| William Fitzsimmons: München 10 |
| Monday, 31 May 2010 09:08 | |||
Da ist er wieder, der William Fitzsimmons. Bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres macht er in München für ein Konzert halt (gut, Dachau ist Münchner Umland). Gestern trat er erneut im sehr gut gefüllten Feierwerk auf. Und das LAXMag hat sich kollektiv zu diesem Konzert begeben. Lest hier, wie Tine, Sara, Rebekka und Eva seinen Auftritt empfunden haben.
Tine: Gut, dass laut Fitzsimmons all die Macht in seinem Bart liegt, so tut es seiner Musik keinen Abbruch, dass sein Kopf nun unbehaart ist. Frische Luft für neue Songs und viele deutsche Wörter. War er vor genau einem Jahr noch Support von Sophia im Feierwerk, ist er nun selbst Headliner und darf knapp anderthalb Stunden solo mit Akustikgitarre oder mit Band über Herzschmerz singen. Anders als Robin Proper-Sheppard (Sophia) noch vor einer Woche, schafft er es allerdings, sich auf der Bühne von seiner Musik zu distanzieren, und die Songs ohne kleine nervliche Zusammenbrüche zu spielen. Zwischen den Stücken macht Fitzsimmons, der mit seiner sanften Stimme auch als "Bob Ross der Musik" bezeichnet werden könnte, Witze mit dem Publikum, und nimmt zur Zugabe sehr amüsiert eine Nachricht von Laura Jansen entgegen, in der sie ihn darüber aufklärt, alle Besucher dafür bezahlt zu haben, seine Show zu sehen. "Fuck You Laura" ist seine Antwort darauf, denn das hatte Fitzsimmons noch nie nötig! Rebekka: William Fitzsimmons hat sich rasiert. Wer nun Angst um sein Markenzeichen, den Rauschebart, hat, der sei beruhigt, das Kopfhaar musste dran glauben. Musikalisch bleibt jedoch alles beim Alten: Fitzsimmons ohrenschmeichelnd, sanfte Stimme, Gitarre, Country Einflüsse dank Banjo und Madnola, wenig Schlagzeug und eine weibliche Begleitung an Klavier und Gesang, gestern fiel diese Aufgabe Laura diStasi zu. Traurigkeit ist das, was der Sänger über Songs und Stimme transportiert. Manchmal muss man schlucken bei so viel ernstem, ungekünsteltem Weltschmerz der irgendwo zwischen Trennungen, Selbstmord und dem Wieder-auf-die-Beine-kommen beheimatet scheint. Einzig Fitzsimmons humorige Einlagen zwischen den Titeln machen den Abend zu keinem depressiven Höhepunkt, sondern zu einem erinnerungswerten und schönen Konzertabend zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt.
Eva: Wie fasziniert starrt man auf den Mann mit dem Rauschebart. Denn aus diesem riesengroßen, "Testosteron!"-schreienenden Haarwuchs kommt nicht etwa ein tiefer, raumgreifender Bass, sondern ein sanftes, geradezu zartes und zerbrechliches Stimmchen, das von Liebeskummer, Traurigkeit und Trennungsschmerz singt. Bedrückt und gespannt hängt man an dem Bart (eigentlich wären es die Lippen, aber die sieht man ja nicht), lauscht den Geschichten, den Schicksalsschlägen, von denen William Fitzsimmons singt. Er singt seine Songs aus der männlichen Perspektive, erklärt er: "Because I'm a guy." Seine Scherze lockern die Stimmung wieder auf, die sonst durch seine Songs in ehrfürchtige Bedrückung zu gleiten droht. Er disst seinen Bass-Banjo-Mandoline-Spieler Jonathan, gibt deutsche Flüche zum besten oder albert mit dem Publikum herum. Als er die Zuschauer zum Mitsingen animiert, weist er nochmal daraufhin, dass das Konzert von Bayern 2 aufgenommen wird. "So if you are not a good singer, maybe you cut this one out". Sara: Man weiß wirklich nicht, ob man lachen oder weinen soll. Zwischen den Songs präsentiert sich William Fitzsimmons als Alleinunterhalter, witzelt über sich selbst und seine melancholischen Lieder und sorgt mit seinem wunderbar trockenen Humor und sorgsam erlernten deutschen Schimpfwörtern für Lacher. Über Trennung und Scheidung werde er heute nicht singen, scherzt er, das sei „bullshit“. Sobald der bärtige Sänger aber die Finger auf seine Gitarrensaiten legt, scheint er wie ausgewechselt: Mit sanfter, ja zerbrechlicher Stimme trägt er seine herzzerreißend traurigen Songs vor, gebettet auf den wohlig-warmen Klangteppich der ganz hervorragenden und wunderbar abgemischten Live-Band. Mit einem dicken Kloß im Hals und dem einen oder anderen Tränchen im Auge lauscht das Publikum dann andächtig und lässt sich von den schmeichelnden Melodien und Harmonien einlullen. Bis William Fitzsimmons uns die nächste Zote um die Ohren haut. So verbleiben wir nach einem überaus angenehmen Konzert mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
(31.05.2010)
Fotos: Itje Kleinert
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Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!