Home icon Home»Live»Editors: München
Editors: München
Thursday, 08 November 2007 01:42

Editors in München7. 11. 2007 - Es war ein Konzert, zu dem man eigentlich nichts mehr sagen muss. Das liegt einerseits am nahezu makellos meisterhaften Auftritt der Editors, zum anderen daran, dass man selbst Stunden nach dem Gig immer noch nicht aus der sphärischen Welt der Briten raus gerissen werden will. Bitte...




Zum Reinhören: Munich



Der Platz vor der Georg-Elser-Halle ist den Abend über gesperrt - als wären Depeche Mode zu Gast. Ebenso sind die Kontrollen strenger als bei anderen großen wie großartigen Bands. Moment! Dind die Editors mit ihren Mitte Zwanzig nicht etwas zu jung für diesen Rahmen? Nein. Denn scheinbar richten sich diese Bedingungen nach der Altersklasse des Publikums, nicht nach der Band. Und das ist - entsprechend der Musik - bunt gemischt, teils schon älter.

Das sieht man auch an der Vorband: The Boxer Rebellion aus London wurden von den Editors als Support für ihre Europatour eingeladen. Ebenfalls noch recht jung, dafür umso erwachsenere Musik. Selbes Gründungsjahr wie die Editors, selbe Bandmitgliederanzahl, selbes Heimatland. Eine Band, über die man allerdings selbst im modernen Internetzeitalter so gut wie keine Fakten ausfindig machen kann. Aber wer braucht schon Fakten, wenn er sich durch das melancholisch-melodiöse Sein der Band selbst ein Bild von den vier Herren machen kann? The Boxer Rebellion haben verblüffend grandios und musikalisch hochwertig auf den Hauptact des Abends vorbereitet. Ein Abend übrigens, der die ständigen Vergleiche mit anderen, beim ersten Hören ähnlich klingenden Bands, entgültig für nichtig erklärt.

Und da waren sie dann, um kurz nach zehn. Die Editors, deren Musik erklärt, weswegen sie trotz ihrer Herkunft kein „The“ im Namen tragen. Traurig und doch tröstend, düster aber mit einem Hauch von Hoffnung, mit Liebe zum Detail trotz unglaublicher Instrumenten-Wälle. So kennt man sie von Platte und ist gespannt, ob sie sich auch live beweisen können.

Man erwartet vier reservierte Männer, gereift vom Ruhm und ihrer eigenen Musik, geführt von einem deprimierten Tom Smith, der sich in seiner Freizeit gerne Gedanken über den Tod macht. Doch meistens kommt es anders als man denkt, was in diesem Fall einen quirligen Schönling als Sänger und Energie geladene Bandkollegen bedeutet.

Das Bild irritiert ein wenig. Auf der einen Seite anderthalb Stunden traumhaft gedrückter Männerbass, eingebettet in epische Meisterwerke des Indie-Rock, die einen die Augen schließen und nachdenken lassen. Auf der anderen vier Jungs mit Instrumenten, deren Sänger nicht nur schön und talentiert ist, sondern mit regelmäßigem Klettern auf das Klavier auch seine Sportlichkeit unter Beweis stellt.

Doch es ist wahrscheinlich die Kombination, die einen zumindest für diesen Abend zu einem tanzenden Groupie werden lässt. Die Editors in München, geliebt, bewundert und gefeiert, nicht nur wegen ihrer Ode an die Stadt. Für diesen Anlass kam Munich übrigens erstaunlich spät. Wann genau? Das könnt ihr selbst nachlesen auf der Setlist der Editors, die haben wir nämlich extra für euch fotografiert und in die Diashow mit eingebaut. Nina-Carissima Schönrock


(07.11.2007)




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare