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Pavement: München
Monday, 24 May 2010 21:39
pavement.jpgVor 11 Jahren haben Pavement ihre Trennung bekannt gegeben, ein Comeback wollten die Mannen um Stephen Malkmus jedoch von Anfang an nicht ausschließen. Im Frühjahr 2010 ist es schließlich soweit: Pavement begeben sich auf große Tour quer durch Europa, allerdings soll es sich dabei um eine einmalige Sache und nicht um eine offizielle Pavement-Reunion handeln. In Deutschland stehen mit Berlin und München nur zwei Termine auf dem Plan, und natürlich waren wir für euch beim fast ausverkauften Konzert in der Muffathalle dabei.

„Ich weiß wie das ist: Da wartet man jahrelang darauf, eine Band irgendwann vielleicht doch noch einmal zu sehen. Und alles, was dann noch im Weg steht, nervt einfach." Mit diesen Worten entschuldigt sich der Support-Act Health noch vor dem ersten Song für seine Anwesenheit. Völlig unnötigerweise, möchte man sagen, denn mit ihrem experimentellen Noise Rock haben die Amerikaner kürzlich schon im Atomic Café überzeugt. Mit etwas mehr räumlicher Freiheit geben sie heute noch mehr Gas, und speziell bei Bassist Jake Duzsik bekommt man desöfteren Angst, dass er sich gleich mit seinem Verstärkerkabel versehentlich strangulieren könnte.

Nach einer längeren Umbaupause, die von vielen Anwesenden genutzt wird, um im Muffatcafé ein paar Minuten des Champions League-Endspiels zu verfolgen, steht dann endlich die Band auf der Bühne, ohne die Indie heute wohl anders klänge. Damon Albarn wurde in den Anfangstagen von Blur nie müde, Pavement als einen seiner größten Einflüsste zu zitieren, und auch heute verneigen sich junge Nachwuchsbands noch stets vor dem Fünfer aus Kalifornien.

Kein Wunder also, dass das Konzert in der Muffathalle zum Generationentreffen wird. Im Publikum finden sich Pavement-Fans der ersten Stunde ebenso wie Teenager, die "Brixton Academy" noch nicht einmal schreiben konnten, als die Band dort 1999 ihr letztes Konzert spielte. Allen gemein ist jedoch, dass sie mit der Musik der Band grandiose Erinnerungen verbinden. Glückliche Gesichter, wohin man blickt.

Auch die Band ist sichtbar mit Freude bei der Sache. Obwohl Schlagzeuger Steve West kürzlich behauptete, er musste sich vor der Tour erst die alten Platten von einem Kumpel leihen, um sich wieder an die Songs zu erinnern, wirken Pavement tatsächlich so, als hätten sie in den letzten 10 Jahren jede Woche zusammen auf der Bühne gestanden.

Ohne große Show, nur beleuchtet von hunderten Glühbirnen, die die Bühne ein bisschen wie ein Zirkuszelt wirken lassen, spielen Pavement einen rundum gelungenen Best-of-Set, der auch die Bayern-Fans tröstet, die per Handy inzwischen über das 0:3 informiert worden sind. Kaum zu glauben, dass die Herren auf der Bühne schon alle weit jenseits der 40 sind, denn in Sachen Spielfreude und Agilität könnten sich viele junge Bands da noch eine dicke Scheibe abschneiden. So aber bleibt nach rund 2 Stunden voller vielgeliebter Klassiker nur der Wunsch, dass es vielleicht doch keine einmalige Reunion war. Text: Bettina Koch/Fotos: Itje Kleinert


22.05.10

Bilder: Pavement

 

Bilder: Health




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