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Polarkreis 18: München
Wednesday, 31 October 2007 02:26

Polarkreis 18 im Atomic

SPANKiN’ NEW! hieß die offizielle WarmUpParty zu den MTV Europe Music Awards im Münchner Atomic Café in der letzten Oktoberwoche. Mit „mächtig neu“ waren The Kilians und Polarkreis 18 gemeint, die MTV mit „Musikhelden von morgen“ betitelte. Bei den Kilians stand außer Frage, dass sie halten würden, was MTV so laut verspricht. Aber wie die sechs Jungs der Dresdener Band Polarkreis 18 ihre melodische Elektro-Pop-Musik wohl auf der Bühne umsetzen würden, war das große Fragezeichen des Abends.

 

 

 

Mancher hat sie vielleicht schon als Vorgruppe zu Wir sind Helden gesehen oder auf einem Festival im Sommer oder hat Anfang des Jahres mal in die erste „richtige“ Platte der ehemaligen Schülerband reingehört. Und daher hatten sich auch genug Interessierte eingefunden, um Polarkreis 18 als MTV-anerkannte Newcomer zu feiern. Von Markus Kavka angekündigt, erschienen die Dresdener ganz in Weiß gekleidet auf der kleinen Atomic-Bühne und überraschten durch eine spannende Musik-Mischung und eine sehr energiegeladene Performance.

 

 

Einmal mehr zeigte sich, wie gut es tut, wenn sich eine Band so wenig kategorisieren lässt. Auch die einzelnen Mitglieder wollten sich nicht auf ein Instrument festlegen – im ständigen Wechsel war von Trompete über Klavier alles dabei. Lieder wie Crystal Lake oder Dreamdancer erinnern auf der Platte zwar deutlich an die skandinavische Exzentrikerin Björk, doch live kam die stimmige Vielschichtigkeit noch deutlicher an. Denn neben den feinfühligen Pop-Elementen scheinten die Indierockwurzeln durch. Wer sich durch diese Mischung nicht irritieren, sondern animieren lies, konnte sowohl zur gut beherrschten Gitarre wie auch bei bisweilen sogar recht harten Elektro-Beats durchaus ins Schwitzen geraten.

 

 

Was in der Studioversion etwas künstlich klingt, bekam on Stage eine atmosphärische Dichte und wirkte durch den nachdrücklichen Gesang von Felix Räuber schon fast intim. Der intensivste Moment dieses schon sehr intensiven Auftritts waren letztendlich die drei Zeilen von Somedays Sundays, die der Sänger ohne Mikrophon in die ersten zwei Reihen hauchte. Unvergesslich. Daher sollte hier festgehalten werden, dass Polarkreis 18 eine Band ist, die man live hören muss, um sie wirklich erlebt zu haben. Ganz deutlich wurde, dass die Dresdener keine „Helden von morgen“ sind, sondern ganz bewusst im Hier und Jetzt bereits große Musik machen. Dagegen wirkte der späte Gast Pete Doherty mit seinem Gefolge beinahe wie ein Musiker von Gestern. (Mirjam Miethe)


(30.10.2007)

 

 




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