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Nada Surf: München
Sunday, 02 March 2008 13:24


Nada Surf: Matthew Caws
Im ausverkauften, proppevollen Backstage Werk gaben sich gestern Nada Surf aus New York die Ehre. Glücklich jene, die eine Karte ergattern konnten um bei diesem absoluten Konzerthighlight dabei zu sein! Lucky ist nicht nur der Titel des neuen Albums, sondern auch eine prima Zusammenfassung der Emotion des Abends. Und glücklich gemacht haben die New Yorker auch unsere Redakteurin Eva Deinert, die dabei war.

 

 

Zum Reinhören: Do it again

 

Dass vor vier Jahren Nada Surf als Vorband der Sportfreunde Stiller im wunderschönen Haus Auensee in Leipzig gespielt haben, das glaubt heute sicher keiner mehr. Vermutlich kommt es selbst den Sportis wie ein Traum vor. Denn Nada Surf aus New York sind alles andere als Anfänger oder eine Vorband: Gerade haben sie ihr fünftes Album Lucky veröffentlicht und haben sechs Wochen erfolgreich in den Staaten getourt. Trotzdem bleiben Nada Surf angenehm normal und keineswegs arrogant oder abgehoben, wenn sie vor einem ausverkauften Haus spielen. So ließen es sich Matthew Caws und später auch Drummer Ira Elliot nicht nehmen zu einem kleinen Gastspiel mit Zach Rogue vom Support Roguewave auf die Bühne zu kommen. Das Publikum war begeistert und wartete gespannt auch das Hauptkonzert.

 

Natürlich betrat Bassist Daniel Lorca mit Zigarette im Mund und Dreads im Gesicht die Bühne. Es gibt auf der Welt keinen Zweiten, der so lässig Bass spielen, tanzen,Nada Surf: Daniel Lorca singen und rauchen gleichzeitig kann! Einmal im Leben so cool sein wie er!
Wie erwartet rockten also Nada Surf in ihrer gewohnt locker-sympathischen Art die Massen. Von alten bis neuen Stücken spielten sie sich durch ihre Diskographie. Natürlich konnten die Fans die meisten Stücke ohnehin mitsingen, sowohl das brandneue Whose Authority, als auch Paper Boats vom Album Let Go. Doch Matthew forderte auch aktiv zum Mitmachen auf, weil beispielsweise "This Song is very high. It sounds better if you sing with me". Und das war nicht der einzige interaktive Moment der Show! So hoffte Matthew jemand zu finden, der auf die Bühne kommen und Fruit Flys übersetzen könnte (wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Song über Obstfliegen, die sich gern um Essensreste gesellen, wenn man sie unbedacht liegen lässt...). Doch auch charmantes Bitten von Matthew und Daniel halfen nichts, im Publikum sah sich keiner in der Lage diese Aufgabe zu bewältigen. Ganz im Gegenteil zu der Choreographie, die Matthew zu Inside of Love verlangte. Die setzte das Publikum mit Bravour um. Und so bewegte sich das ganze Backstage von einem Bein auf das andere im Blues-Schritt, klatschte im Takt und sang gemeinschaftlich:

 

I wanna know what it's like
On the inside of love
I'm standing at the gates
I see the beauty above

 

Was für ein Bild! Was für eine Atmosphäre! Kalte Schauer auf dem Rücken, Kloß im Hals. Emotionaler kann ein Konzert kaum werden! Es folgten Beautiful Beat und das schöne „See These Bones" vom neuen Album, bevor sich die New Yorker verabschiedeten. Doch damit war der Abend noch lange nicht zu Ende, schließlich fehlten ein paar Klassiker, die auch die Fans lauthals einforderten.

 

Nada Surf: Party auf der Bühne Die Zugabe eröffneten Nada Surf dann prompt mit Blizzard 77. Das Publikum war begeistert. Plötzlich verdunkelt Matthew seine sonst so helle, unverwechselbare, ja fast zarte Stimme zu einem Bass und setzt zu Love Will Tear Us Apart von Joy Division an! Das Publikum jubelt. Dann folgt nach Blond on Blond endlich, endlich Always Love! Das Publikum kennt kein Halten mehr. Und bei Blankest Year grölen alle das Fuck it! So laut sie können und am Ende stürmen die Fans auf die Bühne!
Was für ein Konzert!! Was danach jedoch geschah, will ich fast nicht schreiben. Unerwähnt kann es jedoch auch nicht bleiben: Münchens Oberbürgermeister Christian Ude betritt die Bühne und fordert die Anwesenden auf, heute, am Sonntag, zur Kommunalwahl zu gehen... Das lass ich jetzt einfach mal so stehen und fahre lieber damit fort, dass im Anschluss an dieses strange Intermezzo Nada Surf nochmals die Bühne betraten um Imaginary Friends zu spielen und dann mit dem altehrwürdigen Popular endgültig das Konzert zu einem Abschluss zu bringen.

 

WAHNSINN! That's what it's like on the inside of love! (Eva Deinert)


(01.03.2008)




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