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Mumford and Sons: München
Saturday, 17 April 2010 08:30

Mumford & Sons in MünchenDie Mumford and Sons können inzwischen getrost als musikalisches Phänomen bezeichnet werden. Während sie noch vor sechs Monaten gerade einmal kleine Clubs füllten - oder manchmal eben noch nicht Mal füllten - spielten sie nun in einem ausverkauften und fast schon übervollen Backstage Werk.  

Als Geheimtipp begann alles vor nicht allzu langer Zeit. Plötzlich gab es eine Folkband, die mit klassischen Folkinstrumenten, allen voran dem Banjo, wunderbare Melodien schuf, vorgetragen von der starken und fesselnden Stimme des Sänger Marcus Mumford. Inzwischen scheint Folk im Allgemeinen, aber im Besonderen die Mumford and Sons, ein Revival zu feiern. Man hört die wohligen Arrangements der vier Londoner selbst auf den schlechtesten Mainstream-Radiosendern. "Aber was soll's", denkt sich da der Folkfan, "es gibt schlechtere Revivals", wie etwa 80er-Jahre Glitzerleggins in Schlangenlederoptik.

Dank des neu erworbenen Ruhms und somit auch einer neuen Anhängerschaft, konnte sich die Band vor überbrodelnder Fanliebe kaum retten. Das war kaum überhörbar, wurde doch bei allen Liedern ausdauernd gekreischt, gerufen und mitgegrölt: Ja, wir kennen eure CD auswendig. Toll, nicht wahr? Bei Krachern wie Little Lion Man durchaus angebracht und stimmungsfördernd, verwandelte sich das Münchner Backstage leider auch bei wunderschönen Balladen wie White Blank Page in eine Karaoke-Bar. Hätte man die Musik ausgetauscht, hätte man sich glatt an den Ballermann versetzt gefühlt.

Die "Gentlemen-Band", wie sie sich gerne bezeichnen, machte an diesem Abend hingegen alles richtig. Da saß jeder Ton, jede Harmonie, jeder Intrumentenklang. Banjo, Pedalsteel, Gitarren, Kontrabaß, Keyboard, Schlagzeug - alles beherrschten die vier Herren einwandfrei und spielten es mit größter Inbrunst. Zwischen den Songs wurde auf und vor der Bühne viel erzählt und gelacht, so feierte Ted zum Beispiel mal wieder Geburtstag.

Wie es sich für eine bekannte Band gehört, hatten die Mumford and Sons gleich zwei Künstler in ihrem Vorprogramm. Der Abend wurde von Lisa Mitchell, einer zarten Singer- und Songwriterin begonnen. Wer sich nun fragt, woher man die Damen kennen könnte - irgendwo hat man doch dieses Lied schon mal gehört - dem kann gesagt werden, dass es sich bei Neopolitan Dreams um das aktuelle Lied des Telekom Werbespot handelt. Ungefähr 30 Minuten spielte die zierlich wirkende Sängerin Lieder von Herzschmerz oder auch solche, die sich nur so anhörten. Weitergeführt wurde das Vorprogramm durch Johnny Flynn, dem Mumford and Sons Publikum wohl eher zusprechend. Der Multiinstrumentalist konnte teilweise durch kluge Melodien und Arrangements überzeugen, die irgendwo zwischen Folk, Country und Blues daheim waren. Leider war nicht jedes seiner Lieder ein echter Diamant und so fühlte sich der ein oder andere nach 45 Minuten doch reif für die Hauptband.

Zu Bemängeln gibt es an den Mumford and Sons wirklich rein gar nichts, so großartig ist deren Musik und Darbietung. Einziger Wehmutstropfen war, dass schon nach nur einer Zugabe, also nach gerade mal 65 Minuten, Schluss war. Viel zu kurz, besonders nach so langer Wartezeit auf die Band im Vorfeld.

Einen kleinen Einblick in die Zukunft boten Marcus Mumford und Co. auch, so spielten sie neue Titel zwischen denen ihres Debütalbums Sigh no More. Während I'll kneel Down wunderschön an das bisherige Werk anknüpft, war Love of the Light eine eher Mainstream-rockiges Stück, das weniger Begeisterung auslöste. Man kann nur hoffen, dass den Herren der Ruhm nicht zu Kopfe steigt, sie weiterhin so atemberaubende Musik machen und es schaffen, sich hin und wieder neu zu erfinden, um nicht im Sumpf der langweilig werdenden, immer gleich klingenden Bands zu verschwinden. Wenn sie aber so weitermachen wie bisher, wird das wohl kein Problem werden. Text: Rebekka Schwarz / Fotos: Itje Kleinert

Galerie: Mumford & Sons

Galerie: Lisa Mitchell und Johnny Flynn




also
mina 2010-04-20 22:44:43

ich frage mich, wie viele von denen, die am freitag mit dabei waren, diesem text
zustimmen wollen. wer konnte denn genug bekommen von johnny flynn? ..von dem
nicht jeder song ein diamant.. - also genau so wie Love Of The Night von mumford
and sons? wieso dann der platz auf dem treppchen für die einen? und:
karaokebar??

korrekturlesen hätte man das ganze auch können.

melli 2010-04-22 20:34:25

das was hier als "I'll kneel down" bezeichnet wird hat eigentlich keinen
namen, wird deshalb "untitled" genannt. und falls man ein lied dieser
wundervollen band schon runtermachen muss, sollte man auch hier wenigstens den
richtigen namen kennen (lover of the LIGHT).
eigentlich war der abend von der
zauberhaften lisa mitchell über den grandiosen johnny flynn bis zur hauptband,
die sich selbst mal wieder übertroffen hat einfach perfekt. punkt.aus.
rschwarz 2010-04-27 09:34:24

Hi Melli,

danke für deinen Hinweis mit Lovers of the Light, da habe ich den
Titel am Konzertabend falsch verstanden, ist schon geändert! I'll kneel down
hab ich selbst von einer anderen Seite üpbernommen
(http://www.stubru.be/media/mumfordsonsinclub69).
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