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Fettes Brot: München
Thursday, 01 May 2008 18:20

Fettes Brot mit Neigung zu Bugs Bunny
Ihre Rock-Ambitionen haben sie unter anderem mit Tocotronic zusammen unter Beweis gestellt, aber dieses Mal standen die Zeichen rein auf HipHop. Was passiert, wenn drei Hamburger nach München kommen? Dann gibt's eine Invasion der Star Wars-Klonkrieger, dann ist Kool Savage auf Kuschelkurs, dann wird „Skandal im Sperrbezirk" a capella interpretiert. Kurz: Es gibt einen „Mordsgaudi" mit Fettes Brot, wie sie auch selber feststellten. Redakteurin Eva Deinert war dabei.

 

 

 

Ob Emanuela, Bettina oder Sophie - egal welches Mädel besungen wurde, die Münchner zeigten sich angesichts des norddeutschen Hiphop-Liedguts erstaunlich textsicher, tanzwütig und klatschbereit - was man angesichts der häufig reinen Zuhör-Mentalität als eindeutiges Qualitätsmerkmal des Konzertes deuten konnte! Auf Fettes Brot ist Verlass: Sie lockern auch dem letzten Bayer die Lederhosenträger! Mit ganzen 23 Songs, inklusive drei Zugabenrunden brachten sie die ausverkaufte Tonhalle mehr als zum Kochen.

 

Nach lautstarken „Brote! Brote!"-Rufen ging's los mit Lieber verbrennen und Bester Rapper - schon war das Publikum begeistert. Als dann der Bettina Rmx schon als fünfter Song angestimmt wurde, gab es kein Halten mehr! Die Tonhalle war eine einzige Welle springender, feiernder Menschen. Nach Ich hasse das wurde es dann plötzlich still im Saal - ein gut bekanntes Röcheln war zu hören und tatsächlich: Plötzlich stürmten Klonkrieger aus Star Wars auf die Bühne und führten die Brote ab? Was war da los?

 

Auf jeden Fall konnten sie sich befreien und stimmten nach einem Seitenhieb auf Kool Savage - „Kool Savage ist auf Kuschelkurs" und „Seit er gesagt hat, Tage wie dieser sei stellenweise cool gerappt, hat er seine Gefährlichkeit für mich verloren" - den Song „Die meisten meiner Feinde" von der Platte „Am Wasser gebaut" an.

 

Neben Kool Savage wurden auch die Fanta Vier - „Ach Smudo, ääähh..." - hier und da mal ins Gespräch eingebunden, was auch die Fans in gelegentlichen „Vier! Vier!"-Rufen aufgriffen. Musikalisch gab es mit The Grosser und Emanuela gleich zwei tanzbare Hits aufeinander und die Frage „München, seid ihr locker in der Hüfte?" hatte sich eigentlich erübrigt.

 

Vor der Zugabe intonierten Fettes Brot ihren superschönen Song „Hörst du mich?", der mit den Zeilen „Nein, vergessen werden wir euch nicht" endet. Ein Versprechen, dass das Publikum gern zurückgab! So ließen sich die Hamburger auch nicht lang bitten und eröffneten mit „Erdbeben" die Zugabe. „Ein Mordsgaudi", stellten sie fest als sie bei „Da draußen" - ein weiterer Brote-Klassiker - wirklich die gesamte Halle zum Springen brachten. Nach einer kurzen „Singing in the Rain"-Einlage, verabschiedeten sie sich zum zweiten Mal. Bis dahin fehlte allerdings noch DER Song schlechthin: Schwule Mädchen. Den gab es dann nach Jein und Hamburg Calling auch noch oben drauf. Und: ein weiteres Mal Bettina! Nach diesem schweißtreibenden, sensationellen und großartigen Konzert versicherten Fettes Brot „Wir werden euch weiterempfehlen" und lobten - zurecht - das Münchner Publikum mit ihrem Abschiedsständchen:

 

„Das Publikum war heute wieder wundervoll,
und traurig klingt der Schlussakkord in Moll.
Wir sagen Dankeschön
und auf Auf Wiedersehen,
schaun sie mal wieder rein,
denn etwas Schau muss sein -
und heißt es Bühne frei,
dann sind Sie mit dabei,
die Schau muß weiter gehn, auf Wiedersehen..."

Eva Deinert



(30.04.2008)

 

 

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