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The Drums: München
Wednesday, 18 August 2010 14:10

The Drums im Atomic CafeWer die Karten nicht schon im Mai gekauft hat, hatte kaum eine Chance die New Yorker spontan im Atomic Café zu sehen. Gemurrt wurde viel, warum das Konzert nicht verlegt wurde, doch die Antwort lautete stets: Im Herbst kommen sie nochmal - ins Backstage Werk. Gesegnet waren jene, die die Hype-Band des Jahres also noch im kleinen Rahmen erleben durften.

 

Zwei EPs, ein Longplayer - keine 20 Songs umfasst das Bühnen-Repertoire von The Drums und doch waren alle, die es ins Atomic geschafft haben, selig vor Glück, den New Yorker Wunderkindern eine Stunde lang lauschen zu dürfen. It Will All End In Tears, Best Friends und Submarine eröffnen den Abend. Die totale Hysterie bleibt jedoch aus. Ist es andächtiges Schweigen? Gebannte Faszination ob des Charismas von Sänger Jonathan Pierce? Oder vielleicht sogar ehrfürchtiger Respekt davor, eventuell einen Moment Musikgeschichte zu erleben? Die Antworten darauf können nur spekulativer Natur bleiben, sicher jedoch ist: Das Konzert und die Show sind Weltklasse!

Jonathan Pierces Bühnenpräsenz ist eine Slow-Motion-Mischung von Ian Curtis' (Joy Division) crazy Bewegungsrepertoire und Howlin' Pelle Almquists (The Hives) exzentrischer Mimik. Jonathan schreitet, gleitet, schleicht und robbt über die Bühne, als würden die Drums-Songs nur halb so langsam gespielt werden. Er fixiert das Publikum mit hypnotischem Blick, so dass im Anschluss jeder der Meinung war, mindestens einmal mit ihm Blickkontakt gehabt zu haben. Extatisch reißt er seinen Mund auf, legt seinen Kopf in den Nacken und knickt in der Wirbelsäule ab, um im Anschluss wieder wild mit den Armen zu rudern und über die Köpfe ins Nichts zu schauen. Sein Kontakt mit dem Publikum bleibt auf ein Minimum reduziert. "Feel free to dance!" und "You payed for this, so give yourself a fun time!", sind die persönlichsten Kommentare des Abends. Hat er Spaß dabei? Mag er das Münchner Publikum? Eigentlich will man das gar nicht so genau wissen, denn die gespielte Überheblichkeit der Bühnenshow hat eine gesamtkünstlerische Distanz aufgebaut, die man durch menschliche Regungen nicht zerstört wissen möchte.
Zu Book of Stories, Forever and Ever, Amen, Me & The Moon und Slippin' Town tanzt das Publikum dann doch dezent ab. Let's Go Surfing wird nochmal ordentlich gefeiert und damit ist auch schon das Ende des Sets erreicht.
Beim Encore We Tried gibt es dann doch einen Gradmesser für die Wertigkeit des Konzertes aus Sicht der Band: "We didn't play that songs for almost six months", erzählt Jonathan Pierce und macht die Fans damit schon ein wenig stolz. Nach dem großen, großen Song Down By The Water war dann aber Schluss und alle gingen selig nach Hause und freuten sich, die Band, die schon im Herbst große Hallen bespielen wird, im kleinen Atomic erlebt zu haben.

Text und Fotos: Eva Deinert

 




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