorprogrammiert. So gut das alles klingt, so gerne hätte man doch hin und wieder ein wenig mehr Musik, ein wenig mehr Emotion und etwas weniger Schauspiel gesehen und gehört. Nichtsdestotrotz bleibt dieser Abend als überwältigendes bildliches und klangliches Spektakel in Erinnerung. Und ist schon im Februar ein heißer Anwärter auf den Oscar für das beste Konzert des Jahres. Sara Haußleiter 23.02.2010 Bilder: Get Well Soon Bilder: Stars for the Banned
3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved." |








Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!